Die zweite paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz, die BNP Paribas Real Estate in Zusammenarbeit mit LOCATUS veröffentlicht hat, analysiert die Passantenzahlen in den Haupteinkaufsstraßen von 34 europäischen Großstädten.
Der Bericht bietet eine Momentaufnahme der allgemeinen Marktsituation in den Luxusmeilen der 34 wichtigsten europäischen Metropolen. Die Passantenfrequenz zählt zu den Hauptindikatoren in Bezug auf die Umsatzstärke eines Einzelhandelsstandorts, sie ist jedoch allein betrachtet nicht aussagekräftig genug. Die wichtigste Kennzahl einer Einzelhandelslage ist die Konversionsrate (Verhältnis zwischen Passantenzahl und konkreten Käufen). So können in manchen Gegenden mit einer geringeren Passantenfrequenz (etwa in einigen Luxus-Einkaufsstraßen) trotz einer niedrigeren Kundenzahl höhere Umsätze erzielt werden.
„BNP Paribas Real Estate freut sich, nun die zweite paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz vorlegen zu können. Die Ergebnisse der Analyse deuten darauf hin, dass sich ein gewisses Maß an Normalität in den europäischen Innenstädten wieder einstellt: Der stationäre Handel ist insbesondere in den Innenstädten nach wie vor attraktiv. Zudem werden dort aktuell eine Reihe neuer Einzelhandelsmodelle und -formate erfolgreich etabliert”, sagt Patrick Delcol, Head of Pan European Retail bei BNP Paribas Real Estate.
Passantenzahlen in den 40 wichtigsten Einkaufsstraßen: Hauptstädte und regionale Städte
Betrachtet man die Top-40-Einkaufsstraßen der 34 untersuchten europäischen Metropolen, so schneiden deutsche Städte bei der Passantenfrequenz im Stadtzentrum ausgezeichnet ab, wobei Köln den ersten Platz im Ranking belegt. München und Frankfurt folgen (hinter London) auf den Positionen drei und vier.
Köln, München und Frankfurt sind unter den Top 5 der Städte mit den meist-frequentierten Einkaufsstraßen Europas. – Grafik: BNP Paribas Real Estate
Als touristischer Hotspot ist Barcelona weiterhin in den Top 10 der wichtigsten Einkaufsstraßen in Europa vertreten, verliert aber im Vergleich zu 2017 an Boden gegenüber Madrid. Auch Rom verzeichnet eine allmähliche Erholung des Tourismus. In Belgien steht die Einkaufsstraße Meir in Antwerpen hinsichtlich der Passantenzahlen weiterhin an der Spitze des Rankings, gefolgt von der Rue Neuve in Brüssel. Auch Manchester (22) und Bilbao (24) nehmen gute Plätze im Ranking ein, was auf ihre hohe regionale Anziehungskraft zurückzuführen ist.
Mischnutzung in Stadtzentren auf dem Vormarsch
Projekte mit Mischnutzung werden in ganz Europa zur Norm. Die Städte unterstützen diese Entwicklung, da sie sich um eine Aufwertung der Innenstädte und um eine Wiederbelebung vernachlässigter Stadtteile bemühen. Entsprechende Immobilien sind sehr beliebt, da sie unterschiedliche Personengruppen (Kunden, Büroangestellte und Anwohner) anziehen und so für eine kontinuierlich hohe Passantenfrequenz sorgen. Investoren und Projektentwickler richten ihren Fokus verstärkt auf diese Objekte, da diese innerstädtische Grundstücke aufwerten, eine finanzielle Diversifikation herstellen und der öffentlichen Forderung nach einer nachhaltigeren Bauweise nachkommen. Die entsprechenden Umgestaltungsprojekte umfassen Büro- und Wohngebäude, Restaurants, Geschäfte, Hotels sowie Grün und Erholungsflächen und schaffen so ein umfassendes Ökosystem für lokale und ausländische Kunden und Besucher, die Wert auf ein vielfältiges Stadterlebnis legen.
Städte fördern urbane Mobilität, um den Zugang zu Innenstädten zu erleichtern
Die Themen Klimapolitik, Nachhaltigkeit und Verbesserung der urbanen Lebensbedingungen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Agenda, weshalb in ganz Europa eine Vielzahl an Projekten zur Umsetzung der Mobilitätswende vorangetrieben werden. Da immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten, können sie selbst entscheiden, ob sie ins Büro im Stadtzentrum fahren. Deshalb versuchen die Städte den Pendelverkehr aus dem Umland möglichst komfortabel zu gestalten, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Städte wie Mailand, Stockholm, Lissabon und Barcelona, die auf den PKW-Verkehr ausgerichtet sind, wenden sich zunehmend neuen Mobilitätskonzepten zu.
Durch die neuen Mobilitätsstrategien werden zudem die Einzugsgebiete erweitert, da sie potenziellen Kunden den Zugang zum innerstädtischen Einzelhandel ermöglichen. Fahrradwege, die schon heute einen wesentlichen Baustein darstellen, werden zum Herzstück der städtischen Verkehrsnetze.
In Städten wie Brüssel und Wien werden im Rahmen der neuen Verkehrskonzepte weitere autofreie Zonen geschaffen und Straßen als Fußgängerzonen ausgewiesen, was zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses beiträgt. Um den internationalen Tourismus wieder stärker zu fördern, haben Städte wie London, Budapest, Mailand und Paris daher beispielsweise die Zahl der Events und Veranstaltungen erhöht, um so einzigartige Erlebnisse zu bieten. Dabei setzt unter anderem Paris auf internationale Sportveranstaltungen, wie die Olympischen Spiele 2024, um den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben und die Lebensqualität zu verbessern.
Parkster, bundesweiter Anbieter für Handy-Parken in Deutschland, adressiert Tourismusregionen mit attraktiven Zusatzleistungen für die Wintersportsaison und bietet Hotelgästen interessante Zusatzservices.
Trotz Corona ist die Wintersport- und -urlaubssaison in vollem Gange. Für Urlauber, die in beliebte Gegenden fahren, heißt das oftmals vor allem: Parkplatzsuche und Parkticket ziehen. Eine Alternative ist das Handy-Parken, das es ermöglicht, den digitalen Parkschein noch direkt am Auto oder schon auf dem Weg zum Skilift zu lösen.
