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APCOA baut Urban Hubs weiter aus

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APCOA Urban Hub in Stuttgart: Mit dem Akkuladedienst Swiftmile werden Lademöglichkeiten für E-Scooter und E-Bikes bereitgestellt. – Foto: APCOA

APCOA baut Parkhäuser zu Urban Hubs um und forciert die Digitalisierung. Zugleich setzt der Parkhaus­betreiber auf E-Mobilität. APCOA Group-CEO Philippe Op de Beeck sieht einen positiven Imagewandel der Branche, zu dem diese Maßnahmen einen Beitrag leisten.

Nach einem Jahr ohne Messen war APCOA bei der diesjährigen EXPO REAL vom 11. bis 13. Oktober wieder vertreten. Auf der internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München präsentierte der europaweit tätige Parkraumbetreiber auf seinem Stand unter anderem die Umwandlung von Parkhäusern zu Urban Hubs. Philippe Op de Beeck, CEO der APCOA PARKING Group, zeigte sich mit dem Messeauftritt sehr zufrieden: „Wir sind froh, teilgenommen zu haben.“ Es sei besser als erwartet gelaufen. Die Motivation, bei der Expo Real dabei zu sein, sei nach der corona-bedingten Pause offenbar besonders hoch gewesen, so seine Wahrnehmung. Trotz der Lockdowns mit Monaten leerer Parkplätze war APCOA nicht untätig. „Wir haben 2020 einen Rekord aufgestellt, was die Akquisition neuer Objekte angeht“, so Op de Beeck gegenüber Parken aktuell. Der gut vorbereitete Auftritt auf der diesjährigen EXPO REAL sorgte für weitere Akquisitionen und trug seinen Teil dazu bei, dass die Pipeline von APCOA „so gut gefüllt ist“ wie noch nie.

Ladestationen für E-Scooter und E-Bikes

Künftig könnten aus den neuen Standorten auch Urban Hubs werden, wie sie APCOA in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Akkuladedienst Swiftmile bereits betreibt. Die dort eingerichteten Lademöglichkeiten für E-Scooter und E-Bikes nutzt TIER Mobility, um seine E-Scooter aufzuladen. Am 21. September stellten APCOA, Swiftmile und die Stadt Stuttgart die Geräte bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Rahmen der Stuttgarter Mobilitätswoche vor. Im ersten Schritt wurden die Swiftmile-Stationen in vier Stuttgarter Parkhäusern installiert. Weitere gemeinsame Projekte in ganz Europa sollen folgen. David Müller, Director Urban Hubs bei APCOA Parking Deutschland, sieht darin „einen Beitrag zur Verkehrswende und damit auch zum Klimaschutz“. Colin Roche, CEO bei Swiftmile, sagt: „Die strategisch platzierten Swiftmile-Stationen werden dazu beitragen, den Anteil nachhaltiger Verkehrsmittel in Stuttgart und anderen Städten zu erhöhen.“ Austauschbare Batterien und ein dezentrales Ladenetzwerk sollen eine aufwändige Ladelogistik überflüssig machen, bei der die Batterien der E-Scooter zum Aufladen in zentrale Lagerhäuser gebracht werden müssen.

Kooperation mit TIER Mobility

Kurz nach der Stuttgarter Mobilitätswoche gab APCOA eine internationale strategische Zusammenarbeit mit TIER Mobility bekannt. Nach dem Auftakt in Stuttgart kam Düsseldorf mit Ladeschränken für E-Scooter an APCOA-Häusern hinzu. Weitere gemeinsame Standorte in Deutschland und Europa sollen folgen, darunter in Kürze Berlin, Köln und Hamburg. APCOA-CEO Philippe Op de Beeck erläutert den Hintergrund der Zusammenarbeit: „Die On-Demand-Economy und auch Service Provider brauchen Infrastruktur für die Nähe zu ihren Kunden auf der letzten Meile und eine nachhaltige Logistik. Lagerhallen oder leerstehende Einzelhandelsflächen sind eine Möglichkeit. Parkhäuser sind unkomplizierter und billiger.“ Statt wie andere Anbieter die Fahrzeuge täglich in einem großen Lager am Stadtrand mit Strom zu versorgen, setze TIER auf viele kleine Ladepunkte in zentraler Lage. „Die Partnerschaft mit TIER zeigt, wie wir mit innovativen Konzepten neue Zielgruppen zur Nutzung unserer Parkhäuser erschließen”, ergänzt Hansjörg Votteler, Geschäftsführer der ­APCOA PARKING Deutschland GmbH. Ioana Freise, Head of Cities in Deutschland bei TIER, sagt: „Durch die Zusammenarbeit mit APCOA können wir Wegstrecken und Emissionen deutlich reduzieren. Unser Ziel ist es, dass unsere Mitarbeiter künftig 80 Prozent der Düsseldorfer E-Scooter-Flotte in maximal zehn Minuten Fahrzeit erreichen. Darüber hinaus schaffen wir durch die Kooperation mit ­APCOA zusätzliche Parkflächen für Mikromobilität in der Nähe des Parkhauses und ermöglichen einen bequemen Umstieg vom Auto auf den E-Scooter für die letzte Meile.”

