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Weiterentwicklung der Ladebordsteine

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Die Stadt Köln hat gemeinsam mit der RheinEnergie-Mobilitätstochter TankE GmbH und der Rheinmetall AG – Entwicklerin des Ladebordsteins – drei neue Ladevorrichtungen in Köln-Lindenthal in Betrieb genommen.

Einen der neuen Ladebordsteine haben die Betreiber mit einem neuen modularen Kabelschutzelement ausgestattet. Dazu läuft nun erstmals ein Pilotbetrieb, um die Effekte zu testen.

Ohne Tiefbauarbeiten

Das von Rheinmetall entwickelte Produkt ermöglicht eine geschützte Verlegung von Strom- und Kommunikationsleitungen direkt unter Gehwegplatten ohne aufwendige Tiefbauarbeiten. Das neue Element wird im Pilotprojekt zwischen Zähleranschlusssäule und Ladebordstein getestet, um Erfahrungen im öffentlichen Raum zu sammeln. Damit beabsichtigt die Stadt, klassische Erd- und Anschlussarbeiten im Untergrund und den damit verbundenen Aufwand sowie die hohen Kosten zu reduzieren.

Zudem soll damit die Gefahr verringert werden, Leitungen bei künftigen Tiefbauarbeiten zu beschädigen, da das System sichtbar, leicht zugänglich und temporär entfernbar ist. Leitungen können laut Anbieter unkompliziert ergänzt oder entfernt werden, ohne eine Baumaßnahme, es reiche das Anheben der Gehwegplatten und das Öffnen des Moduldeckels. Auch für Glasfaser- oder andere nachträgliche Kabelverlegungen könnte sich das System eignen.

Bilanz zu den Ladebordsteinen

Zusätzlich testen Experten unterschiedliche Farbvarianten, um Erkenntnisse zu Sichtbarkeit, Integration ins Stadtbild und Robustheit zu gewinnen. Ziel sei es, das System noch weiter zu verbessern, um den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur zu forcieren. Zudem will man den Aufwand für Installation und Betrieb minimieren.

Die bundesweit ersten Ladebordsteine im öffentlichen Raum gingen im April 2024 in Köln an den Start. Die Pilot-Ladebordsteine hat man rund ein Jahr lang erfolgreich getestet. Vier Ladepunkte erreichten innerhalb eines Jahres über 2.800 Ladevorgänge und eine technische Verfügbarkeit von über 99 Prozent. Eine Nutzerbefragung mit rund 100 Teilnehmern ergab eine Bewertung von 4,38 von fünf Punkten. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt ist der Ladebordstein nun als Serienprodukt verfügbar.

Vereinfachte Installation: Beim Anschluss eines neuen Ladebordsteins in Köln
kamen neue Kabelschutzelemente zum Einsatz.
© TankE GmbH

Smart Parken mit Ultraschallsensor SONICI

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Der Ultraschallsensor vom Typ SONICI RGB wird zur Einzelplatzerfassung für die Erkennung des Belegungsstatus von Parkplätzen genutzt.

Bei MSR-Traffic in Niederbayern geht es bunt zu. Besonders helle, farbige LEDs zeigen den Status – belegt, nicht belegt, reserviert – des Einzelplatzes an. Das besondere Highlight: Für die Konfiguration der LEDs besteht eine millionenfache Farbauswahl.

Status des Stellplatzes in Echtzeit

Der Sensor und die LEDs befinden sich in einem Gehäuse. Die Überwachung des Einzelparkplatzes mit Detektieren des Status und Übertragung der Informationen erfolgt laut dem Anbieter in Echtzeit via Controller und Steuersoftware. Der Belegungszustand wird über die integrierten RGB-LEDs visualisiert.

Smart Parken mit Ultraschallsensor SONICI

Auf der Basis der Ultraschallentfernungsmessung ermittelt der Sensor den Abstand zum Boden oder Fahrzeug. Das Ergebnis dieser Messung wird via Controller and die Steuerungssoftware PGCC übertragen. Weitere Vorteile des Produkts seien die hohe Lebensdauer, wartungsarmer Betrieb und eine unkomplizierte Inbetriebnahme. Installiert werden die Sensoren in einem Gehäuse für Decken- oder Trassenmontage.

Smart Parken mit Ultraschallsensor SONICI
Weitere Artikel zu SONICI lesen Sie -> hier

Ultraschall-Sensor SONICI: MSR-Traffic stellt über 16 Millionen Farbtöne zur Verfügung.
© MSR-Traffic

Goldbeck inspiziert Kaufland-Parkhäuser

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Die auf Bewirtschaftung und Revitalisierung von Parkimmobilien spezialisierte Goldbeck Parking Services GmbH führt regelmäßige Generalinspektionen an 13 Kaufland-Parkhäusern durch.

Die im gesamten Bundesgebiet gelegenen Parkimmobilien mit insgesamt 3.600 Stellplätzen werden im Rahmen eines auf fünf Jahre angelegten Vertrags jährlich gemäß den anerkannten DBV-Merkblättern fachkundig inspiziert.

Die systematische Zustandskontrolle ist Teil eines langfristig angelegten Instandhaltungskonzepts, das auf Werterhalt, Betriebs- und Verkehrssicherheit ebenso wie frühzeitige Schadenserkennung ausgerichtet ist.

Regelmäßige Kontrollen sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit

„Parkimmobilien sind kontinuierlich vielfältigen Beanspruchungen ausgesetzt – etwa aufgrund hoher Nutzungsfrequenz, durch Witterungseinflüsse, den Einsatz von Tausalzen oder das zunehmende Gewicht moderner Fahrzeuge“, erklärt Gregor Hensel, Geschäftsführer der Goldbeck Parking Services GmbH.

„Regelmäßig und fachkundig durchgeführte Inspektionen sind kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit von Parkimmobilien“, betont Steffen Neuhorn, Abteilungsleiter Maintenance and Refit.

Die Goldbeck Parking Services GmbH bietet ein ganzheitliches Dienstleistungs- und Management-Portfolio rund um Parkhäuser und Parkflächen in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Parkraum- und Mobilitätsmanagement, Betrieb, Bewirtschaftung und technische Services für Parkobjekte sowie die Integration moderner Mobilitätslösungen.

Goldbeck inspiziert Kaufland-Parkhäuser. Weitere Artikel zum Unternehmen Goldbeck Parking Services lesen Sie -> hier

Goldbeck inspiziert Kaufland-Parkhäuser. 13 Kaufland-Parkhäuser werden im Rahmen eines Instandhaltungskonzepts regelmäßig in Augenschein genommen (Symbolbild).
© Eugene Lim/Shutterstock.com

„Parkticket und Schranke werden verschwinden“

Interview mit Maximilian Schlereth (CEO) und Stefan Schenk (CCO) von Peter Park

Great Hill Partners, eine US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft, hat eine Mehrheitsbeteiligung an der Peter Park System GmbH erworben. Mit der Investition steigt das Wachstumskapital des Anbieters für digitales, schrankenloses Parkraummanagement auf über 100 Millionen Euro, was die Marktpräsenz des in München ansässigen Scale-ups weiter stärken soll. Wir sprachen mit den Mitgründern Maximilian Schlereth (CEO) und Stefan Schenk (CCO) über diese Entwicklung und weitere Trends in der Parkraumbewirtschaftung.