„Park-Apps können der Schlüssel sein“
„Ein Smartphone hat heutzutage fast jeder. Die Infrastruktur ist also praktisch schon da. Park-Apps können für Tourismusregionen damit der Schlüssel sein, Gästen kostengünstig und risikolos intelligente Zusatzservices anzubieten“, sagt Keven Lehmann, Vertriebsleiter bei der Parkster GmbH.
Sind Autofahrer im Besitz eines Skipasses oder Bergbahntickets, geben sie in der Parkster-App beim Parkvorgang die darauf abgebildete Ticketnummer ein, um den Rabatt zu erhalten. Parkster prüft die Nummer über eine Schnittstelle mit dem System des Ticketanbieters. Die App speichert die Nummer, sodass der Autofahrer diese nicht bei jedem Parkvorgang erneut eingeben muss. Die Berechtigung für den vergünstigten Parktarif erlischt automatisch mit dem Ablauf der Gültigkeit des Tickets. So bieten etwa die Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen allen Inhabern Ihrer Bergbahntickets das Parken zu günstigeren Konditionen an.
Auf die gleiche Weise ermöglicht die Parkster-App die Integration mit Gästekarten. Übernachtungsgäste profitieren damit für die Dauer ihres Aufenthalts beim Handy-Parken von ermäßigten Parktarifen. Parkster führte bereits in zahlreichen Kommunen in Süddeutschland das Handy-Parken mit Gästekarten-Tarifen ein, darunter in der Region Königssee, in zahlreichen Gemeinden des Oberallgäus sowie im österreichischen Kleinwalsertal.
„Tourismusregionen sind gut beraten, ihre individuellen Anforderungen an das Handy-Parken detailliert in die Ausschreibung aufzunehmen“, sagt Keven Lehmann. „Nicht jeder Anbieter ist in der Lage, solche tourismusspezifischen Anforderungen an das lokale Preismodell sowohl technisch adäquat als auch zu attraktiven Konditionen abzubilden.“
Ein durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördertes Forschungsprojekt analysiert die Parkplatzsuche und entwickelt Lösungsansätze. Zu diesem Zweck wurde die kostenlose Forschungsdaten-App „start2park“ entwickelt, die bereits über eintausend Mal heruntergeladen wurde.
Am Research Lab for Urban Transport (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) wird im Forschungsprojekt „start2park – Parksuche erfassen, verstehen und prognostizieren“ Parksuchverkehr erforscht. Über die Forschungsdaten-App start2park, welche seit Anfang September 2021 in den App-Stores verfügbar ist, wird Parksuchverkehr an vielen unterschiedlichen Standorten und Zeitpunkten getrackt und Einflussfaktoren, wie der Fahrtzweck, ermittelt. Die App ist mittlerweile auch in englischer Sprache verfügbar, um Daten aus ganz Europa erfassen zu können.
Parkplatzsuche erleichtern
„In einer kürzlich durch das ReLUT beauftragten Befragung gaben 40 Prozent von über 2.000 Befragten in Groß- und Mittelstädten an, bei Fahrten nach Hause im öffentlichen Straßenraum parken zu müssen. Insbesondere Anwohner in Innenstadtlagen parken am Wohnort am häufigsten im öffentlichen Straßenraum. Hier sind es 48 Prozent. Davon empfinden 59 Prozent das Finden eines Parkplatzes als sehr schwierig bzw. schwierig“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Tobias Hagen, Professor an der Frankfurt UAS und Teil des ReLUT-Direktoriums mit.
Mit den über die start2park-App erhobenen Daten können mittlere Parksuchzeiten nach Stadtteiltypen und Uhrzeiten ermittelt werden. „So können noch Besonderheiten für einzelne Städte und Gebiete abgeleitet werden. Da Parksuchverkehr kein ausschließlich deutsches Problem ist, gibt es die start2park-App nun auch in englischer Sprache und Parksuchvorgänge können auch im europäischen Ausland aufgezeichnet werden. Wir wollen aufzeigen, ob Parksuchverkehr ein über- oder unterschätztes Phänomen ist und wie Kommunen durch Parkraummanagement und Verkehrsplanung den Parksuchverkehr reduzieren können“, so Hagen weiter.
Ziel des Projektes ist es, dass Navi-Apps zukünftig auch die Parksuchzeit vorhersagen können, um so auch einen realistischeren Vergleichswert gegenüber anderen Mobilitätsangeboten zu haben. Denn oftmals gibt die prognostizierte Wegzeit der favorisierten Navigationsapp den Ausschlag dafür, welches Verkehrsmittel eine Person wählt.
Wer Interesse daran hat, als Testfahrer das Projekt zu unterstützen, kann sich die kostenlose start2park-App in den App-Stores herunterladen und regelmäßig nutzen.
Mitmachen kann jeder Autofahrer, egal an welchem Ort in Europa er unterwegs ist.
Das Forschungsprojekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit rund 1,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Mit der Frankfurt UAS kooperieren in diesem Forschungsprojekt zwei Partner aus der Wirtschaft, die Fluxguide Ausstellungssysteme GmbH und die Bliq GmbH. Das Projekt läuft bis Juni 2023.
Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Research Lab for Urban Transport (ReLUT), Prof. Dr. Tobias Hagen, Telefon: +49 69 1533-3896, E-Mail: thagen@fb3.fra-uas.de und Dr. Sabine Scheel-Kopeinig, E-Mail: s.scheel-kopeinig@fb3.fra-uas.de
PayByPhone, eine der führenden Parking-Apps in Deutschland, ist jetzt auch in Dresden verfügbar. Damit ist die App jetzt in 12 von 16 deutschen Landeshauptstädten vertreten. Deutschlandweit ist PayByPhone in 330 Städten verfügbar und bietet insgesamt rund 520.000 Parkplätze an.
In der App PayByPhone stecken viele Vorteile, wie Chief Executive Officer (CEO) Marcus Rodewald erklärt: „Wir haben das Parken digitalisiert und damit deutlich stressfreier gemacht. Die Suche nach dem nötigen Kleingeld entfällt, ebenso wie die Angst vor einem Knöllchen. Denn die App erinnert rechtzeitig vor Ablauf der Parkzeit.“ Ein weiterer Vorteil sei der Hygiene-Aspekt. Dank dem kontaktlosen Handling gehöre das Berühren von Parkscheinautomaten der Vergangenheit an.