Digitalisierung als Erfolgs­strategie

Neben den Hubs ist Digitalisierung ein weiteres zentrales Thema für APCOA. Das zeigte auch der EXPO REAL-Auftritt. Es sei die klar ausgerufene Strategie, weiter in digitale Projekte zu investieren, betont CEO Philippe Op de Beeck im Gespräch mit Parken aktuell. Er verweist auf Norwegen, wo die technologie-getriebene Transformation am weitesten fortgeschritten sei. Dort habe APCOA bereits heute kein einziges Objekt mehr mit Schranke, sondern ausschließlich automatische Kennzeichenerkennung. „Aber auch in Deutschland werden wir in drei bis fünf Jahren keine neuen Objekte mit Schranken mehr bauen“, so Op de Beeck weiter. Man sehe sich hier in einer Marktführerrolle. Im Bestand werde der Umbau allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Eine andere Zukunftstechnologie, die APCOA in mehreren Pilotprojekten mit vorantreibt, ist das Automated Valet Parking (AVP). Im Rahmen des ITS Weltkongresses in Hamburg vom 11. bis 15. Oktober präsentierte der Parkraumbetreiber, wie AVP funktioniert. Im Parkhaus der Elbphilharmonie fanden Live-Vorführungen statt, bei denen handelsübliche Pkw ihren Weg durch das Parkdeck zu einem freien Stellplatz fahrerlos absolvierten. Ohne dass ein Mensch eingreifen musste, wichen die Autos auch überraschenden Hindernissen aus und parkten schließlich punktgenau ein. Die Demonstration im Elphi-Parkhaus war der Abschluss des Forschungsprojekts SynCoPark. APCOA-Geschäftsführer Hansjoerg Votteler sagt: „In einigen Jahren wird es völlig normal sein, dass sich intelligente Fahrzeuge selbständig ein- und ausparken.“ CEO Op de Beeck pflichtet ihm bei und glaubt, dass in fünf bis zehn Jahren so gut wie alle neuen Autos AVP beherrschen. „Der Vorteil wäre, dass viel mehr Autos in ein Parkhaus passen“, so Op de Beeck. Nach APCOA-Prognosen ließe sich der vorhandene Parkraum in Garagen auf diese Weise um rund 20 Prozent effizienter nutzen.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Strategisch sieht sich APCOA weiter auf Wachstumskurs und könne sich dabei auf die Unterstützung einer starken Investorengruppe verlassen. Seit Op de Beecks Antritt als CEO am 1. April 2016 sei die APCOA PARKING Group bis 2020 jedes Jahr durchschnittlich über zehn Prozent gewachsen, was die Profitabilität angeht. „Rund 70 Prozent unseres Wachstums war organisch, das heißt ohne Firmenzukäufe“, betont Op de Beeck. Sein Blick in die Zukunft fällt optimistisch aus. Neben den Akquise-Erfolgen sieht Op de Beeck auch in der Elektromobilität und dem politisch gewollten Wegfall von öffentlichen Straßenparkflächen Potenzial für Parkhausbetreiber. Das klassische Parking Management reiche künftig jedoch nicht aus. „Das Business ändert sich“, so Op de Beecks Befund.

Mehr Komfort, mehr Service

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Das sanierte und generalüberholte Parkhaus „Lothringerstraße“ in Aachen. – Foto: Contipark

Gut geplante und professionell durchgeführte Sanierungen können die Attraktivität eines Objektes deutlich erhöhen und seine Wirtschaftsfähigkeit langfristig gewährleisten. Deshalb prüft Contipark seine Bestandsobjekte regelmäßig auf möglichen Sanierungsbedarf und führt bei dessen Vorliegen entsprechende Maßnahmen durch – von punktuellen Arbeiten bis hin zu umfassenden Generalsanierungen.

Jüngstes Beispiel ist das 1980 errichtete Aachener Parkhaus „Lothringerstraße“. Ende September 2021 wurde das Objekt wieder vollständig freigegeben – nachdem es zuvor für die notwendigen Arbeiten komplett geschlossen worden war. Dabei handelte es sich um das erste Mal in der Unternehmensgeschichte von Contipark, dass eine Parkeinrichtung für eine Sanierung komplett gesperrt wurde. Bislang wurden immer nur Teilbereiche saniert, während andere nutzbar blieben, anschließend wechselten die Bereiche. Im Falle des Parkhauses „Lothringerstraße“ in Aachen entschied sich das Unternehmen gemeinsam mit dem beteiligten Bauunternehmen Züblin und den zuständigen Planern, der pbb Planung + Projektsteuerung GmbH, der Verheyen – Ingenieure GmbH & Co. KG und HPI HIMMEN Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, das Objekt komplett zu schließen, um die Sanierungsarbeiten direkt im großen Maßstab angehen zu können.

Umfassende Betoninstandsetzung

Zu diesen Arbeiten gehörten unter anderem eine umfassende Betoninstandsetzung und die Erneuerung haustechnischer Anlagen wie der Lüftungsanlage, des Entwässerungssystems und der Elektrik. Hier wurde unter anderem eine neue, energiesparende LED-Beleuchtung im kompletten Objekt realisiert. Aber auch von außen erstrahlt das Parkhaus nun in neuem Glanz – dank Fassadenreinigung, einer Neugestaltung der Einfahrtsbereiche und diverser Malerarbeiten. Die Parkierungsanlagen ist im Zuge der Sanierung erneuert worden und bietet Autofahrern ab sofort einen besonders hohen Parkkomfort.

Nach rund anderthalb Jahren Vollsperrung war im Februar dieses Jahres bereits ein Teil des Parkhauses wieder zur Nutzung freigegeben worden. Vor dieser Teileröffnung hatte die Corona-Pandemie zeitweilig für einen Baustopp gesorgt und damit alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen gestellt. Dank eines vor Projektstart erstellten Teamkonzepts und intensiver Abstimmung zwischen Contipark, den beteiligten Planern und dem Bauunternehmen konnte das Projekt trotz dieser Erschwernis dennoch erfolgreich durchgeführt und beendet werden.

Bis zum Herbst fanden noch Restarbeiten statt, zu denen vor allem die Beschichtung der Parkhausböden mit einem Spezialsystem gehörte. Mit Abschluss aller Arbeiten im September steht die Parkeinrichtung Autofahrern nun wieder vollumfänglich zur Verfügung. Auf sieben Ebenen bietet sie insgesamt 342 Stellplätze, darunter auch gesondert ausgewiesene Stellflächen für mobilitätsbeeinträchtigte Personen und Frauen.

Das baulich und technisch generalüberholte Parkhaus „Lothringerstraße“ gehört zu den zahlreichen Eigentumsobjekten Contiparks. Mit seiner attraktiven Innenstadtlage unweit des historischen Stadtzentrums ist es ein gefragter Anlaufpunkt sowohl für Einwohner als auch für Gäste der Stadt. Diese können das Objekt über zwei Einfahrten ansteuern – einmal über die namensgebende Lothringerstraße und einmal über die Theaterstraße.