Die Interviewpartner:

Maximilian Schlereth ist als CEO für die strategische Ausrichtung von Peter Park verantwortlich. Er treibt die langfristige Unternehmensvision voran und gestaltet zentrale Partnerschaften.

Stefan Schenk ist als CCO zuständig für Business Development und Wachstum. Sein Schwerpunkt liegt in der Umsetzung der Wachstumsstrategie, insbesondere im Ausbau von Vertriebs- und Marktzugangsstrategien.

Welche wichtigen Trends haben Sie auf der PARKEN 2025 in Wiesbaden festgestellt?

Maximilian Schlereth: Wir sehen einen klaren Trend: Parktickets und Schranken werden bald der Vergangenheit angehören. Die Hardware tritt zunehmend in den Hintergrund, während Software und die Konzepte zur Flächenorganisation immer wichtiger werden. Kameras und Displays bleiben zwar wichtige Bestandteile der Infrastruktur, doch der Fokus liegt nicht mehr auf der Technik selbst, sondern auf den Möglichkeiten, die sie eröffnet: effizientere Abläufe, bessere Nutzererlebnisse und ein ganzheitlich vernetztes Mobilitätsökosystem.

Great Hill Partners ist kürzlich bei Ihnen eingestiegen. Welche Chancen ergeben sich daraus für beide Seiten?

Maximilian Schlereth: Dieser Schritt ist eine logische Entwicklung für uns. Wir haben als Start-up begonnen, uns zu einem Scale-up entwickelt und hatten bisher ein deutsches Family Office als Hauptinvestor, das auch weiterhin beteiligt ist. Great Hill Partners, ein US-amerikanischer Growth-Fonds, der über sein Londoner Büro in Europa investiert, hat nun die Rolle des Haupt-investors übernommen. Great Hill Partners agiert dabei als strategischer Wachstumspartner. Sie investieren, weil sie an unsere Vision, unser Team und unser Geschäftsmodell glauben. Was uns besonders überzeugt hat, ist die langfristige Ausrichtung und Philosophie von Great Hill Partners, die sehr gut zu unserer DNA, zu unserem unternehmerischen Ansatz und unseren Grundsätzen passt, mit denen wir Peter Park aufgebaut haben. Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir vier Gründungsgesellschafter weiterhin an Bord sind und die Entscheidungsfreiheit in der operativen Führung und strategischen Weiterentwicklung von Peter Park ganzheitlich erhalten bleibt.

Worin sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Maximilian Schlereth: Wir sind Pioniere im Bereich des kostenpflichtigen, schrankenfreien Parkens und bieten eine durchgängige Lösung für immer komplexere Projekte an großen Standorten, etwa Kliniken und Flughäfen. Zudem steht für uns der Kundenservice an erster Stelle: Wir stellen sowohl Geschäftskunden als auch Endnutzer in den Mittelpunkt und entwickeln digitale Lösungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Unser Ziel ist es auch, die Mobilität der nächsten zehn bis zwanzig Jahre mitzugestalten.

Wo sehen Sie das größte Potenzial?

Stefan Schenk: Wir sehen große Chancen im kostenpflichtigen Parken und konzentrieren uns mit unserem Software-First-Ansatz weiterhin auf die DACH-Region. Dort wollen wir unser Produkt für Parkende, private Liegenschaftseigentümer sowie für Städte und Gemeinden weiter verbessern. Uns geht es nicht nur um das Thema Parken, sondern um die Mobilität als Ganzes.

Verdrängen Sie alte Anbieter und Technologien oder erschließen Sie neue Märkte?

Maximilian Schlereth: Wir sehen uns nicht in einem Verdrängungsmarkt. Die Schranke stellt auf lange Sicht kein wirklich zukunftsfähiges Medium dar. Für uns ist es vielmehr ein unerschlossener Markt, denn die Frage ist nicht, ob die Schranke fällt, sondern wann. Es handelt sich um eine neue Entdeckung: Wie kann Parken in der Zukunft aussehen? Das lässt sich am besten mit einem Vergleich erklären: Das Auto hat das Pferd nicht verdrängt, sondern eine neue Art der Mobilität etabliert.

Stefan Schenk: Es geht um den Wandel weg vom schrankenbasierten hin zu einem schrankenfreien System. Wir setzen mit unserem Konzept bereits ganze Stadt-Portfolios um, wo wir einen einheitlichen Standard für alle Parkflächen etablieren. Ein großer Teil unserer Projekte findet auf Parkplätzen statt, die bisher nicht bewirtschaftet wurden, weil dies mit klassischer Technologie nicht wirtschaftlich war. Ein Beispiel ist ein Badesee-Parkplatz, der nur wenige Monate im Jahr genutzt wird. Mit unserer Lösung können solche Flächen kostengünstiger als mit Schranken bewirtschaftet werden.

Sie sehen also ein hohes Potenzial für die Bewirtschaftung von Parkflächen?

Stefan Schenk: Ja, das Potenzial ist nach wie vor sehr hoch. Das digitale Parkraummanagement ist noch weit vom Sättigungspunkt entfernt. Es gibt zahlreiche unbewirtschaftete Flächen sowie ein enormes Modernisierungspotenzial bei bestehenden Anlagen. Der Trend geht klar in Richtung schrankenfreier, softwarebasierter Lösungen, die Flächen smarter, wirtschaftlicher und nutzerfreundlicher machen.Wir haben den Anspruch, Parkraum nicht nur zu bewirtschaften, sondern neu zu denken.

Das Wachstumskapital von 100 Millionen Euro ist eine beträchtliche Summe. Wofür soll es eingesetzt werden?

Maximilian Schlereth: Die Mittel sind für zwei Hauptbereiche vorgesehen: die Expansion und den weiteren Ausbau unseres Produkts. Wir wollen unsere Position als führendes Unternehmen für kostenpflichtiges, schrankenfreies Parken nachhaltig stärken.

Sie haben bereits ein funktionierendes Produkt. Gibt es da noch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung?