Kooperation zwischen Volkswagen und Dresden
In der sächsischen Landeshauptstadt können von nun an 6.000 Parkplätze im gesamten Stadtgebiet mit der PayByPhone-App genutzt werden. Alle nutzbaren, städtischen Parkflächen werden über die App ausgewiesen. Bis zum Jahresende erhalten zudem alle herkömmlichen Parkautomaten einen Hinweis-Aufkleber. Mit der Einführung von PayByPhone wird ein weiteres zentrales Ziel aus den Stadtkooperation zwischen Volkswagen und der Landeshauptstadt Dresden umgesetzt. 2016 schlossen beide Parteien eine Übereinkunft mit dem Ziel, Dresden als Modellstadt für nachhaltige und integrierte urbane Mobilität zu entwickeln.
Danny Auerswald, Standortleiter der Gläsernen Manufaktur sagt: “Unsere enge Partnerschaft mit der Landeshauptstadt ist längst beispielhaft für das Zusammenspiel zwischen Unternehmen und städtischen Akteuren. Die Einführung von PayByPhone ist das jüngste Erfolgsbeispiel, denn damit ist Dresden wieder ein Stück digitaler. Und logisch: PayByPhone gehört zum Volkswagen Konzern, Volkswagen gehört mit der Gläsernen Manufaktur zu Dresden.”
Der Parkraumbewirtschafter Q-Park wird zum 01.01.2022 drei Parkobjekte in Leverkusen übernehmen. Dabei handelt es sich um das City Center, die Luminaden und das Forum in Leverkusen. Die Tiefgaragen befinden sich rund um Leverkusen-Mitte und bieten insgesamt knapp 2.000 Stellplätze für Kurz- und Dauerparker. Q-Park wird die Parkobjekte ab dem betreiben, die mit einem langjährigen Pachtvertrag in das Portfolio übergehen.
Mit modernen technischen Standards bringt Q-Park die Zukunft des digitalen Parkens nach Leverkusen. In Kürze können Kunden mit der neuen Q-Park-App ihr Auto abstellen – und das nicht nur in Leverkusen, sondern europaweit, sagt der Parkraumbewirtschafter. Eine normale Kundenkarte oder ein Parkticket seien nicht mehr erforderlich, so Q-Park. Die Abrechnung des Parkvorgangs erfolgt automatisch über die in der App hinterlegte Zahlungsmethode. „Stressfrei parken“ lautet das neue Motto bei Q-Park, um die tägliche Herausforderung der Parkplatzsuche zu bewältigen. Mit dem neuen intelligenten Parkkonzept haben die Parkhausbesucher die Möglichkeit, sich einen Parkplatz vorab online über die Q-Park- Website zu reservieren und anschließend kontaktlos mittels Kennzeichenerkennung ein- und auszufahren.
„Als neuer Betreiber der drei Tiefgaragen bieten wir einen innovativen Parkservice und werden gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern das Parkerlebnis in der Stadt Leverkusen smarter gestalten“, sagt Frank Meyer, Geschäftsführer der Q-Park Operations Germany GmbH & Co. KG. Dank der Zusammenarbeit mit bekannten Mobilitätspartnern in Europa kann Q-Park an der Mobility-Hub-Idee festhalten und einen zukunftsorientierten Parkservice anbieten. „Q-Park hat uns mit seinem strategischen wie auch wirtschaftlichen Konzept überzeugt, und wir freuen uns darauf, gemeinsam die nachhaltige Mobilität in unserer Stadt zu optimieren sowie zu fördern“, sagt Markus Märtens, Geschäftsführer der Leverkusener Parkhaus-Gesellschaft mbH.
Die Zusammenarbeit der Peter Park System GmbH und der EasyPark Gruppe ermöglicht Parkenden in Deutschland, auf Off-Street Parkflächen mit dem Smartphone zu bezahlen und ermöglicht voll-automatisiertes Parken. Die moderne Technik mache Parkschranken, Papiertickets und Parkscheiben überflüssig.
Aufbauend auf bereits erfolgreich umgesetzten Projekten im Jahr 2020 wird die Kooperation nun offiziell ausgeweitet. Sowohl für Parkende als auch für Parkraum-Betreiber soll ein neuer Standard im Parken ermöglicht werden. Während sich das Parkerlebnis für Parkende deutlich komfortabler gestaltet, können Betreiber gesteigerte Umsatzpotenziale realisieren, wie das Beispiel des Krankenhauses Porz in Köln deutlich macht: Bereits am ersten Tag konnten 200 Transaktionen über EasyPark verzeichnet werden. In den ersten zwei Wochen wurden 65 Prozent aller Transaktionen über EasyPark abgewickelt, welche über 60 Prozent des Umsatzes ausmachten.
Das Peter Park System ermöglicht die schrankenfreie Ein- und Ausfahrt durch automatische Kennzeichenerkennung und bietet als Plattform die Verknüpfung mit verschiedenen Mobility Services. Durch die Integration von EasyPark kann der registrierte Parkvorgang in der App bezahlt werden – bargeldlos und transparent. Peter Park ist damit ein weiterer Partner in EasyParks Portfolio für Off-Street Access Solutions, und ermöglicht seinen Nutzern komfortabel zu parken.
Neues Feature Automatic CameraPark
Die technische Integration des schrankenfreien Zufahrtssystems und des digitalen Bezahlsystems ermögliche auch zusätzliche Features, wie beispielsweise das Automatic CameraPark. Bei diesem Vorgang wird der Parkvorgang in der EasyPark-App automtatisch gestartet, sobald ein Auto auf eine schrankenfreie Automatic CameraPark Fläche fährt. Verlässt der Pkw die Fläche wieder, wird der Parkvorgang beendet, und die Bezahlung erfolgt automatisch über die App. Diese schickt auch eine automatische Mitteilung zum Parkvorgang an die Nutzer.