Sanierungen in Fürth und Köln

Dabei ist das Parkhaus nicht das einzige Objekt im Bestand von Contipark, das 2021 umfassend saniert worden ist. Erst kürzlich wurde in Fürth die Tiefgarage „FLAIR“ nach ebenfalls rund anderthalb Jahren Sanierung wiedereröffnet. Mit seiner großzügigen Gestaltung lockt das Objekt – gemeinsam mit dem gleichnamigen Shoppingcenter – zahlreiche Kunden in die Fürther Innenstadt. In Köln konnte im August die Tiefgarage „Opern Passagen“ nach mehrmonatigen Sanierungsarbeiten wieder vollständig für den Publikumsverkehr freigegeben werden. Hier profitieren Autofahrer unter anderem von der neuen, modernen LED-Beleuchtungsanlage, die alle drei Parkebenen des Objektes in angenehm helles und gleichmäßiges Licht taucht.

Contipark plane Sanierungen stets individuell und bedarfsorientiert, so das Unternehmen. So könne sichergestellt werden, dass nicht nur die bauliche Substanz aufgewertet, sondern auch das Parkerlebnis für die Kunden deutlich komfortabler gestaltet wird – beispielsweise durch eine Optimierung der Wegeleitung oder eine Verbreiterung der Stellplätze. Contipark finanziert, entwickelt und investiert dabei nicht nur in Bestandsobjekte, sondern auch in neu erworbene Parkeinrichtungen – sowohl in Eigentums- als auch in Pachtobjekte.

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Das sanierte und generalüberholte Parkhaus „Lothringerstraße“ in Aachen. 

Fotos (2): Contipark

Einblicke und Ausblicke

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Chancen und Herausforderungen: Podiumsdiskussion zum Thema Elektromobilität. – Foto: Marko Ruh

Das jährlich durchgeführte Kompetenzforum Parken 2021 erlebte im vergangenen Jahr seine virtuelle Premiere als reine Videokonferenz. Dieses Jahr konnte der Bundesverband Parken e.V. zumindest 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder leibhaftig in Würzburg begrüßen. Auf der Agenda stand ein kurzweiliges Vortragsprogramm, das thematisch gut strukturiert war – und Anlass zu lebendigen Diskussionen gab.

„Einblicke und Ausblicke“ hatte Moderator Johannes Keppner zu Anfang des Kompetenzforums in Würzburg versprochen. Und die Präsentationen aus den beiden Themenschwerpunkten „Elektromobilität“ sowie „Innerstädtischer Verkehr“ erfüllten diesen Anspruch auch, waren entweder betont visionär oder zeichneten sich durch einen starken Praxisbezug aus. Aufgelockert wurde das Redeprogramm durch eine eingeschobene Podiumsdiskussion – ein Novum beim Kompetenzforum wie auch der zusätzliche Livestream für alle, die nicht vor Ort dabei sein konnten oder wollten. Aufgrund der pandemischen Lage war das Kartenkontingent auf 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschränkt.

Ladeinfrastruktur unabdingbar

Der erste Block der Tagung befasste sich in zwei Vorträgen mit der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Mit seinem Titel „Electrify my Parkhaus“ machte Auftaktredner Manfred Schmid von der i-sme GmbH keinen Hehl daraus, dass er Ladestationen in Parkhäusern für eine gute Idee hält. „Wir stehen an der Schwelle zu einer disruptiven Technologie“, sagte Schmid angesichts der dynamisch steigenden Zulassungszahlen für E-Autos. Das von der Kanzlerin ausgegebene Millionenziel wurde jüngst mit einem halben Jahr Verspätung erreicht, nun steht mit zehn Millionen bis 2030 der nächste große Schritt zur Elektrifizierung des Individualverkehrs im Raum. Folglich müsse die Ladeinfrastruktur ähnlich rasant mitwachsen. Schmid, dessen Firma aus einem Forschungsprojekt der Uni Stuttgart hervorgegangen ist, gab Tipps für eine konkrete Umsetzungsstrategie. Im ersten Schritt sei zu überlegen, wie viel Ladepunkte zur avisierten Nutzergruppe passen. Davon hängt der Umfang der Grundinstallationen wie Technikraum und Stromleitungen im Gebäude ab. Kabelführungen bis zu den Anschlusspunkten aller mittel- bis langfristig zu realisierenden Ladestationen sollten von Anfang an berücksichtigt werden, um ein einheitliches System für das gesamte Objekt zu gewährleisten und den baulichen Aufwand für Nachrüstungen zu minimieren. Schmid empfahl, das Gebäude vorab gemeinsam mit einem Experten vor Ort zu begehen. Sind die baulichen Gegebenheiten geklärt, sollte ein Lastmanagement ausgearbeitet werden. Je nach Tageszeit könne die erforderliche Leistung, der sogenannte Lastgang, variieren, erklärte Manfred Schmid. Multipliziert mit der Zahl der Ladepunkte ergibt sich daraus ein Gesamtbild in Bezug auf die Höhe der notwendigen Investitionen. Abschließend nannte Schmid Beispiele, wie sich Ladevorgänge abrechnen lassen. Der Experte dämpfte etwaige Hoffnungen auf ein neues Business: „Ich glaube nicht, dass Laden ein riesiges Zusatzgeschäft für Parkhausbetreiber wird.“ Dennoch sei es notwendig, weil diese Dienstleistung von immer mehr Kunden vorausgesetzt werde.