Maximilian Schlereth: Jeder Parkplatz und jeder Standort ist einzigartig und birgt eine eigene Komplexität. Die Herausforderung und Chance eines digitalen Produkts ist es, diese Komplexität abbilden zu können. Wir entwickeln unser Produkt so weiter, dass es konfigurierbar ist und auf die Besonderheiten vor Ort eingehen kann. Unsere Tariflogik ist so flexibel gestaltet, dass wir die unterschiedlichsten Konstellationen abbilden können. Dabei profitieren wir von den Erfahrungen, die wir an Hunderten von Standorten gesammelt haben.

Sie haben die Kundenorientierung hervorgehoben. Das schrankenlose Parken erfordert einen Kulturwandel. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Stefan Schenk: Wir müssen diesen Wandel proaktiv begleiten und die Menschen durch gute Kommunikation vor Ort an die neue Technologie heranführen. In einer Befragung in einem Shoppingcenter gaben jüngere Befragte an, die ältere Generation würde die Lösung nicht verstehen. Überraschenderweise fanden die älteren Befragten das System großartig und verglichen die Bedienung mit dem Schreiben von Nachrichten auf WhatsApp. Es zeigt sich, dass vielen Menschen zu Unrecht wenig zugetraut wird. Wir möchten alle mitnehmen und für die neue Technologie begeistern.

Sie setzen kompromisslos auf Schrankenfreiheit. Warum?

Maximilian Schlereth: Die Schranke steht für 99 Prozent der Parkenden im Weg und verursacht hohe Anschaffungs- und Wartungskosten. Für uns ist jede Schranke eine zu viel. Die Parkbranche steht vor einer notwendigen digitalen Revolution, die eine vernetzte Mobilität erst möglich macht.

Sie arbeiten eng mit der Mobility Hub Parkservice zusammen. Ist diese Partnerschaft für den operativen Betrieb zuständig, während Peter Park die Technik liefert?

Maximilian Schlereth: Unsere Philosophie unterscheidet sich von der vieler Marktbegleiter, die bei schrankenfreiem Parken mit Inkassounternehmen kooperieren. Wir wollen den Endnutzer nicht an ein externes Inkassounternehmen abgeben. Mobility Hub Parkservice ist Payment-Plattform und Abwicklungspartner und steht als Anlaufstelle für parkende Kunden direkt zur Verfügung. Die enge Verbindung zu Mobility Hub Parkservice ermöglicht es uns, den gesamten Abrechnungsprozess selbst zu steuern und damit die Kundenfreundlichkeit zu gewährleisten.

Weitere Artikel zu Peter Park lesen Sie -> hier

Die Gründer und Gesellschafter von Peter Park: Maximilian Schlereth (CEO), Patrick Bartler (COO), Stefan Schenk (CCO) und Christoph Heinle (CTO)
© Peter Park

Alles über Kennzeichenerkennung

Interview mit Katrin Teichert, APCOA Deutschland

Seit dem 1. Mai 2023 ist Katrin Teichert Geschäftsführerin von APCOA Deutschland. Wir hatten Gelegenheit, mit ihr über aktuelle Entwicklungen in der Branche, strategische Ansätze im Unternehmen und ihre Ziele zu sprechen.

Marko Ruh: Frau Teichert, wir wollen uns über aktuelle Entwicklungen bei APCOA austauschen. Was sind die Grundlagen?

Katrin Teichert: Wir befinden uns weiter auf einem klaren Strategiepfad und verstärken uns regelmäßig in bestimmten Bereichen. Wie Sie wissen, Herr Ruh, sind wir in Deutschland ein Asset-Light-Unternehmen. Das heißt, unsere Immobilien sind gemietet und wir führen sie Park- und weiteren Nutzungsformen zu.

Können Sie Beispiele nennen?

Durch die aktive Implementierung neuer Park- und Serviceprodukte und weiterer Use Cases. Zum Beispiel werden wir allein hier in Deutschland in diesem Jahr noch einmal circa 200 eigene AC-Ladestationen an den Start bringen, aber auch das Thema Schnellladen weiter ausbauen.

Letzteres gemeinsam mit Partnern, vermute ich.

Wir haben eine bestehende Partnerschaft mit Tesla. Noch nicht live sind wir in der Partnerschaft mit BP Aral, über die in Europa 100 DC-Ladepunkte installiert werden, 30 davon in Deutschland. Wir sind da in den Vorbereitungen und erwarten erste Go-Lives für deutsche Standorte in diesem Jahr. Stand jetzt haben wir bereits 20 Schnellladepunkte mit Tesla in zwei APCOA-Parkhäusern: im Alexa in Berlin zwölf Stück und acht in München-Riem.

Wie sind denn Ihre bisherigen Erfahrungen mit der Nachfrage?

DC wird sehr gut benutzt. Unser Learning ist, dass wir beim AC-Laden sicherstellen müssen, die richtige Anzahl von Ladepunkten anzubieten.

Nicht selten hört man ja, dass Ladestationen eher Spinn-weben ansetzen als rege genutzt zu werden…

Ich sehe das auch regelmäßig, wenn ich mal nicht in einem APCOA Parkhaus parken kann. Einige Häuser haben schon sehr viele Parkplätze mit Ladepunkten ausgestattet. Wir sind da ein bisschen differenzierter unterwegs. Wir versuchen, vorzurüsten – oder der Eigentümer rüstet für größere Mengen vor. Aber wir starten in der Regel mit einer geringeren Zahl von Ladepunkten, um dann zu sehen, ob wir später sukzessive weiter ausbauen.

Das Schnellladen machen sie mit Partnern. Gilt das auch für das AC-Laden?

Wir haben bereits eine Partnerschaft mit E.ON und knapp 140 Ladepunkte über eine ganze Anzahl von Parkhäusern verteilt. Darüber hinaus machen wir es beim AC-Laden auch im Eigenbetrieb.

Ein Riesenthema war bei der Messe PARKEN in Wiesbaden die Kennzeichenerfassung, die offensichtlich alles andere ablöst. Sehen Sie das auch so?

Das kann ich so bestätigen. Wir haben Kennzeichenerkennung heute bereits in eigentlich allen unseren Parkhäusern umgesetzt. Der nächste Schritt ist, dass man irgendwann auch die Schranken wegnimmt und in ein Free-flow-Modell übergeht. Dieses Konzept haben wir bereits an einer zweistelligen Anzahl von Standorten live und waren auch die ersten in Deutschland, die schon vor fünf Jahren hierzu pilotiert haben.

Das Kennzeichen am Automaten einzugeben, ist für manche sicher noch ungewohnt. Erleben Sie im Dialog mit Kunden hier und da noch Nachholbedarf – also ganz konkret bei den Free Flow Anlagen?

Nach unserer Erfahrung muss man das Ganze in den ersten Wochen personell noch ein bisschen stärker vor Ort begleiten. Zudem ist es wichtig, wirklich gut auszuschildern. Es ist sehr hilfreich, wenn man sein Kennzeichen bei der Einfahrt auf dem digitalen Screen sieht. Ansonsten muss ich sagen: Bei Veränderungen sind wir auf der Kundenseite als Deutsche nach wie vor ein bisschen hinterher im internationalen Vergleich.