Die Kombination aus dem Peter Park System und EasyPark wird bereits auf verschiedenartigen Flächen-Segmenten genutzt, darunter Krankenhäuser, Shopping Center sowie Event Center in ganz Deutschland. In den nächsten zwei Jahren planen EasyPark und Peter Park die intensive Zusammenarbeit auf zahlreichen Flächen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
„Parkticket ziehen nicht mehr zeitgemäß”
Nico Schlegel, Geschäftsführer EasyPark Deutschland sagt: „Das Ziehen eines Parktickets in Parkhäusern ist heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Die schrankenfreie Zufahrt mittels Peter-Park-Technologie in Kombination mit der automatischen Abrechnung über die EasyPark-App ist eine Lösung, die dem Autofahrer ein Vielfaches an Nutzerfreundlichkeit bietet. Nachdem schrankenfreies Parken zum Beispiel in den skandinavischen Ländern heute schon Standard ist, freue ich mich sehr, dass wir zusammen mit Peter Park auch in den deutschen Markt Bewegung bringen.“
„Durch die Zusammenarbeit von Peter Park als Access-Provider und EasyPark als Payment-Provider können noch mehr Nutzer und Nutzerinnen via App auf mit dem Peter-Park-System ausgestatteten Flächen bezahlen. Besonders spannend ist hierbei, dass durch die tiefe technische Integration spannende Features wie das Automatic CameraPark ermöglicht werden. Gemeinsam mit EasyPark können wir so das beste Parkerlebnis für die Parkenden gestalten”, sagt Maximilian Schlereth, CEO Peter Park System GmbH.
GALERIA Karstadt Kaufhof rüstet auf digitales Parken um und setzt dabei auf Lösungen der Arivo Parking Solutions GmbH. Diese basieren auf automatischer Kennzeichenerkennung und bargeldloser Bezahlung.
Im ersten Schritt hat das österreichische Jungunternehmen Arivo die bestehenden Schrankensysteme an den Standorten der Warenhauskette in Köln und Düsseldorf umgerüstet. Auch die Reutlinger Filiale wurde bereits digitalisiert, hier auf die schrankenlose Variante Arivo Freeflow. Weitere Standorte sollen folgen. Insgesamt kommen dafür die Parkierungsanlagen an über 60 Filialen von GALERIA Karstadt Kaufhof in Frage.
Beim installierten Parksystem können sich Kunden über eine App anmelden und registrieren. Anschließend können sie dank Kennzeichenerkennung ohne anzuhalten in alle Parkhäuser der GALERIA Karstadt Kaufhof mit dem Arivo-System einfahren. Die Rechnung samt Einzelkostennachweis erhalten sie automatisch per Mail und können diese auch im Kundenportal jederzeit abrufen. Für GALERIA Karstadt Kaufhof reduziere sich der Verwaltungsaufwand dadurch signifikant. Inhaber der GALERIA Kundenkarte erhalten zudem einen Aktionsbonus und parken die ersten zwei Stunden kostenlos.
Kunden ohne Registrierung können die Parkgebühren auch mit dem Smartphone begleichen. Dafür müssen sie einen QR-Code im Parkhaus scannen und können anschließend per Debit- oder Kreditkarte, ApplePay oder GooglePay bargeldlos bezahlen.n
APCOA baut Parkhäuser zu Urban Hubs um und forciert die Digitalisierung. Zugleich setzt der Parkhausbetreiber auf E-Mobilität. APCOA Group-CEO Philippe Op de Beeck sieht einen positiven Imagewandel der Branche, zu dem diese Maßnahmen einen Beitrag leisten.
Nach einem Jahr ohne Messen war APCOA bei der diesjährigen EXPO REAL vom 11. bis 13. Oktober wieder vertreten. Auf der internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München präsentierte der europaweit tätige Parkraumbetreiber auf seinem Stand unter anderem die Umwandlung von Parkhäusern zu Urban Hubs. Philippe Op de Beeck, CEO der APCOA PARKING Group, zeigte sich mit dem Messeauftritt sehr zufrieden: „Wir sind froh, teilgenommen zu haben.“ Es sei besser als erwartet gelaufen. Die Motivation, bei der Expo Real dabei zu sein, sei nach der corona-bedingten Pause offenbar besonders hoch gewesen, so seine Wahrnehmung. Trotz der Lockdowns mit Monaten leerer Parkplätze war APCOA nicht untätig. „Wir haben 2020 einen Rekord aufgestellt, was die Akquisition neuer Objekte angeht“, so Op de Beeck gegenüber Parken aktuell. Der gut vorbereitete Auftritt auf der diesjährigen EXPO REAL sorgte für weitere Akquisitionen und trug seinen Teil dazu bei, dass die Pipeline von APCOA „so gut gefüllt ist“ wie noch nie.
Ladestationen für E-Scooter und E-Bikes
Künftig könnten aus den neuen Standorten auch Urban Hubs werden, wie sie APCOA in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Akkuladedienst Swiftmile bereits betreibt. Die dort eingerichteten Lademöglichkeiten für E-Scooter und E-Bikes nutzt TIER Mobility, um seine E-Scooter aufzuladen. Am 21. September stellten APCOA, Swiftmile und die Stadt Stuttgart die Geräte bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Rahmen der Stuttgarter Mobilitätswoche vor. Im ersten Schritt wurden die Swiftmile-Stationen in vier Stuttgarter Parkhäusern installiert. Weitere gemeinsame Projekte in ganz Europa sollen folgen. David Müller, Director Urban Hubs bei APCOA Parking Deutschland, sieht darin „einen Beitrag zur Verkehrswende und damit auch zum Klimaschutz“. Colin Roche, CEO bei Swiftmile, sagt: „Die strategisch platzierten Swiftmile-Stationen werden dazu beitragen, den Anteil nachhaltiger Verkehrsmittel in Stuttgart und anderen Städten zu erhöhen.“ Austauschbare Batterien und ein dezentrales Ladenetzwerk sollen eine aufwändige Ladelogistik überflüssig machen, bei der die Batterien der E-Scooter zum Aufladen in zentrale Lagerhäuser gebracht werden müssen.