Parken-Branche entscheidet mit

Dr. Claudia Brasse stellte als zweite Rednerin eine aktuelle Studie vor, die sie mit ihrem Beratungsunternehmen innerhalb der Energiewirtschaft durchgeführt hat. Ihr Ausgangspunkt: nicht ausreichend vorhandene Ladeinfrastruktur als Engpassfaktor für den Hochlauf der E-Mobilität. Der Parken-Branche komme eine entscheidende Bedeutung zu, hier Abhilfe zu schaffen, so ihre These. Wichtige Partner bei der Schaffung eines neuen Ökosystems rund um die Elektrofahrzeuge seien Kommunen, Netz- sowie Plattformbetreiber. In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit schloss sie sich ihrem Vorredner prinzipiell an: E-Tankstellen seien als Geschäftsmodell „nicht so attraktiv“, dennoch könnte sich die Rentabilität künftig verbessern, so Dr. Brasse. Drei bis acht Prozent Rendite für Betreiber von Ladestationen hält die Expertin perspektivisch für realistisch. Die anschließende Podiumsrunde befasste sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit den angestoßenen Fragen zur Lade­infrastruktur und lotete mögliche Schnittmengen aus. Neben Dr. Claudia Brasse diskutierten Markus Emmert, Vorstand Bundesverband eMobilität e.V., Dr. Meike Niedbal, Leiterin Produkt- und Portfoliomanagement DB Station & Service AG, Tobias Wolny, Leiter External Affairs British Petrol Europa SE sowie vom Bundesverband Parken e.V. der Vorsitzende Michael Kesseler und der stellvertretende Vorsitzende Gerald Krebs.

Wieder in Präsenz: Kompetenzforum Parken 2021 in Würzburg. – Foto: Marko Ruh
Wieder in Präsenz: Kompetenzforum Parken 2021 in Würzburg.

Keine erhöhte Brandgefahr

Marcus Egelhaaf und Lars Inderthal von der DEKRA Unfallforschung widersprachen kursierenden Schreckensmeldungen in Bezug auf Elektroautos: „Die Crash-Sicherheit ist auf dem Niveau klassischer Fahrzeuge.“ Dies ist das Ergebnis umfangreicher Crash-Tests mit vier verschiedenen E-Fahrzeugen, die sie in spektakulären Filmausschnitten präsentierten. Größere Gefahr besteht aus Sicht der Experten hingegen beim Laden, insbesondere bei kleineren Wallboxen bis 11 kW oder beim Aufladen über die Steckdose. Die Empfehlung der DEKRA-Experten: In öffentlichen Garagen sollte das Aufladen von Elektrofahrzeugen ausschließlich über speziell dafür geschaffene und geprüfte Elektroinstallationen erfolgen. Mithin sei also eher ein defektes Ladekabel oder eine mangelhafte Wallbox Brandauslöser und nicht das vermeintlich „böse Elektroauto“. Eine dezidierte Risikoeinschätzung durch die beiden Fachleute ergab keine wesentlichen Unterschiede zwischen Elektroauto und Verbrenner. Auch die Brandlast der unterschiedlichen Antriebstypen sei vergleichbar: Den größten Anteil beim Brennmaterial haben demnach Kunststoffe und Gummi, wovon in verschiedenen Fahrzeugtypen ähnlich viel verbaut ist. Die größte Gefahr sei bei allen brennenden Autos die daraus resultierende Rauchentwicklung. Das Löschen von Elektroautos sei für die Feuerwehren mittlerweile beherrschbar. Eine elektrische Reaktion mit Löschwasser sei bei abgestellten Fahrzeugen „ein Märchen“, so Lars Inderthal. Eine Gefahr beim Löschen mit Wasser bestehe hingegen während des Ladevorgangs. Fazit des DEKRA-Duos: „Zusammenfassend können wir festhalten, dass die ‚Brandgefahr Elektrofahrzeug‘ in den Griff zu bekommen ist und sich nicht wesentlich von dem unterscheidet, was wir von Verbrennungsfahrzeugen kennen.“

Staustadt München

Im zweiten Themenschwerpunkt zum innerstädtischen Verkehr befassten sich zwei Redner explizit mit der Stauproblematik in der bayrischen Landeshauptstadt. „München erstickt im Stau“, stellte Prof. Dr. Oliver Falck vom ifo Institut der Universität München eingangs fest. Der Lehrstuhlinhaber schlägt deshalb eine Anti-Stau-Gebühr vor. Dies ist das Ergebnis von Simulationen auf Basis von detaillierten Mobilitätsdaten eines Mobilfunkanbieters. Damit bildeten die Forschenden die Verkehrssituation in München sehr realitätsnah ab. Es wurde ermittelt, wie sich die Verkehrsteilnehmer als Homo Oeconomicus verhalten würden, wenn für Fahrten innerhalb des mittleren Münchener Rings eine Tagespauschale von sechs Euro fällig würde. Das simulierte Resultat: 30 Prozent weniger Verkehr und keine Staus mehr. Berufspendler würden noch mehr im Home-Office arbeiten oder auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Eine Erhöhung der Parkgebühren wäre weit weniger wirksam, so der Professor. Im Realbetrieb habe eine ähnliche Maßnahme bereits vergleichbare Erfolge gezeitigt. So habe man in Stockholm nach Einführung einer City-Maut 20 Prozent weniger Verkehr gemessen und keine Staus mehr zu verzeichnen. Prof. Falck will die von ihm entwickelte Anti-Stau-Gebühr dennoch nicht als City-Maut verstanden wissen. Es handle sich vielmehr um eine Kompensation der durch Straßenverkehr anfallenden Kosten bei Dritten und damit um eine gerechte Umverteilung. Die Gebühr sei auch kein Verbot, da man frei entscheiden könne. Um den Vortrag des Forschers entspann sich eine kontroverse Diskussion. Dass sich in der Stadt mit den meisten Staus in Deutschland etwas ändern muss, darüber herrschte Einigkeit. Doch in mehrere Wortmeldungen kamen Zweifel auf, ob die vorgestellte Gebühr letztlich nichts anderes als eine verkappte City-Maut sei. Diese wird von vielen Parkhaubetreibern und Einzelhandelsvertretern kategorisch abgelehnt. Prof. Falck erwiderte, dass viele Kunden längst nicht mehr mit dem Auto zum Einkaufen kommen. Wie die Situation in München aus behördlicher Sicht gehandhabt wird, schilderte Georg Dunkel, Mobilitätsreferent in der Landeshauptstadt. Er stellte eine Mobilitätsstrategie zur Verkehrswende in der Millionenstadt vor, die den „Abschied von der autogerechten Stadt“ postuliert und darauf abzielt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Hierfür seien flächeneffiziente Verkehrsmittel wie ÖPNV, Fuß- und Radverkehr besser geeignet als Autos. Deshalb wolle München massiv in den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel investieren und deutlich mehr baulich getrennte Radwege schaffen. Attraktiv werden soll der Abschied vom eigenen Pkw auch durch Mobility-as-a-Service-Angebote, nutzbar über eine zentrale App. Eine Steuerungswirkung verspricht sich der Mobilitätsreferent auch von der Ausweitung des Parkraummanagements sowie höheren Parkgebühren, auch für das Anwohnerparken. Gleichzeitig soll das On-Street-Parken reduziert werden, insbesondere in Münchens Altstadt. Einhergehen soll das mit einer optimierten Auslastung der vorhandenen Parkhäuser. In den Wohnquartieren sollen vermehrt Quartiersgaragen für eine Entlastung der Straßen sorgen. Zum Schluss seines Vortrags zitierte Georg Dunkel aus dem Positionspapier des Bundesverbandes Parken und lobte: „Ich freue mich, dass Sie Mobilitätshäuser empfehlen.“