…was insbesondere fürs Bezahlen gilt. Ich glaube, in Skandinavien bezahlt kein Mensch mehr bar.

Nein, das gibt es da eigentlich gar nicht mehr. Ich bin sehr froh, dass wir als APCOA in der Gruppe ein paar sehr weit entwickelte Länder und darüber die ganze Technologie im Konzern haben. Und ich bin auch sehr froh, dass wir bei der Kennzeichenerkennung, digitalen Produkten und Services wie der Flow-App im Markt die Nase vorn haben. Das ist auch etwas, für das wir von den Eigentümern der Immobilien immer sehr positives Feedback bekommen.

In Wiesbaden prophezeite ein Vertreter von DESIGNA auf der Open-Stage, dass das Parkticket ausgedient habe und in absehbarer Zeit nicht mehr genutzt werde. Läuft es auch aus Ihrer Sicht darauf hinaus?

Das unterschreibe ich gerne, das Ticket wird es nicht mehr geben. Ob in zwei, drei oder fünf Jahren kann ich Ihnen nicht sagen, aber in der nahen Zukunft wird alles über Kennzeichenerkennung laufen. Wir glauben, es ist gut, keine Tickets mehr zu haben. Aus vielen Gründen: im Rahmen von ESG, zum Beispiel Papierreduktion, um die Standzeiten vor Schranken zu reduzieren. All das zahlt positiv auf die CO2-Reduktion ein und allgemein, um manuelle Prozesse zu reduzieren. Wenn Sie vor fünf Jahren dieses Gespräch geführt haben, wird einer meiner Vorgänger sicher gesagt haben, der deutsche Kunde sei noch nicht so weit. Ich glaube, wir sind jetzt so weit und werden deswegen in den nächsten Jahren das ganze Thema Digitalisierung aller Prozesse noch stärker vorantreiben.

In der APCOA Group hat sich mit dem Umzug von Stuttgart nach London eine große Veränderung ergeben – sowohl personell als auch vom Standort her. Hat das Auswirkungen auf APCOA Deutschland?

Nein, wir sind nicht tangiert. Wir sind als APCOA Deutschland eine separate operative Einheit. Zum Teil haben wir neue Ansprechpartner, einen neuen CEO, einen neuen CFO, aber das ist ja etwas ganz Normales.

Die Geschäftsmodelle neben dem klassischen Parken werden komplexer. Wenn Sie andere Dienste – gerade auch mit Partnern – anbieten, rechnet sich das womöglich erst nach einiger Zeit, oder?

Nein, das ist wirklich ein hochprofitables Zusatzgeschäft und rechnet sich von der ersten Minute. Die Kunst ist natürlich, mit allen Geschäftskunden fair gestaltete Verträge zu haben.

Was sind die drei Top-Themen, die Sie momentan mit Nachdruck verfolgen?

Das ist einmal der weitere Ausbau unseres Netzwerks. Wir sind vertrieblich stark aktiv in allen für uns sehr wichtigen Sektoren. Wir glauben weiterhin an City und Shopping, aber auch an wichtige Infrastrukturbereiche wie Kliniken, Universitäten, Stadien und Flughäfen. Das Zweite ist unser erweitertes Angebot im Rahmen von Urban Hubs oder Urban Solutions. Dazu zähle ich auch das Laden. Also Mehrwerte schaffen für den Endkunden und für den Geschäftskunden durch eine bessere Ausnutzung von Flächen. Und das dritte Thema ist für mich die Nutzung von digitalen Möglichkeiten – nicht nur im Backoffice, wo alle Unternehmen seit vielen Jahren dran sind, sondern auch im Kundenerlebnis und in den Möglichkeiten, die sich zum Beispiel aus Kennzeichenerkennung oder in unserem Fall aus unserer digitalen APCOA-Flow-App ergeben.

Abschlussfrage: Wie sehen Sie die Entwicklung der Branche insgesamt?

Ich glaube daran, dass Parken ein wichtiger Teil der Mobilität ist. Als Parken-Branche können wir uns noch kräftig weiterentwickeln und sehr viele Mehrwerte für die Städte und unsere Kunden schaffen. Ich glaube auch, dass sich durch die Veränderungen, die in der städtischen Infrastruktur geplant sind, weitere Chancen für uns ergeben. Es gibt in Deutschland nach wie vor unglaublich viel „weißen Raum“, der noch nicht als Parkraum gemanagt wird. Ich bin auch froh, dass die neue Bundesregierung sehr früh ein Sondervermögen für die Infrastruktur angestoßen hat und wünsche mir jetzt, dass dann auch angefangen wird, zu investieren. Hoffen wir, dass der Prozess der Umsetzung nicht so lange dauert.

Katrin Teichert
© APCOA

Entscheidung für das OS-10-System

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Tiefgarage im S-Finanz-Campus mit OS-10-System beschichtet

Schnell ausgehärtet und nach wenigen Stunden begehbar, schwer entflammbar, UV- und farbtonstabil, verschleißbeständig sowie geruchsarm: Die Entscheidung für das OS-10-System fiel sowohl aufgrund der Verarbeitungseigenschaften als auch wegen der späteren Betriebsfunktion.

Mitten in der Innerstadt hat die Kasseler Sparkasse ihren neuen „S-Finanz-Campus“ errichtet. Die zwei oberirdischen Gebäudeteile sind unterirdisch durchgehend verbunden. In der Tiefgarage entstanden etwa 100 Pkw-Stellplätze auf rund 3.000 Quadratmetern. Architekten und Bauherren legten besonderes Augenmerk auf ressourcenschonende Verfahren. Herausgekommen ist ein DGNB-Gold zertifizierter Gesamtkomplex. In der Tiefgarage kam StoFloor Traffic Elastic PM MultiBase von StoCretec im OS 10.4-Systemaufbau zum Einsatz, ein Oberflächenschutzsystem für Verkehrsflächen in Parkbauten mit herausragenden Eigenschaften, wie der Hersteller angibt.

Verarbeitung ohne Geruchsbelästigung

Die Lage in der Innenstadt hätte bei dem ursprünglich geplanten PMMA-Beschichtungssystem hohen Zusatzaufwand verursacht. „In der Nähe gibt es eine Kita, Geschäfte und Büros – alles sensible Bereiche, in denen Geruchsbelästigung unerwünscht ist“, erklärt Stefan Senz, Produktmanager für Bodenbeschichtungen bei StoCretec. Hier wäre während der Arbeiten ein mindestens siebenfacher Luftaustausch der gesamten Tiefgarage pro Stunde notwendig gewesen wie auch der Einsatz von aufwändigen Filteranlagen, um die Abluft zu reinigen. „Bei der Verarbeitung des StoFloor Traffic Elastic PM MultiBase entstehen keine gefährlichen Gase und keine Geruchsbelästigung“, sagt Senz, „daher sind der aufwändige Luftaustausch und die Filtration der Abluft nicht notwendig.“ So habe der Bauherr diese Zusatzkosten gespart.