Kooperation mit TIER Mobility
Kurz nach der Stuttgarter Mobilitätswoche gab APCOA eine internationale strategische Zusammenarbeit mit TIER Mobility bekannt. Nach dem Auftakt in Stuttgart kam Düsseldorf mit Ladeschränken für E-Scooter an APCOA-Häusern hinzu. Weitere gemeinsame Standorte in Deutschland und Europa sollen folgen, darunter in Kürze Berlin, Köln und Hamburg. APCOA-CEO Philippe Op de Beeck erläutert den Hintergrund der Zusammenarbeit: „Die On-Demand-Economy und auch Service Provider brauchen Infrastruktur für die Nähe zu ihren Kunden auf der letzten Meile und eine nachhaltige Logistik. Lagerhallen oder leerstehende Einzelhandelsflächen sind eine Möglichkeit. Parkhäuser sind unkomplizierter und billiger.“ Statt wie andere Anbieter die Fahrzeuge täglich in einem großen Lager am Stadtrand mit Strom zu versorgen, setze TIER auf viele kleine Ladepunkte in zentraler Lage. „Die Partnerschaft mit TIER zeigt, wie wir mit innovativen Konzepten neue Zielgruppen zur Nutzung unserer Parkhäuser erschließen”, ergänzt Hansjörg Votteler, Geschäftsführer der APCOA PARKING Deutschland GmbH. Ioana Freise, Head of Cities in Deutschland bei TIER, sagt: „Durch die Zusammenarbeit mit APCOA können wir Wegstrecken und Emissionen deutlich reduzieren. Unser Ziel ist es, dass unsere Mitarbeiter künftig 80 Prozent der Düsseldorfer E-Scooter-Flotte in maximal zehn Minuten Fahrzeit erreichen. Darüber hinaus schaffen wir durch die Kooperation mit APCOA zusätzliche Parkflächen für Mikromobilität in der Nähe des Parkhauses und ermöglichen einen bequemen Umstieg vom Auto auf den E-Scooter für die letzte Meile.”
Digitalisierung als Erfolgsstrategie
Neben den Hubs ist Digitalisierung ein weiteres zentrales Thema für APCOA. Das zeigte auch der EXPO REAL-Auftritt. Es sei die klar ausgerufene Strategie, weiter in digitale Projekte zu investieren, betont CEO Philippe Op de Beeck im Gespräch mit Parken aktuell. Er verweist auf Norwegen, wo die technologie-getriebene Transformation am weitesten fortgeschritten sei. Dort habe APCOA bereits heute kein einziges Objekt mehr mit Schranke, sondern ausschließlich automatische Kennzeichenerkennung. „Aber auch in Deutschland werden wir in drei bis fünf Jahren keine neuen Objekte mit Schranken mehr bauen“, so Op de Beeck weiter. Man sehe sich hier in einer Marktführerrolle. Im Bestand werde der Umbau allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Eine andere Zukunftstechnologie, die APCOA in mehreren Pilotprojekten mit vorantreibt, ist das Automated Valet Parking (AVP). Im Rahmen des ITS Weltkongresses in Hamburg vom 11. bis 15. Oktober präsentierte der Parkraumbetreiber, wie AVP funktioniert. Im Parkhaus der Elbphilharmonie fanden Live-Vorführungen statt, bei denen handelsübliche Pkw ihren Weg durch das Parkdeck zu einem freien Stellplatz fahrerlos absolvierten. Ohne dass ein Mensch eingreifen musste, wichen die Autos auch überraschenden Hindernissen aus und parkten schließlich punktgenau ein. Die Demonstration im Elphi-Parkhaus war der Abschluss des Forschungsprojekts SynCoPark. APCOA-Geschäftsführer Hansjoerg Votteler sagt: „In einigen Jahren wird es völlig normal sein, dass sich intelligente Fahrzeuge selbständig ein- und ausparken.“ CEO Op de Beeck pflichtet ihm bei und glaubt, dass in fünf bis zehn Jahren so gut wie alle neuen Autos AVP beherrschen. „Der Vorteil wäre, dass viel mehr Autos in ein Parkhaus passen“, so Op de Beeck. Nach APCOA-Prognosen ließe sich der vorhandene Parkraum in Garagen auf diese Weise um rund 20 Prozent effizienter nutzen.
Optimistischer Blick in die Zukunft
Strategisch sieht sich APCOA weiter auf Wachstumskurs und könne sich dabei auf die Unterstützung einer starken Investorengruppe verlassen. Seit Op de Beecks Antritt als CEO am 1. April 2016 sei die APCOA PARKING Group bis 2020 jedes Jahr durchschnittlich über zehn Prozent gewachsen, was die Profitabilität angeht. „Rund 70 Prozent unseres Wachstums war organisch, das heißt ohne Firmenzukäufe“, betont Op de Beeck. Sein Blick in die Zukunft fällt optimistisch aus. Neben den Akquise-Erfolgen sieht Op de Beeck auch in der Elektromobilität und dem politisch gewollten Wegfall von öffentlichen Straßenparkflächen Potenzial für Parkhausbetreiber. Das klassische Parking Management reiche künftig jedoch nicht aus. „Das Business ändert sich“, so Op de Beecks Befund.
Gut geplante und professionell durchgeführte Sanierungen können die Attraktivität eines Objektes deutlich erhöhen und seine Wirtschaftsfähigkeit langfristig gewährleisten. Deshalb prüft Contipark seine Bestandsobjekte regelmäßig auf möglichen Sanierungsbedarf und führt bei dessen Vorliegen entsprechende Maßnahmen durch – von punktuellen Arbeiten bis hin zu umfassenden Generalsanierungen.
Jüngstes Beispiel ist das 1980 errichtete Aachener Parkhaus „Lothringerstraße“. Ende September 2021 wurde das Objekt wieder vollständig freigegeben – nachdem es zuvor für die notwendigen Arbeiten komplett geschlossen worden war. Dabei handelte es sich um das erste Mal in der Unternehmensgeschichte von Contipark, dass eine Parkeinrichtung für eine Sanierung komplett gesperrt wurde. Bislang wurden immer nur Teilbereiche saniert, während andere nutzbar blieben, anschließend wechselten die Bereiche. Im Falle des Parkhauses „Lothringerstraße“ in Aachen entschied sich das Unternehmen gemeinsam mit dem beteiligten Bauunternehmen Züblin und den zuständigen Planern, der pbb Planung + Projektsteuerung GmbH, der Verheyen – Ingenieure GmbH & Co. KG und HPI HIMMEN Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, das Objekt komplett zu schließen, um die Sanierungsarbeiten direkt im großen Maßstab angehen zu können.
Umfassende Betoninstandsetzung
Zu diesen Arbeiten gehörten unter anderem eine umfassende Betoninstandsetzung und die Erneuerung haustechnischer Anlagen wie der Lüftungsanlage, des Entwässerungssystems und der Elektrik. Hier wurde unter anderem eine neue, energiesparende LED-Beleuchtung im kompletten Objekt realisiert. Aber auch von außen erstrahlt das Parkhaus nun in neuem Glanz – dank Fassadenreinigung, einer Neugestaltung der Einfahrtsbereiche und diverser Malerarbeiten. Die Parkierungsanlagen ist im Zuge der Sanierung erneuert worden und bietet Autofahrern ab sofort einen besonders hohen Parkkomfort.