So viele Autos wie nie zuvor

Einen Kontrapunkt setzte Dr. Michael Haberland vom Auto-Verband Mobil in Deutschland e.V., indem er autofreien Innenstädten und City-Mauts eine deutliche Absage erteilte. Er verwies darauf, dass es mit rund 48,3 Millionen Pkw (Anm. d. Red.: Fahrzeugbestand laut Kraftfahrtbundesamt vom 1. Januar 2021) noch nie so viel Autos gab wie heute und das Auto damit das Verkehrsmittel Nummer 1 bleibe. Theorie und Praxis klafften vielfach stark auseinander. Seine Ansage: „Städte funktionieren nur mit Mobilität. ‚Autos raus‘ macht Städte unattraktiv.“ Haberland plädierte für eine freie Wahl der Verkehrsmittel und ein Ineinandergreifen unterschiedlicher Verkehrsträger. Auch das Parken müsse attraktiv sein und der Parksuchverkehr reduziert werden. Attraktive Stadtzentren sind das Kernanliegen der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V., für die Frank Simon in Würzburg sprach. Lebensqualität sei die „zentrale Währung“ einer Stadt, so leitete der Verbandsreferent seine Ausführungen ein. Wie sich öffentlicher Raum positiv inszenieren lässt, zeigte Simon anhand von gelungenen Beispielen aus deutschen Städten. Parkhäuser können dabei ein Teil der Lösung sein, um die Erreichbarkeit von Innenstädten zu erhalten und gleichzeitig Freiflächen zu schaffen. Dabei seien Sauberkeit, Sicherheit und Service der Parkierungsanlagen wichtig. Schließlich werde das Parkhaus als „Tor zur Stadt und Welcome Center“ wahrgenommen.

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Hybridveranstaltung: Das Kompetenzforum wurde auch als Livestream übertragen.

EAR 2022 und Varianten von Parkhausdecken

Zwei weitere Vorträge waren thematisch außerhalb der beiden großen Komplexe „Elektromobilität“ und „Innenstadt“ angesiedelt. Mirko Wendler von der gleichnamigen Beratungsfirma gab einen kurzen Überblick über die Neufassung der EAR 2022. 16 Jahre hat die herausgebende Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV unter Mitwirkung von Experten wie Dipl.-Ing. Mirko Wendler daran gearbeitet. In Kürze wird die alte Ausgabe aus dem Jahr 2005 abgelöst. Ebenfalls mitgearbeitet an der EAR 2022 hat Dr.-Ing. habil. Ilja Irmscher von der GIVT mbH. Er ging in seiner Präsentation auf unterschiedliche Typen von Parkhausdecken ein. Im Wesentlichen seien drei Varianten zu unterscheiden: Decken aus Ortbeton, universell skalierbare Systembauweisen mit Fertigteilen sowie Parkhäuser aus industriell vorgefertigten Betonelementen. Auch alternative Bewehrungen wie Edelstahl, Glasfasern oder Carbon erwähnte Dr. Irmscher ebenso wie Holzdecken. „Parkhaus ist nicht gleich Parkhaus“, sagte der in der Parken-Branche bekannte Experte und machte darauf aufmerksam, dass kein Bauwerk wartungsfrei sei. Für die Lebensdauer sei ein Instandhaltungsplan deshalb unabdingbar, je nach Ausführung auch geeignete Abdichtungs- und Oberflächenschutzsysteme. Beton sei eben nicht „unkaputtbar“.

Rückblick und Ausblick

Bei seiner Begrüßung hatte Michael Kesseler, der Vorstandsvorsitzende im Bundesverband Parken e.V., daran erinnert, dass er vor einem knappen Jahr hauptsächlich in Kameras gesprochen hatte. Nach monatelangen Lockdowns und Schließungen sei es umso erfreulicher, das Kompetenzforum wieder in Präsenz durchzuführen. Weitere Vor-Ort- Veranstaltungen werden im kommenden Jahr hoffentlich folgen. Der Vorsitzende warb schon jetzt für die Fachtagung des BV Parken, die für den 23. Juni 2022 auf dem Petersberg bei Bonn terminiert ist, sowie für den 20. EPA-Kongress vom 12. bis 14. September 2022 in Brüssel, zu dem der europäische Dachverband der Parken-Branche einlädt. Das nächste Kompetenzforum Parken findet am 30. November 2022 erneut im Congress Centrum Würzburg statt.

Fotos (3): Marko Ruh

Fahren und Parken wird autonom – und elektrisch

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Das Automated Valet Parking wurde im angrenzenden Parkhaus der Messe München präsentiert.

Montag, 6. September 2021: Erster Tag der IAA Mobility – und Parken aktuell ist mitten drin in der größten Mobilitäts­messe der Welt – natürlich mit Maske. „Die IAA ist ein Hoffnungszeichen während der Pandemie“, sagt Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede. Schließlich ist die IAA eine der ersten großen Messen, die nach über zwei Jahren Zwangspause, wieder in Präsenz stattfindet. Ausgerüstet mit Stift, Block und Kamera mache ich mich auf die Jagd nach den neuesten Trends der Branche.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach in seiner Rede bei der Eröffnungskonferenz von einem „neuen Sound in der Entwicklung der Mobilität“. Und das wird auf der Messe deutlich.