„Durch den um 90 Prozent reduzierten Einsatz von Quarzsand verringern sich außerdem die Material- und Transportkosten“, so Senz. Eine Quarzsand-Vollabstreuung und eine anschließende Deckversiegelung benötige dieses System nicht. Die Verschleißschicht StoPur AC MultiCoat wird hingegen in einem Arbeitsgang aufgebracht. Sie ist ein hoch abriebfester Strukturbelag auf Polyurea-Basis mit integrierter Rutschhemmung (R11 – V10). Diverse Verschleiß-Simulationsprüfungen, auf die StoCretec verweist, belegen die hervorragende Beständigkeit bei Verkehrsbelastung (Parking Abrasion Test/PAT, Verschleiß-Simulation nach EN 13197/RPA).

Die Systemkomponenten von StoFloor Traffic Elastic PM MultiBase lassen sich laut Anbieter angenehm und komfortabel verarbeiten. Die Boden- und Verkehrsflächenbeschichtung ist UV- und farbtonstabil, schwer entflammbar (DIN EN 13501-1) und geruchsarm.

Universal-System für Verkehrsflächen

StoFloor Traffic Elastic PM MultiBase wird in Parkhäusern und Tiefgaragen sowie auf freibewitterten Parkflächen eingesetzt. Das PUR/UREA-System zeichne sich besonders durch kurze Einbauzeiten aus. Es lasse sich in nur drei Arbeitsgängen fertigstellen, erhärte schnell, sei nach wenigen Stunden begehbar und bereits nach 24 Stunden befahrbar. Außerdem weise es eine erhöhte dynamische Rissüberbrückung auch bei niedrigen Temperaturen (Klasse B 4.2 gemäß EN 1062-7) und eine sehr hohe Verschleißfestigkeit auf. Das System sei zudem beständig gegen Öle, Treibstoffe und Tausalz.

In Kassel erhielten die Wände und Stützen bis auf eine Höhe von etwa 50 Zentimetern ebenfalls eine Beschichtung, um den Ober­flächenschutz auch an den vertikalen Flächen zu gewährleisten. Parkteppiche, Laufwege und Markierungen wurden mit dem farbigen Polyurethanharz StoPur DV 508 gemäß Farbkonzeption realisiert.

StoFloor Traffic Elastic PM MultiBase ist laut StoCretec unter anderem schnell-härtend, verschleißfest, geruchsarm und schwer entflammbar.
© Guido Erbring/StoCretec GmbH

Standardisierte Fassaden-PV für Parkhäuser

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T.Werk aus Burgau in Bayern hat eine standardisierte Unterkonstruktion für Photovoltaik an Parkhausfassaden entwickelt.

Das Montagesystem ist anwendbar bei allen Parkhäusern, die mit Doppel-T-Trägern gebaut sind. Es wird laut Hersteller ohne Schrauben und Bohren mit Klemmpratzen montiert.

Standardisierte Fassaden-PV für Parkhäuser: Ohne Bohren und Schrauben

Die Montage des Fassadensystems sei schnell und einfach, verspricht der Anbieter, da das Klemmpratzensystem ohne Bohrungen und Verschraubungen auskommt. T.Werk bleibt dabei seinem Prinzip der modularen Komponenten treu. Verwendet werden für die Fassaden-Unterkonstruktion ZELOS-Profile und CHRONOS-Klemmen, die beide auch bei der Montage von Photovoltaik auf Dächern zum Einsatz kommen.

Vorteile von Photovoltaik an der Fassade

Die Anbringung von Photovoltaik an der Fassade eines Parkhauses biete mehrere Vorteile: Der Strom wird vor Ort erzeugt und kann in Kombination mit einer Ladesäuleninfrastruktur direkt genutzt werden. T.Werk verweist zudem darauf, dass sich neben der Verringerung der Betriebskosten für Parkhausbetreiber auch das Image des Betreibers oder der Kommune im Bereich Nachhaltigkeit verbessern lasse. Vertikal angebrachte Photovoltaikanlagen sorgten auch in der sonnenärmeren Zeit, morgens und abends sowie in den Wintermonaten zuverlässig für Strom.

Standardisierte Fassaden-PV für Parkhäuser.
Weitere Artikel zu Photovoltaik lesen Sie -> hier

Vertikale Photovoltaikanlage an einer Parkhausfassade
© T.Werk

Autos und Fahrräder unter einem Dach

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Die Stadt Köln möchte an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Randlage den Umstieg auf den ÖPNV für Auto- und Fahrradfahrer attraktiver gestalten.

Es soll erstmals in der Millionenstadt eine kombinierte Lösung für Kfz- und Fahrradparken innerhalb einer sogenannten Parkpalette entstehen.

In Weiden-West am westlichen Stadtrand von Köln startet die Straßenbahnlinie 1, die eine umsteigefreie Verbindung ins Kölner Zentrum bietet und bis zur östlichen Seite über die rechtsrheinischen Stadtteile bis ins benachbarte Bensberg führt. Zudem verkehren in Weiden West die S-Bahnlinien S12 und S19 sowie mehrere Buslinien. Auch Fahrräder und E-Scooter können am Park-and-Ride- beziehungsweise Bike-and-Ride-Standort ausgeliehen werden.

Mehr als 300 Parkplätze für Fahrräder

2021 hat der Rat der Stadt Köln die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) beauftragt, eine Parkpalette an der Haltestelle Weiden-West zu planen und zu bauen, um die Kapazitäten der ausgelasteten Park-and-Ride-Anlage zu erweitern. Ein Bike Tower daneben sollte 120 Fahrrädern Platz bieten. Platz, der laut einer aktuellen Bike-and-Ride-Erhebung aus dem Vorjahr dringend benötigt wird: Zum Untersuchungszeitpunkt waren alle verfügbaren Fahrradabstellplätze belegt. Darüber hinaus wurden mehr als 40 wild abgestellt Fahrräder vor Ort festgestellt.

Den Bike Tower hat die Stadt Köln jedoch aufgrund von zu erwartenden

Kostensteigerungen und der Insolvenz des Anbieters verworfen. Die neue Idee: 66 geplante Kfz-Stellplätze in der Parkpalette werden umgewandelt in eine Fläche für rund 130 Fahrradboxen und mehr als 200 Fahrradabstellplätze. Die Stadt Köln integriert das Fahrradparken damit in die Parkpalette für den Kfz-Verkehr und plant für den Radverkehr eine eigene Zufahrt. Ein Bike Tower für Köln ist damit jedoch nicht ausgeschlossen, die Stadt Köln zieht dieses Konzept für andere Standorte weiterhin in Betracht.