Nach rund anderthalb Jahren Vollsperrung war im Februar dieses Jahres bereits ein Teil des Parkhauses wieder zur Nutzung freigegeben worden. Vor dieser Teileröffnung hatte die Corona-Pandemie zeitweilig für einen Baustopp gesorgt und damit alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen gestellt. Dank eines vor Projektstart erstellten Teamkonzepts und intensiver Abstimmung zwischen Contipark, den beteiligten Planern und dem Bauunternehmen konnte das Projekt trotz dieser Erschwernis dennoch erfolgreich durchgeführt und beendet werden.
Bis zum Herbst fanden noch Restarbeiten statt, zu denen vor allem die Beschichtung der Parkhausböden mit einem Spezialsystem gehörte. Mit Abschluss aller Arbeiten im September steht die Parkeinrichtung Autofahrern nun wieder vollumfänglich zur Verfügung. Auf sieben Ebenen bietet sie insgesamt 342 Stellplätze, darunter auch gesondert ausgewiesene Stellflächen für mobilitätsbeeinträchtigte Personen und Frauen.
Das baulich und technisch generalüberholte Parkhaus „Lothringerstraße“ gehört zu den zahlreichen Eigentumsobjekten Contiparks. Mit seiner attraktiven Innenstadtlage unweit des historischen Stadtzentrums ist es ein gefragter Anlaufpunkt sowohl für Einwohner als auch für Gäste der Stadt. Diese können das Objekt über zwei Einfahrten ansteuern – einmal über die namensgebende Lothringerstraße und einmal über die Theaterstraße.
Sanierungen in Fürth und Köln
Dabei ist das Parkhaus nicht das einzige Objekt im Bestand von Contipark, das 2021 umfassend saniert worden ist. Erst kürzlich wurde in Fürth die Tiefgarage „FLAIR“ nach ebenfalls rund anderthalb Jahren Sanierung wiedereröffnet. Mit seiner großzügigen Gestaltung lockt das Objekt – gemeinsam mit dem gleichnamigen Shoppingcenter – zahlreiche Kunden in die Fürther Innenstadt. In Köln konnte im August die Tiefgarage „Opern Passagen“ nach mehrmonatigen Sanierungsarbeiten wieder vollständig für den Publikumsverkehr freigegeben werden. Hier profitieren Autofahrer unter anderem von der neuen, modernen LED-Beleuchtungsanlage, die alle drei Parkebenen des Objektes in angenehm helles und gleichmäßiges Licht taucht.
Contipark plane Sanierungen stets individuell und bedarfsorientiert, so das Unternehmen. So könne sichergestellt werden, dass nicht nur die bauliche Substanz aufgewertet, sondern auch das Parkerlebnis für die Kunden deutlich komfortabler gestaltet wird – beispielsweise durch eine Optimierung der Wegeleitung oder eine Verbreiterung der Stellplätze. Contipark finanziert, entwickelt und investiert dabei nicht nur in Bestandsobjekte, sondern auch in neu erworbene Parkeinrichtungen – sowohl in Eigentums- als auch in Pachtobjekte.
Das sanierte und generalüberholte Parkhaus „Lothringerstraße“ in Aachen.
Das jährlich durchgeführte Kompetenzforum Parken 2021 erlebte im vergangenen Jahr seine virtuelle Premiere als reine Videokonferenz. Dieses Jahr konnte der Bundesverband Parken e.V. zumindest 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder leibhaftig in Würzburg begrüßen. Auf der Agenda stand ein kurzweiliges Vortragsprogramm, das thematisch gut strukturiert war – und Anlass zu lebendigen Diskussionen gab.
„Einblicke und Ausblicke“ hatte Moderator Johannes Keppner zu Anfang des Kompetenzforums in Würzburg versprochen. Und die Präsentationen aus den beiden Themenschwerpunkten „Elektromobilität“ sowie „Innerstädtischer Verkehr“ erfüllten diesen Anspruch auch, waren entweder betont visionär oder zeichneten sich durch einen starken Praxisbezug aus. Aufgelockert wurde das Redeprogramm durch eine eingeschobene Podiumsdiskussion – ein Novum beim Kompetenzforum wie auch der zusätzliche Livestream für alle, die nicht vor Ort dabei sein konnten oder wollten. Aufgrund der pandemischen Lage war das Kartenkontingent auf 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkt.
Ladeinfrastruktur unabdingbar
Der erste Block der Tagung befasste sich in zwei Vorträgen mit der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Mit seinem Titel „Electrify my Parkhaus“ machte Auftaktredner Manfred Schmid von der i-sme GmbH keinen Hehl daraus, dass er Ladestationen in Parkhäusern für eine gute Idee hält. „Wir stehen an der Schwelle zu einer disruptiven Technologie“, sagte Schmid angesichts der dynamisch steigenden Zulassungszahlen für E-Autos. Das von der Kanzlerin ausgegebene Millionenziel wurde jüngst mit einem halben Jahr Verspätung erreicht, nun steht mit zehn Millionen bis 2030 der nächste große Schritt zur Elektrifizierung des Individualverkehrs im Raum. Folglich müsse die Ladeinfrastruktur ähnlich rasant mitwachsen. Schmid, dessen Firma aus einem Forschungsprojekt der Uni Stuttgart hervorgegangen ist, gab Tipps für eine konkrete Umsetzungsstrategie. Im ersten Schritt sei zu überlegen, wie viel Ladepunkte zur avisierten Nutzergruppe passen. Davon hängt der Umfang der Grundinstallationen wie Technikraum und Stromleitungen im Gebäude ab. Kabelführungen bis zu den Anschlusspunkten aller mittel- bis langfristig zu realisierenden Ladestationen sollten von Anfang an berücksichtigt werden, um ein einheitliches System für das gesamte Objekt zu gewährleisten und den baulichen Aufwand für Nachrüstungen zu minimieren. Schmid empfahl, das Gebäude vorab gemeinsam mit einem Experten vor Ort zu begehen. Sind die baulichen Gegebenheiten geklärt, sollte ein Lastmanagement ausgearbeitet werden. Je nach Tageszeit könne die erforderliche Leistung, der sogenannte Lastgang, variieren, erklärte Manfred Schmid. Multipliziert mit der Zahl der Ladepunkte ergibt sich daraus ein Gesamtbild in Bezug auf die Höhe der notwendigen Investitionen. Abschließend nannte Schmid Beispiele, wie sich Ladevorgänge abrechnen lassen. Der Experte dämpfte etwaige Hoffnungen auf ein neues Business: „Ich glaube nicht, dass Laden ein riesiges Zusatzgeschäft für Parkhausbetreiber wird.“ Dennoch sei es notwendig, weil diese Dienstleistung von immer mehr Kunden vorausgesetzt werde.