Autonomes Fahren und Automated Valet Parking

Während ich durch die Hallen gehe, merke ich schnell, dass autonomes Fahren  eines der Hauptthemen der Messe ist. Das sagt auch Angela Merkel: „Ebenso rasant wie die E-Mobilität entwickelt sich das autonome Fahren.“ Deutschland sei das erste Land, das einen Gesetzesentwurf zum autonomen Fahren verabschiedet, und das Fahren auf den Weg gebracht habe, erklärt sie.

Als erstes gehe ich zum Stand der ZF Friedrichshafen AG. Sie hat Komponenten ausgestellt, die autonomes Fahren ermöglichen. Zu ihnen zählt auch der laut ZF „leistungsstärkste und flexibelste Automotive-Supercomputer der Welt“ – der ProAI. Er soll bis zu eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde schaffen und Level 5 beim autonomen Fahren ermöglichen. In einem „Auto-Skelett“ zeigt das Unternehmen, wo genau die einzelnen Komponenten verbaut sind.

Viele Unternehmen sind mittlerweile in diesem Bereich der Mobilität tätig, darunter auch Continental. Das autonome Fahren ist ein großes Ziel des Unternehmens, das zu diesem Zweck den „People Mover“ entwickelt hat. Dr. Hermann Retzer erklärt, dass für autonomes Fahren viele Sensoren, darunter auch Parksensoren, und eine hohe Rechenleistung nötig seien, zum Beispiel für intelligente Bremssysteme. Er selbst sieht den Bereich der Teilautomatisierung allerdings kritisch: „Wir entwöhnen den Fahrer“, sagt er. Retzer würde Continental momentan beim autonomen Fahren auf Level „2+“ einordnen. Die Technologie von Continental ist schon so weit, dass das Auto selbstständig aus der Garage vorfährt und mit der Infrastruktur interagiert. Für ihn sei Mercedes-Benz das Vorbild. „Daimler ist auch von der Sicherheit am weitesten“, erklärt Retzer. Die große Krux: Was passiert, wenn einmal eine Kamera ausfällt? Gleichwohl laufen schon Tests mit einem Level-4-Auto zwischen München und Nürnberg. Diese Autos würden eine völlig veränderte Nutzung des Fahrzeugs bedeuten, sagt Retzer. „Das Fahrzeug kann als Arbeitsplatz benutzt werden.“ Damit die Sicherheit für die Menschen in diesem Fall gegeben ist, braucht es das „Platooning“: Ein Steuerungssystem kontrolliert mehrere Autos, sodass diese kontrolliert hintereinander in geringem Abstand fahren. Retzer richtet gleichzeitig aber auch einen Appell an die Politik. „Infrastruktur und ein stabiles 5G-Netz sind essenziell“, sagt Retzer. Mit „Remote Control Parking“ ist man zudem im Bereich des Automated Valet Parking (AVP) aktiv.

Mit der Vision des Autos als Arbeitsplatz steht Continental übrigens nicht allein da: Auch Markus Söder hob in seiner Rede die Perspektive eines umfassend digitalisierten „Car-Office“ hervor.

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Neuer Elektrosportwagen von Hyundai: IONIQ 6


Weiter zum nächsten großen Stand. Bei Mercedes-Benz ist das Querschnitts-Modell eines Autos der Marke ausgestellt, in dem die unterschiedlichen Metalle farblich hervorgehoben sind. So sind auch die einzelnen Sensoren sichtbar, die zusammen für einen reibungslosen Einsatz des „Drive Pilot“ sorgen. Dieser ist für autonomes Fahren Level 3 ausgerichtet und soll „demnächst“ in die S-Klasse integriert werden, skizziert eine Unternehmensprecherin. Er besteht aus insgesamt fünf Sensoren, drei vorne und zwei hinten, wobei die hinteren Sensoren auch die toten Winkel abdecken. Das Besondere am Drive Pilot sei unter anderem die Stereokamera, die nicht nur Objekte, sondern auch die aktuelle Witterung erkenne. Die Kamera registriert die momentane Wetterlage zum Beispiel an den Tropfen auf der Linse oder der Reflektion auf der Straße. Zudem verfügen die Reifen über einen Nässesensor. Der Drive Pilot enthält zudem eine Fahrerbeobachtungskamera: Sie scannt die Augenbewegungen des Fahrers und überprüft, ob er noch die Geräte bedient. Ist das nicht der Fall, so gibt es ein Signal, ähnlich wie der Totmann-Schalter aus dem Lokführerbereich. Generell übernehme der Drive Pilot die Fahraufgaben, allerdings müsse der Fahrer jederzeit übernehmen können, erklärt die Sprecherin.

Es gibt aber nicht nur autonomes Fahren – sondern auch autonomes Parken, Stichwort „Automated Valet Parking“. Im angrenzenden Parkhaus der Messe München gibt es hierzu eine Vorführung, zu der die Mitglieder im Bundesverband Parken in gesonderten Terminen eingeladen waren. Hintergrund ist eine Arbeitsgruppe unter der Schirmherrschaft des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die sich dem Thema AVP widmet und der auch Mitglieder des BV Parken angehören. An insgesamt fünf Autos der Marken Volkswagen, Ford, Mercedes-Benz, BMW und Jaguar wird die Technologie im Messe-Parkhaus vorgeführt. Ich kann hier auch noch etwas Neues beobachten: Das Objekt muss nicht unbedingt vor dem Auto sein, damit es bremst, es genügt schon, wenn man sich ihm von der Seite nähert. Ein Sprecher der Unternehmen, die die Präsentation auf die Beine gestellt haben, sagt mir, man wolle mit AVP „die Grundlage für weiteres automatisiertes Fahren schaffen“. Nach dieser Präsentation kann ich sagen: Die Grundlage ist gelegt.