Parkpalette als wirtschaftliche Lösung

Für die Parkpalette liegt bereits eine Entwurfsplanung des Kölner Architekturbüros schultearchitekten vor. Das Objekt besteht aus stapelbaren, standardisierten Bauteilen und kann bei Bedarf aufgestockt werden. Es soll der Funktion eines Parkhauses entsprechen, jedoch in einer einfacheren Bauweise ausgeführt werden. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen soll ein Generalunternehmen die weiteren Planungen und den Bau im Auftrag der KVB übernehmen. Die Vergabe dazu erfolgte am 4. Juli 2025.

Die Förderfähigkeit der um die Bike-and-Ride-Stellplätze ergänzten Parkpalette wurde mit dem Fördermittelgeber, dem zuständigen Regionalverkehrsverbund go.Rheinland, abgestimmt. Stimmt die Politik der Beschlussvorlage zu, kann der bereits beauftragte Generalunternehmer den ergänzenden Auftrag für die Integration des Fahrradparkens übernehmen. Nach Einholung der Baugenehmigung für die Kfz- und Fahrrad-Parkpalette werden die detaillierte Ausführungsplanung und die Durchführung der Bauleistungen beauftragt. Anfang September hat der Rat der Stadt Köln der Beschlussvorlage zur Änderung in eine sogenannte Bike+Ride-Anlage zugestimmt.

Höhere Förderung dank Fahrradparken

Die Planer schätzen aktuell, dass das Projekt 21,25 Millionen Euro kosten wird, das sind rund sieben Millionen Euro mehr als 2021 angenommen. Grund sind die allgemeine Kostensteigerung bei Planungsleistungen und beim Bau in den letzten Jahren sowie die Integration der Fahrradabstellanlage. Durch die Integration der Fahrradparkplätze in die Anlage können jedoch höhere Fördermittel abgerufen werden. Dadurch sinkt der Eigenanteil der Stadt Köln und der KVB auf 2,9 Millionen Euro, ursprünglich lag dieser bei 10,13 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten für die Eigentümerin KVB werden auf 205.000 Euro geschätzt.

Parkpalette für Köln-Weiden West: So könnte das Parkhaus für Pkw und Fahrräder in einfacher Bauweise einmal aussehen.
© schultearchitekten | Visualisierung: rendertaxi

„Unser Ziel ist, das Leben der Menschen zu vereinfachen“

Interview mit Heidi Wildemann und Giuliano Caldo von Arrive

Arrive Germany, einer der führenden internationalen Anbieter von digitalen Mobilitätslösungen mit Marken wie EasyPark, hat Heidi Wildemann zur neuen Geschäftsführerin für den deutschen Markt ernannt. Giuliano Caldo, Leiter Süd- und Mitteleuropa bei Arrive, ist für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Spanien und Portugal verantwortlich. Wir haben mit beiden während der Messe PARKEN 2025 in Wiesbaden gesprochen.

Hallo zusammen, können Sie uns ein wenig über sich erzählen?

Heidi Wildemann (H.W.): Ich bin Heidi, komme ursprünglich aus dem Bankwesen, arbeite aber seit zehn Jahren in Scale-up-Unter-nehmen in ganz Europa. Daher bin ich von der sehr internationalen Struktur von Arrive wirklich begeistert, denn das ist genau das, was ich mag und womit ich mich wohlfühle. Gleichzeitig kann ich in meinem Heimatmarkt verankert bleiben. Ich war früher Leiterin der Finanzabteilung und des operativen Geschäfts- und Betriebsabteilung und später Geschäftsführerin von ParkNow in Deutschland. Arrive, ehemals EasyPark Group, habe ich kennengelernt, als sie ParkNow übernommen haben. Dabei haben wir beschlossen, in Kontakt zu bleiben.

Von wo aus arbeiten Sie?

H.W.: Ich selbst arbeite aus unserem Büro in Berlin, aber wir haben aktuell auch Standorte in Hannover und Kiel. Ich versuche, so oft wie möglich dort vor Ort zu sein und natürlich auch unsere Kunden zu besuchen. Momentan bin ich viel unterwegs.

Und Sie, Giuliano?

Giuliano Caldo (G.C.): Ich bin in Rom zuhause und gehe entweder zu Fuß zur Arbeit oder nehme das Flugzeug, da ich für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Spanien und Portugal verantwortlich bin. Ich bin auch Country Manager für Italien und habe die Aufsicht über die Country Manager in den anderen Ländern, bin also auch ziemlich viel auf Reisen. Für mich ist es eine großartige Erfahrung, etwas Neues zu lernen, über andere Kulturen und insbesondere über die Dinge, die in Deutschland funktionieren. Das sage ich nicht über jedes Land. Aber ich habe hier viel darüber gelernt, wie man die Arbeit angeht und wie ernsthaft und gründlich die Menschen in diesem Arbeitsumfeld sind. Ich bin wirklich froh, mit euch zusammenarbeiten zu dürfen.

EasyPark ist eine so bekannte Marke, warum dieser Wechsel -zur neuen Marke Arrive?

G.C.: EasyPark ist eine sehr bekannte Marke in Deutschland und in vielen Ländern der Welt. Aber sie ist sehr spezifisch auf das Parken ausgerichtet. Jetzt sind wir in einer Situation, in der wir tatsächlich über mehrere Technologien verfügen, die nicht nur mit dem Parken zu tun haben, sondern auch mit Zahlungsvorgängen, Transport und modernen Dienstleistungen für Städte. Deshalb wollten wir uns -etwas überlegen, das mehr mit Mobilität als mit Parken zu tun hat. Arrive bedeutet, man kommt ans Ziel, man kommt irgendwo an. Man kann mit dem Auto ankommen, man kann mit dem Bus ankommen – wir haben auch Lösungen für das Bezahlen in Bussen oder in der U-Bahn. Das ist also ein Teil unseres Kundenversprechens.

Sie betonen also, dass Sie mehr anbieten als Parken?

G.C.: Ja, und es hat auch einen technologischen Aspekt. Technologie ermöglicht eine sofortige Erfüllung von Bedürfnissen, sie hilft einem beim Ankommen.

Experten weisen ja auch oft darauf hin, dass Menschen nicht ‚Parken gehen‘, sondern zum Einkaufen oder andere Aktivitäten bezwecken.