Parken-Branche entscheidet mit
Dr. Claudia Brasse stellte als zweite Rednerin eine aktuelle Studie vor, die sie mit ihrem Beratungsunternehmen innerhalb der Energiewirtschaft durchgeführt hat. Ihr Ausgangspunkt: nicht ausreichend vorhandene Ladeinfrastruktur als Engpassfaktor für den Hochlauf der E-Mobilität. Der Parken-Branche komme eine entscheidende Bedeutung zu, hier Abhilfe zu schaffen, so ihre These. Wichtige Partner bei der Schaffung eines neuen Ökosystems rund um die Elektrofahrzeuge seien Kommunen, Netz- sowie Plattformbetreiber. In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit schloss sie sich ihrem Vorredner prinzipiell an: E-Tankstellen seien als Geschäftsmodell „nicht so attraktiv“, dennoch könnte sich die Rentabilität künftig verbessern, so Dr. Brasse. Drei bis acht Prozent Rendite für Betreiber von Ladestationen hält die Expertin perspektivisch für realistisch. Die anschließende Podiumsrunde befasste sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit den angestoßenen Fragen zur Ladeinfrastruktur und lotete mögliche Schnittmengen aus. Neben Dr. Claudia Brasse diskutierten Markus Emmert, Vorstand Bundesverband eMobilität e.V., Dr. Meike Niedbal, Leiterin Produkt- und Portfoliomanagement DB Station & Service AG, Tobias Wolny, Leiter External Affairs British Petrol Europa SE sowie vom Bundesverband Parken e.V. der Vorsitzende Michael Kesseler und der stellvertretende Vorsitzende Gerald Krebs.
Wieder in Präsenz: Kompetenzforum Parken 2021 in Würzburg.
Keine erhöhte Brandgefahr
Marcus Egelhaaf und Lars Inderthal von der DEKRA Unfallforschung widersprachen kursierenden Schreckensmeldungen in Bezug auf Elektroautos: „Die Crash-Sicherheit ist auf dem Niveau klassischer Fahrzeuge.“ Dies ist das Ergebnis umfangreicher Crash-Tests mit vier verschiedenen E-Fahrzeugen, die sie in spektakulären Filmausschnitten präsentierten. Größere Gefahr besteht aus Sicht der Experten hingegen beim Laden, insbesondere bei kleineren Wallboxen bis 11 kW oder beim Aufladen über die Steckdose. Die Empfehlung der DEKRA-Experten: In öffentlichen Garagen sollte das Aufladen von Elektrofahrzeugen ausschließlich über speziell dafür geschaffene und geprüfte Elektroinstallationen erfolgen. Mithin sei also eher ein defektes Ladekabel oder eine mangelhafte Wallbox Brandauslöser und nicht das vermeintlich „böse Elektroauto“. Eine dezidierte Risikoeinschätzung durch die beiden Fachleute ergab keine wesentlichen Unterschiede zwischen Elektroauto und Verbrenner. Auch die Brandlast der unterschiedlichen Antriebstypen sei vergleichbar: Den größten Anteil beim Brennmaterial haben demnach Kunststoffe und Gummi, wovon in verschiedenen Fahrzeugtypen ähnlich viel verbaut ist. Die größte Gefahr sei bei allen brennenden Autos die daraus resultierende Rauchentwicklung. Das Löschen von Elektroautos sei für die Feuerwehren mittlerweile beherrschbar. Eine elektrische Reaktion mit Löschwasser sei bei abgestellten Fahrzeugen „ein Märchen“, so Lars Inderthal. Eine Gefahr beim Löschen mit Wasser bestehe hingegen während des Ladevorgangs. Fazit des DEKRA-Duos: „Zusammenfassend können wir festhalten, dass die ‚Brandgefahr Elektrofahrzeug‘ in den Griff zu bekommen ist und sich nicht wesentlich von dem unterscheidet, was wir von Verbrennungsfahrzeugen kennen.“
Staustadt München
Im zweiten Themenschwerpunkt zum innerstädtischen Verkehr befassten sich zwei Redner explizit mit der Stauproblematik in der bayrischen Landeshauptstadt. „München erstickt im Stau“, stellte Prof. Dr. Oliver Falck vom ifo Institut der Universität München eingangs fest. Der Lehrstuhlinhaber schlägt deshalb eine Anti-Stau-Gebühr vor. Dies ist das Ergebnis von Simulationen auf Basis von detaillierten Mobilitätsdaten eines Mobilfunkanbieters. Damit bildeten die Forschenden die Verkehrssituation in München sehr realitätsnah ab. Es wurde ermittelt, wie sich die Verkehrsteilnehmer als Homo Oeconomicus verhalten würden, wenn für Fahrten innerhalb des mittleren Münchener Rings eine Tagespauschale von sechs Euro fällig würde. Das simulierte Resultat: 30 Prozent weniger Verkehr und keine Staus mehr. Berufspendler würden noch mehr im Home-Office arbeiten oder auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Eine Erhöhung der Parkgebühren wäre weit weniger wirksam, so der Professor. Im Realbetrieb habe eine ähnliche Maßnahme bereits vergleichbare Erfolge gezeitigt. So habe man in Stockholm nach Einführung einer City-Maut 20 Prozent weniger Verkehr gemessen und keine Staus mehr zu verzeichnen. Prof. Falck will die von ihm entwickelte Anti-Stau-Gebühr dennoch nicht als City-Maut verstanden wissen. Es handle sich vielmehr um eine Kompensation der durch Straßenverkehr anfallenden Kosten bei Dritten und damit um eine gerechte Umverteilung. Die Gebühr sei auch kein Verbot, da man frei entscheiden könne. Um den Vortrag des Forschers entspann sich eine kontroverse Diskussion. Dass sich in der Stadt mit den meisten Staus in Deutschland etwas ändern muss, darüber herrschte Einigkeit. Doch in mehrere Wortmeldungen kamen Zweifel auf, ob die vorgestellte Gebühr letztlich nichts anderes als eine verkappte City-Maut sei. Diese wird von