Das wird auch daran deutlich, dass immer mehr Automobilhersteller AVP für sich entdecken. Auf der Messe erfahre ich, dass Ford bereits in diesem Bereich entwickelt, während es bei Hyundai „auf jeden Fall eine Option für die Zukunft ist“. Bei dem südkoreanischen Autohersteller sind sie dafür schon sehr weit, was autonomes und elektrisches Fahren angeht. Das hauseigene Robotaxi verfügt bereits über AVP Level 4 und die Vorstufe automatisches Einparken ist beim IONIQ 5 schon serienmäßig. Bis auf das Radar sei auch das komplett elektrische Robotaxi schon serienreif, erklärt der Sprecher.
Bei Ford sei die Technologie, um das AVP umsetzen zu können, schon ausgereift, und ein Einsatz werde bereits erprobt, wird mir auf Nachfrage mitgeteilt. „Es ist bald in Fahrzeugen verfügbar.“ Generell ist Ford auch in den Bereichen E-Mobilität und E-Laden aktiv. So baut der Autohersteller bereits eigene Wallboxen, und der Ford Mustang Mach-E GT verfügt über einen elektrischen Allrad-Antrieb. Zudem soll die Ford-Fahrzeugflotte nach und nach elektrifiziert werden. Bei Modellen wie dem Ford Focus und dem Mondeo ist das auch bereits passiert.

Schon deutlich weiter als Ford, was das autonome Parken angeht, ist Bosch. Zusammen mit Mercedes-Benz und weiteren Partnern arbeitet das Unternehmen aus Baden-Württemberg daran, AVP Level 4 serienmäßig zu entwickeln – mit Erfolg: Man sei „auf einem sehr guten Weg, was das angeht“, sagt Annett Fischer, Fachreferentin bei Bosch. Für den Parkhausbetreiber biete das AVP eine neue Dimension, denn er kann die Stellflächen effizienter nutzen und etwa 20 Prozent mehr Fahrzeuge unterbringen, so die Sprecherin. Gleichzeitig können Betreiber durch AVP weitere Services anbieten, wie Laderoboter, die zu einer Umsatzsteigerung führen könnten. AVP ist nicht die einzige Parken-Anwendung im Bosch-Universum. Der Konzern hat auch den Home-Zone-Parking-Pilot entwickelt, ein lernendes System, das sich den Parkvorgang zum gewünschten Platz merkt, sobald die Route einmal gefahren wurde. Wie auch beim AVP bremst das Auto von selbst, sobald sich Hindernisse im Weg befinden.

Ein sehr ausgeklügeltes System für AVP entdecke ich bei IBM. Generell gebe es drei Konzepte von AVP erklärt mir Thorsten Schröer, Director Industrial Sector bei IBM. Bei AVP 1 ist die Infrastruktur intern, wie beispielsweise bei Tesla, wo die Sensorik und die Künstliche Intelligenz (KI bzw. AI=Artificial Intelligence) im Fahrzeug verbaut ist. Bei AVP 2 gibt es eine externe Infrastruktur, das heißt, dass das Fahrzeug mit der Infrastruktur wie Kameras, kommuniziert. Hier liege ein Vorteil von AVP 2 sagt Schröer: „Bei AVP 2, kann man dank der Kommunikation mit den Kameras um die Ecke gucken.“ Ein Aspekt, der auch bei Rampen in den Parkhäusern von Vorteil sei. Das Parkhaus ist folglich auch einer der häufigsten Anwendungsfälle für AVP 2, da eine dedizierte Umgebung für das System notwendig ist. AVP 3 zeichnet sich durch die Kommunikation der Autos untereinander aus. Die großen Herausforderungen seien das Handling und der Schaden der Autos, die ungefähr zwischen 20 und 35 Kilometern pro Stunde fahren. Die IBM-Lösung ist AI-basiert, wobei IBM dabei für die Cloud-Plattform sorgt. Hier arbeitet IBM auch mit Scheidt & Bachmann zusammen.

E-Laden und Expansionspläne

Ein anderes großes Thema der Messe ist das Laden. Dessen Bedeutung hebt VDA-Präsidentin Hildegard Müller hervor: „Sichereres Laden von Ökostrom ist das A und O.“ Einer der größten Kritikpunkte ist das nach wie vor lückenhafte Netz an Ladestationen in Deutschland. Dazu Angela Merkel: „Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist eine Aufgabe der Wirtschaft und des Staates.“ Daher beteilige sich der Bund mit sieben Milliarden Euro bis 2025 daran.

Nichtsdestotrotz sind auch kreative Lösungen gefragt. Zwei finde ich am Stand des Fraunhofer Instituts. Beide Konzepte basieren auf Solarenergie. So gibt es die Überlegung, die Solarzellen in Lärmschutzwände einzubetten. Das hätte nicht nur einen optischen Effekt, sondern würde auch die Schallschutzfähigkeiten verbessern, erklärt ein Sprecher. Die andere Möglichkeit, die das Institut aufzeigt, ist die Überdachung von Verkehrswegen mit Solarzellen. Das soll bald auch praktisch erprobt werden: Auf der A81 bei Engen soll im kommenden Jahr ein 20 Meter langes Stück der Autobahn überdacht werden. Für das Fraunhofer Institut ist die Autobahn die „Königsklasse“.