G.C.: Parken ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Aber man geht in der Tat nicht nur Parken. Daher muss das Parkerlebnis so reibungslos, so einfach und so schmerzfrei wie möglich sein. Unser Anspruch ist, Städte lebenswerter zu machen. Dabei nutzen wir eine Vielzahl von Technologien mit Hunderten von Millionen Transaktionen pro Jahr, die in den 20.000 Städten, in denen wir weltweit tätig sind, analysiert werden können. Diese internationalen Erfahrungen können wir dann auf lokaler Ebene anwenden, um sie in Städten wie Baden-Baden, Frankfurt, Berlin oder anderen Städten in Deutschland einzusetzen.

Welche praktischen Konsequenzen hat Ihre Namensänderung?

G.C.: Kunden in Deutschland parken weiterhin mit EasyPark. Wir ändern das EasyPark-Logo nicht, da die Marke gut etabliert ist. Alles andere wird unter Arrive fallen, eine Dachmarke für das gesamte Unternehmen, die für die meisten Marken außer EasyPark stehen wird. Wir versuchen, praktisch alle Technologien und Prozesse sowie die Unternehmen zu integrieren. Es gab Flowbird Deutschland, es gab EasyPark Deutschland, jetzt ist Heidi die Geschäftsführerin beider Unternehmen in dieser integrierten Form.

H.W.: Genauso wie Verbraucher sich nicht mit den Komplexitäten der Reiseplanung und der Parktechnologie beschäftigen wollen, gilt dies auch für unsere Partner. Sie möchten das Leben in ihren Städten für ihre Bürger verbessern, und das können wir ihnen jetzt alles bieten. Sie müssen nicht mehr zu einem Unternehmen für Parkscheinautomaten gehen, zu einem anderen Unternehmen für Daten und wieder zu einem anderen für digitale Zahlungen. Wir können nun das gesamte Tool-Set anbieten und möchten der zuverlässige Partner für alle diese Lösungen sein – auch, um unseren Partnern die Herausforderungen bei der Verwaltung von Mobilität und der Erreichung von städtischen Zielen zu erleichtern.

Haben Sie deshalb in den letzten Monaten mit der Übernahme von Flowbird, Parkopedia und weiteren Unternehmen so stark investiert?

G.C.: Ja, wir investieren sowohl in Unternehmen als auch in Software. Wir haben mehr als 4.000 Mitarbeiter, von denen mindestens die Hälfte als Entwickler oder in der IT tätig sind. Das ist im Wesentlichen dem Parken, dem Verkehr und der Mobilität gewidmet. Denn wir sehen, dass es eine Menge komplexer Sonderfälle gibt, allein schon, wenn man in einem Parkhaus parkt. Dafür benötigt man viele Köpfe.

Was ist dabei Ihr Ziel?

G.C.: Unser Ziel ist es, das Leben der Menschen auf sehr praktische Weise zu vereinfachen, nicht nur beim Parken, sondern auch in Bezug auf Mobilität.

Regeln und Vorschriften variieren von Land zu Land. Wie gehen Sie als internationales Unternehmen damit um?

H.W.: Das ist natürlich eine Herausforderung, aber es birgt auch Chancen. Wenn ich ein Problem auf dem deutschen Markt habe, kann ich auf unsere internationale Organisation zurückgreifen. Einer meiner vielen Kollegen in einem anderen Land hatte vielleicht schon einmal eine ähnliche Problemstellung oder kann zumindest mit mir gemeinsam über eine Lösung nachdenken. Gerade auf dem deutschen Markt sehen wir derzeit viele Trends, die im internationalen Kontext bereits stärker verbreitet sind.

Können Sie ein Beispiel nennen?

H.W.: Beispielsweise Scan-Cars, mit denen sich Parkscheinkontrollen viel effizienter und kostengünstiger durchführen lassen. Auf dem deutschen Markt gibt es dafür bislang noch kaum Gesetzgebung, die das ermöglicht. Aber wir hören von unseren deutschen Partnerstädten, dass sie diesen Trend im Ausland beobachten und sehr daran interessiert sind, da es überall an Fachkräften für die Parkraumüberwachung mangelt. Das ist eine der Problemstellungen, bei deren Lösung wir helfen können.

Ist es auch die Vision von Arrive, in allen Ländern, in denen Sie präsent sind, Marktführer zu werden?

H.W.: Es ist unser Ziel, der zuverlässigste Partner zu werden, an den sich die Stadt wendet, wenn es um die Umsetzung ihrer Mobilitätspläne geht. Wir wollen eine Lösung für jedes Problem haben, das Partnerstädte in diesem Bereich haben.

G.C.: Da stimme ich absolut zu. Wir stehen im Dienst der Stadt und ihrer Bürger. Das ist unsere Mission. Gemeinsam machen wir Städte lebenswerter. Wir existieren nicht für uns allein, sondern durch die enge Zusammenarbeit mit Städten und anderen Technologie-anbietern.

H.W.: Smart Parking ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Die Plattform des offenen Marktmodells für Handyparken, die wir in vielen deutschen Städten haben – bei denen Kunden die Wahl haben, welche Park-App sie nutzen möchten –, spielt ebenfalls in diesen partnerschaftlichen Ansatz hinein.

Vor einigen Jahren war EasyPark hauptsächlich im On-Street-Bereich tätig. Jetzt bestehen Partnerschaften mit Parkhausbetreibern. Verfolgen Sie die Strategie, in den Off-Street-Markt einzusteigen?

H.W.: Auf jeden Fall. Das gehört zu unserem multimodalen Konzept. Es ergibt keinen Sinn, wenn man eine App für das Parken in einem Parkhaus und eine andere für das Parken auf der Straße benötigt. Dann fährt man in die nächste Stadt und braucht womöglich eine dritte App. Daher sind private Betreiber und Parkhäuser ein Bereich, in den wir ebenfalls investieren. Wir haben international festgestellt, dass es möglich ist, den gesamten Markt zu erschließen, sobald man eine bestimmte Abdeckung von Straßenparkplätzen in einem bestimmten Gebiet erreicht hat. Und jetzt verfügen wir zusätzlich noch über die Parkscheinautomaten in unserem Portfolio und können unsere Lösungen immer weiter integrieren.

Aber ist es nicht das Ziel, Parkscheinautomaten in absehbarer Zeit – so in den nächsten zehn Jahren – ganz abzuschaffen?

H.W.: Ich denke, dass Parkscheinautomaten vorerst ein wesentlicher Bestandteil des Parkens bleiben werden. Wir sehen, dass es zwar – in Großbritannien zum Beispiel – eine gewisse Entwicklung weg von physischen Automaten gibt. Aber nach deutschem Recht sind Parkscheinautomaten beispielsweise immer noch vorgeschrieben, denn der Bürger darf per Gesetz nicht durch ein eingeschränktes Angebot an Bezahlmethoden diskriminiert werden.

Ich glaube, dass alle 100 oder 200 Meter ein Parkscheinautomat für Menschen vorhanden sein muss, die keine Möglichkeit haben, ein Smartphone zu benutzen.

