Freitag, 1. Juli 2022

Passantenfrequenz: Drei deutsche Städte in der Spitzengruppe

Die zweite paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz, die BNP Paribas Real Estate in Zusammenarbeit mit LOCATUS veröffentlicht hat, analysiert die Passantenzahlen in den Haupteinkaufsstraßen von 34 europäischen Großstädten.

Der Bericht bietet eine Momentaufnahme der allgemeinen Marktsituation in den Luxusmeilen der 34 wichtigsten europäischen Metropolen. Die Passantenfrequenz zählt zu den Hauptindikatoren in Bezug auf die Umsatzstärke eines Einzelhandelsstandorts, sie ist jedoch allein betrachtet nicht aussagekräftig genug. Die wichtigste Kennzahl einer Einzelhandelslage ist die Konversionsrate (Verhältnis zwischen Passantenzahl und konkreten Käufen). So können in manchen Gegenden mit einer geringeren Passantenfrequenz (etwa in einigen Luxus-Einkaufsstraßen) trotz einer niedrigeren Kundenzahl höhere Umsätze erzielt werden.

„BNP Paribas Real Estate freut sich, nun die zweite paneuropäische Studie zur Passantenfrequenz vorlegen zu können. Die Ergebnisse der Analyse deuten darauf hin, dass sich ein gewisses Maß an Normalität in den europäischen Innenstädten wieder einstellt: Der stationäre Handel ist insbesondere in den Innenstädten nach wie vor attraktiv. Zudem werden dort aktuell eine Reihe neuer Einzelhandelsmodelle und -formate erfolgreich etabliert”, sagt Patrick Delcol, Head of Pan European Retail bei BNP Paribas Real Estate.

Passantenzahlen in den 40 wichtigsten Einkaufsstraßen: Hauptstädte und regionale Städte

Betrachtet man die Top-40-Einkaufsstraßen der 34 untersuchten europäischen Metropolen, so schneiden deutsche Städte bei der Passantenfrequenz im Stadtzentrum ausgezeichnet ab, wobei Köln den ersten Platz im Ranking belegt. München und Frankfurt folgen (hinter London) auf den Positionen drei und vier.

Köln, München und Frankfurt sind unter den Top 5 der Städte mit den meist-frequentierten Einkaufsstraßen Europas. – Grafik: BNP Paribas Real Estate

Als touristischer Hotspot ist Barcelona weiterhin in den Top 10 der wichtigsten Einkaufsstraßen in Europa vertreten, verliert aber im Vergleich zu 2017 an Boden gegenüber Madrid. Auch Rom verzeichnet eine allmähliche Erholung des Tourismus. In Belgien steht die Einkaufsstraße Meir in Antwerpen hinsichtlich der Passantenzahlen weiterhin an der Spitze des Rankings, gefolgt von der Rue Neuve in Brüssel. Auch Manchester (22) und Bilbao (24) nehmen gute Plätze im Ranking ein, was auf ihre hohe regionale Anziehungskraft zurückzuführen ist.

Mischnutzung in Stadtzentren auf dem Vormarsch

Projekte mit Mischnutzung werden in ganz Europa zur Norm. Die Städte unterstützen diese Entwicklung, da sie sich um eine Aufwertung der Innenstädte und um eine Wiederbelebung vernachlässigter Stadtteile bemühen. Entsprechende Immobilien sind sehr beliebt, da sie unterschiedliche Personengruppen (Kunden, Büroangestellte und Anwohner) anziehen und so für eine kontinuierlich hohe Passantenfrequenz sorgen. Investoren und Projektentwickler richten ihren Fokus verstärkt auf diese Objekte, da diese innerstädtische Grundstücke aufwerten, eine finanzielle Diversifikation herstellen und der öffentlichen Forderung nach einer nachhaltigeren Bauweise nachkommen. Die entsprechenden Umgestaltungsprojekte umfassen Büro- und Wohngebäude, Restaurants, Geschäfte, Hotels sowie Grün und Erholungsflächen und schaffen so ein umfassendes Ökosystem für lokale und ausländische Kunden und Besucher, die Wert auf ein vielfältiges Stadterlebnis legen.

Städte fördern urbane Mobilität, um den Zugang zu Innenstädten zu erleichtern

Die Themen Klimapolitik, Nachhaltigkeit und Verbesserung der urbanen Lebensbedingungen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Agenda, weshalb in ganz Europa eine Vielzahl an Projekten zur Umsetzung der Mobilitätswende vorangetrieben werden. Da immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten, können sie selbst entscheiden, ob sie ins Büro im Stadtzentrum fahren. Deshalb versuchen die Städte den Pendelverkehr aus dem Umland möglichst komfortabel zu gestalten, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Städte wie Mailand, Stockholm, Lissabon und Barcelona, die auf den PKW-Verkehr ausgerichtet sind, wenden sich zunehmend neuen Mobilitätskonzepten zu.

Durch die neuen Mobilitätsstrategien werden zudem die Einzugsgebiete erweitert, da sie potenziellen Kunden den Zugang zum innerstädtischen Einzelhandel ermöglichen. Fahrradwege, die schon heute einen wesentlichen Baustein darstellen, werden zum Herzstück der städtischen Verkehrsnetze.

In Städten wie Brüssel und Wien werden im Rahmen der neuen Verkehrskonzepte weitere autofreie Zonen geschaffen und Straßen als Fußgängerzonen ausgewiesen, was zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses beiträgt. Um den internationalen Tourismus wieder stärker zu fördern, haben Städte wie London, Budapest, Mailand und Paris daher beispielsweise die Zahl der Events und Veranstaltungen erhöht, um so einzigartige Erlebnisse zu bieten. Dabei setzt unter anderem Paris auf internationale Sportveranstaltungen, wie die Olympischen Spiele 2024, um den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben und die Lebensqualität zu verbessern.

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