vielen Parkhaubetreibern und Einzelhandelsvertretern kategorisch abgelehnt. Prof. Falck erwiderte, dass viele Kunden längst nicht mehr mit dem Auto zum Einkaufen kommen. Wie die Situation in München aus behördlicher Sicht gehandhabt wird, schilderte Georg Dunkel, Mobilitätsreferent in der Landeshauptstadt. Er stellte eine Mobilitätsstrategie zur Verkehrswende in der Millionenstadt vor, die den „Abschied von der autogerechten Stadt“ postuliert und darauf abzielt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Hierfür seien flächeneffiziente Verkehrsmittel wie ÖPNV, Fuß- und Radverkehr besser geeignet als Autos. Deshalb wolle München massiv in den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel investieren und deutlich mehr baulich getrennte Radwege schaffen. Attraktiv werden soll der Abschied vom eigenen Pkw auch durch Mobility-as-a-Service-Angebote, nutzbar über eine zentrale App. Eine Steuerungswirkung verspricht sich der Mobilitätsreferent auch von der Ausweitung des Parkraummanagements sowie höheren Parkgebühren, auch für das Anwohnerparken. Gleichzeitig soll das On-Street-Parken reduziert werden, insbesondere in Münchens Altstadt. Einhergehen soll das mit einer optimierten Auslastung der vorhandenen Parkhäuser. In den Wohnquartieren sollen vermehrt Quartiersgaragen für eine Entlastung der Straßen sorgen. Zum Schluss seines Vortrags zitierte Georg Dunkel aus dem Positionspapier des Bundesverbandes Parken und lobte: „Ich freue mich, dass Sie Mobilitätshäuser empfehlen.“
So viele Autos wie nie zuvor
Einen Kontrapunkt setzte Dr. Michael Haberland vom Auto-Verband Mobil in Deutschland e.V., indem er autofreien Innenstädten und City-Mauts eine deutliche Absage erteilte. Er verwies darauf, dass es mit rund 48,3 Millionen Pkw (Anm. d. Red.: Fahrzeugbestand laut Kraftfahrtbundesamt vom 1. Januar 2021) noch nie so viel Autos gab wie heute und das Auto damit das Verkehrsmittel Nummer 1 bleibe. Theorie und Praxis klafften vielfach stark auseinander. Seine Ansage: „Städte funktionieren nur mit Mobilität. ‚Autos raus‘ macht Städte unattraktiv.“ Haberland plädierte für eine freie Wahl der Verkehrsmittel und ein Ineinandergreifen unterschiedlicher Verkehrsträger. Auch das Parken müsse attraktiv sein und der Parksuchverkehr reduziert werden. Attraktive Stadtzentren sind das Kernanliegen der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V., für die Frank Simon in Würzburg sprach. Lebensqualität sei die „zentrale Währung“ einer Stadt, so leitete der Verbandsreferent seine Ausführungen ein. Wie sich öffentlicher Raum positiv inszenieren lässt, zeigte Simon anhand von gelungenen Beispielen aus deutschen Städten. Parkhäuser können dabei ein Teil der Lösung sein, um die Erreichbarkeit von Innenstädten zu erhalten und gleichzeitig Freiflächen zu schaffen. Dabei seien Sauberkeit, Sicherheit und Service der Parkierungsanlagen wichtig. Schließlich werde das Parkhaus als „Tor zur Stadt und Welcome Center“ wahrgenommen.
Hybridveranstaltung: Das Kompetenzforum wurde auch als Livestream übertragen.
EAR 2022 und Varianten von Parkhausdecken
Zwei weitere Vorträge waren thematisch außerhalb der beiden großen Komplexe „Elektromobilität“ und „Innenstadt“ angesiedelt. Mirko Wendler von der gleichnamigen Beratungsfirma gab einen kurzen Überblick über die Neufassung der EAR 2022. 16 Jahre hat die herausgebende Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV unter Mitwirkung von Experten wie Dipl.-Ing. Mirko Wendler daran gearbeitet. In Kürze wird die alte Ausgabe aus dem Jahr 2005 abgelöst. Ebenfalls mitgearbeitet an der EAR 2022 hat Dr.-Ing. habil. Ilja Irmscher von der GIVT mbH. Er ging in seiner Präsentation auf unterschiedliche Typen von Parkhausdecken ein. Im Wesentlichen seien drei Varianten zu unterscheiden: Decken aus Ortbeton, universell skalierbare Systembauweisen mit Fertigteilen sowie Parkhäuser aus industriell vorgefertigten Betonelementen. Auch alternative Bewehrungen wie Edelstahl, Glasfasern oder Carbon erwähnte Dr. Irmscher ebenso wie Holzdecken. „Parkhaus ist nicht gleich Parkhaus“, sagte der in der Parken-Branche bekannte Experte und machte darauf aufmerksam, dass kein Bauwerk wartungsfrei sei. Für die Lebensdauer sei ein Instandhaltungsplan deshalb unabdingbar, je nach Ausführung auch geeignete Abdichtungs- und Oberflächenschutzsysteme. Beton sei eben nicht „unkaputtbar“.
Rückblick und Ausblick
Bei seiner Begrüßung hatte Michael Kesseler, der Vorstandsvorsitzende im Bundesverband Parken e.V., daran erinnert, dass er vor einem knappen Jahr hauptsächlich in Kameras gesprochen hatte. Nach monatelangen Lockdowns und Schließungen sei es umso erfreulicher, das Kompetenzforum wieder in Präsenz durchzuführen. Weitere Vor-Ort- Veranstaltungen werden im kommenden Jahr hoffentlich folgen. Der Vorsitzende warb schon jetzt für die Fachtagung des BV Parken, die für den 23. Juni 2022 auf dem Petersberg bei Bonn terminiert ist, sowie für den 20. EPA-Kongress vom 12. bis 14. September 2022 in Brüssel, zu dem der europäische Dachverband der Parken-Branche einlädt. Das nächste Kompetenzforum Parken findet am 30. November 2022 erneut im Congress Centrum Würzburg statt.