H.W.: Genau, der Mix wird sich in den nächsten Jahren vielleicht verändern, aber Parkscheinautomaten werden ein Teil dieses Mix bleiben und genau deswegen haben wir auch in Flowbird investiert.

G.C.: Und es besteht die Möglichkeit, die Hardware weiter zu digitalisieren. Mittlerweile sind die Terminals, an denen man für das Parken bezahlt, nicht nur Schlitze, in die man eine Münze einwirft. Da gibt es nicht selten einen 10-Zoll-Touchscreen, auf dem man zum Beispiel Informationen über ein Konzert erhalten kann oder über den man andere Dinge als Parkplätze kaufen kann.

Letzte Frage: Wie gefällt Ihnen die Messe PARKEN 2025?

H.W.: Sie ist großartig. Da ich seit ein paar Jahren nicht mehr in der Parken-Branche tätig war, bietet sie eine gute Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzusehen, aber auch viele neue Menschen kennenzulernen. Außerdem habe ich hier die Möglichkeit, mit dem Team zusammen zu sein. Ich finde, es gibt viele wirklich gute Präsentationen, und ich empfinde die Parken-Branche im Allgemeinen als sehr kooperativ. Hier sind auch viele unserer Partner, nicht nur Konkurrenten.

G.C.: Ich liebe Technologie. Hier werden so viele Dinge erfunden, getestet und präsentiert, die noch gar nicht im Alltag eingeführt sind. Die Zukunft ist bereits zu erkennen. Wir müssen nur sicherstellen, dass die vorhandene Technologie weltweit genutzt wird. Mit all diesen Lösungen blicke ich sehr optimistisch in die Zukunft.

Das Interview führte Marko Ruh, Chefredakteur von Parken aktuell

Heidi Wildemann, Geschäftsführerin Arrive Deutschland
© Arrive

Contipark mit neuer Markenpositionierung

In einer Zeit, in der Mobilität neu gedacht wird, hat Contipark seine Markenidentität neu positioniert.

Was mit dem Claim „Home of Future Mobility“ ausgedrückt wird, nämlich die Transformation vom reinen Parkhausbetreiber zum Anbieter integrierter Mobilitätslösungen, soll sich auch in der Außendarstellung widerspiegeln.

Contipark hat seine Markenpositionierung neu entwickelt und fünf zentrale Aspekte definiert, die zusammen das neue Markenversprechen bilden sollen.

Kundenerwartungen haben sich verändert

Die Erwartungen, die Kundinnen und Kunden an Parkeinrichtungen stellen, hätten sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert, so das Unternehmen. Das beginne bereits beim Thema Nachhaltigkeit: Contipark setzt seit vielen Jahren auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen, doch die immer stärkere Verbreitung von E-Mobilität erfordere den massiven Ausbau von Ladeinfrastruktur in den Parkeinrichtungen. Was früher ein Nischenprodukt war, sei heute integraler Bestandteil der Kundenerwartung.

Gleiches gelte für das Thema Digitalisierung. Mit der Einführung App-gestützter Parking- und Mobilitätslösungen sowie eines komplett neuen und verschlankten Webauftritts bediene Contipark auch die ständig zunehmende Digitalisierung des Alltags.

Contiparks Marken­versprechen: Fünf Facetten

Um die neue Markenpositionierung greifbar zu machen, hat Contipark fünf Werte definiert, die für das Unternehmen zentral seien. Als Dienstleister rund um das Thema Mobilität will Contipark innovativ sein und setzt auf digitale Park- und Mobilitätslösungen. Mit der Gestaltung von nachhaltigen, smarten, auf E-Mobilität fokussierten Verkehrslösungen möchte Contipark seine Zukunftsorientierung unterstreichen.

Gleichzeitig stelle Contipark mit neuartigen Nutzungskonzepten für die Städte von morgen seine Flexibilität unter Beweis. Auch die Komponente Mensch werde mit dem neuen Markenversprechen gestärkt: Contipark mache Mobilität für alle zugänglich und sei damit nahbar. Und Contipark sei offen für neue Kundenbedürfnisse und -anforderungen.

Corporate Design: Mehr als ein Facelift

Mit dem Corporate-Design-Refresh zur Neupositionierung will Contipark nicht nur seine visuelle Identität auf ein neues Level heben, sondern auch seine strategische Weiterentwicklung unterstreichen: vom klassischen Parkhausanbieter zum innovativen Mobilitätsdienstleister, der urbane Räume intelligent vernetzt und zukunftsorientierte Lösungen für eine smarte, nachhaltige Mobilität entwickelt.

Frische, moderne Farben sollen die digitale Transformation und die Evolution von Parkhäusern zu smarten Mobilitäts-Hubs symbolisieren. Sie stehen demnach für Bewegung, Zukunft und die Integration neuer Technologien wie E-Mobilität, kontaktloses Bezahlen und digitale Services.

Auch das Bildkonzept wurde angepasst. „Sympathisch, identifikationsstark, divers, auf Augenhöhe“ – die neuen Contipark-Bildwelten gehen weg vom steril-technischen Parkhaus und hin zu denen, die hier ihren Platz finden. Authentische, emotionale Motive rückten den Menschen ins Zentrum. Statt statischer Infrastruktur zeige das neue Bildkonzept Parkraum als lebendigen Bestandteil des urbanen Alltags. Der Faktor Mensch werde zum Markenzeichen, so Contipark.

Gruppenzugehörigkeit wird sichtbarer

Mit dem neuen Corporate Design unterstreiche Contipark auch seine Nähe zur Konzernmutter Interparking Group: Das traditionelle Blau wird ab jetzt mit der Akzentfarbe Gelb kombiniert. Zu sehen sein wird dies hauptsächlich an der neuen Beschilderung, die nach und nach in den Contipark-Parkeinrichtungen Einzug halte. Werbemittel wie Plakate, Flyer etc. sowie der neue Webauftritt zeigen sich ebenfalls in der neuen Farbkombination.

Contipark schließt sich damit visuell an das Gruppenmarketing der Interparking Group an, das für alle Länderniederlassungen der Gruppe einheitlich ist. Nicolas Godon, Group Marketing and Communication Manager bei Interparking, dazu: „Contipark rückt näher an die Konzernmutter und die Schwestergesellschaften heran – das Wir-Gefühl und die konzernweite Zusammenarbeit werden somit sichtbarer.“ Michael Kesseler, Geschäftsführer von Contipark, ergänzt: „Wir sind stolz, Teil von Interparking zu sein, und damit einen starken Partner an unserer Seite zu haben.“

Der neue Markenauftritt wurde kürzlich von fachkundiger Seite bestätigt: Contipark wurde beim diesjährigen German Brand Award in der Kategorie Brand Design/Corporate Brand ausgezeichnet.

Contipark-Objekt Hofgarten in Solingen
© Contipark