Was mir generell auffällt: Trotz Corona sind viele Unternehmen auf Wachstumskurs. Wie Peter Park, die nach der Expansion nach Österreich als nächstes Dänemark und die Schweiz ins Auge gefasst haben. Das Münchener Start-up hat die Zeichen der Zeit erkannt und macht E-Laden zu einem seiner wichtigsten Themen. Dafür sei man mit Ladesäulenherstellern im Austausch. Die aktuelle Lösung von Peter Park sei bislang nur auf privat-rechtlichen Flächen möglich. „Der Nutzer will das Parken und Laden in einer Schnittstelle“, sagt Martin Aleo, Business Development & Operations Manager. Daher sei man im Austausch mit Parkhausbetreibern. Das Kernprodukt von Peter Park soll in Zukunft die durchschnittliche Parkdauer des Autos ermitteln können und dadurch dem Parkhausbetreiber Feedback geben können, welche Art Ladestation für ihn am besten ist.
Verschiedene Arten von Ladesäulen entdecke ich bei Keba: Das Unternehmen unterscheidet drei Ladearten: Zuhause laden, auch mit RFID-Freigabe, das Laden von Flotten, wobei eine Wallbox 15 andere steuert, und das Laden an spezifischen Orten, wie zum Beispiel vor einem Hotel oder Supermarkt. Für Keba, die bereits seit zwölf Jahren am Markt sind, ist es die dritte Generation von Wallboxen. Diese haben eine Besonderheit: Sie seien klimaneutral und unterscheiden sich von den normalen Wallboxen in den Gehäusen und den Kabeln. Laut Keba sei man der erste Anbieter, der ein solches Produkt im Portfolio hat. Zudem sei man das erste Unternehmen gewesen, das eine eichrechtskonforme Serienproduktion von Ladesäulen starten konnte, erzählt mir Stefan Lanzinger, Marketing Manager von Keba. Wie bei Peter Park stehen auch bei Keba die Zeichen auf Expansion. Nachdem das Unternehmen bereits in die DACH-Region, Italien, Frankreich, Skandinavien und Israel liefert, soll in Zukunft die Präsenz im Vereinigten Königreich ausgebaut werden. „Der UK-Markt ist schwierig“, erklärt Lanzinger. Grund dafür sei der Brexit. Daher müsse man in Großbritannien einen eigenen Standort haben und die Geschäfte von dort abwickeln.

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Bei einer Firma wie Keba stand das Laden von E-Autos im Vordergrund. 


Das Thema Laden ist auch für reev wichtig. Das Münchener Unternehmen hat gerade in Nürnberg das „Parkhaus der Zukunft“ fertiggestellt, bei dem 128 Ladestationen mit Photovoltaikstrom gespeist werden. „Das ,Parkhaus der Zukunft‘ soll Standard werden“, sagt Ludwig Wimmer, der Account Manager Wohnungswirtschaft bei reev. Erklärtes Ziel von reev ist die Vereinigung von nachhaltiger Elektromobilität und erneuerbarer Energieversorgung. „Dem Betreiber muss klar sein, was Ladeinfrastruktur bewirken kann“, betont Wimmer. Richtig umgesetzt, könne er damit langfristig zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz beitragen. Generell sei das „Parkhaus ein schöner Ort für unsere Technologie“.
Mit Ladeinfrastruktur befasst sich auch BMW. Schon seit 2012 sind die Bayrischen Motoren Werke in diesem Bereich aktiv, angefangen mit ihrem damaligen Projekt charge-NOW, das mittlerweile Teil des Mobilitäts-Joint-Ventures zwischen der BMW Group und der Daimler AG ist. Der Münchener Autohersteller bietet mit der BMW Charging Card einen Zugang zum gesamten Ladenetzwerk von BMW an. Zurzeit sind das an die 257.000 Ladesäulen in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien. Nächstes Ziel sei Kroatien, erklärt ein Sprecher. Die Karte wurde mit dem BMW iX3 eingeführt, mit ihr soll man auch auf die Angebote von anderen Anbieter zugreifen können. BMW will damit erreichen, dass man „mit einer Karte auskommt“.

Ein Unternehmen mit klarer Ausrichtung auf den deutschen und europäischen Markt ist IONIX. Das Besondere: IONIX bietet sowohl eichrechtskonforme als auch nicht-eichrechtskonforme Ladesäulen an. Generell produziere man „Mittelschnellladesäulen“ bis 50 kW/h, sagt ein Sprecher. Nächstes Jahr bringt man zudem Ladesäulen bis 25 kW/h auf den Markt.

Auf einen Dreiklang bei den Produkten setzt Mahle. Das Stuttgarter Unternehmen  konzentriert sich auf batterieelektrische Mobilität, die Brennstoffzelle und nicht-fossile Brennstoffe. Mit letzterem mache man den größten Umsatz, wohingegen die batterieelektrische Mobilität das stärkste Wachstum habe, sagt Ruben Danisch, Head of Press Department. Generell sei bei Mahle 60 Prozent des globalen Umsatzes unabhängig vom Verbrennungsmotor. Die größte Herausforderung sieht Danisch bei der Ladeinfrastruktur. Hier müsse sich die Fahrzeugtechnik entwickeln. Auch Mahle ist mittlerweile im Bereich der Ladeinfrastruktur aktiv: Der nächste Schritt sei laut Danisch die Entwicklung von Schnellladestationen zusammen mit chargeBIG. Dass das Laden in den nächsten Jahren essenziell wird und wir daher eine gute Infrastruktur benötigen, zeigt ein Vergleich zur letzten IAA 2019: „Dieses Jahr hatten wir 370.000 Zulassungen von E-Autos und Plug-In-Hybriden. Das sind mehr als sechsmal so viel wie zum Zeitpunkt der letzten IAA 2019“, sagt Angela Merkel.

Fotos (3): Fabian Küpper

Parkhäuser vielfältig nutzen

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In Köln und Hamburg nutzt UPS bereits APCOA-Parkhäuser als Warenumschlagplatz. – Foto: APCOA

APCOA Parking Deutschland hat eine Kooperation mit UPS begonnen. Seit Mai 2021 nutzt der Paketdienst APCOA-Parkhäuser, um dort Lieferungen von großen Lkw-Containern auf Lastenfahrräder zu umzuladen und sie damit zu den Kunden zu bringen. Derzeit arbeiten beide Unternehmen an Standorten in Hamburg und Köln zusammen. In Hamburg gibt es die Warenumschlagplätze am Gänsemarkt und den Bucerius Passagen, in Köln am Klapperhof und in der Lothringer Straße.

Mit der Kooperation wollen beide Unternehmen dazu beitragen, CO2-Emissionen, Verkehrslärm und Staus zu reduzieren und so die urbane Logistik nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig kann APCOA durch die Zusammenarbeit vorhandene Überkapazitäten in seinen
Parkhäusern besser nutzen. Und für UPS ist es möglich, mithilfe von Lastenfahrrädern Lieferungen effizienter durchzuführen, da diese nicht von Staus aufgehalten werden und so im Stadtverkehr deutlich schneller vorankommen.

“Durch die Kooperation mit UPS erweitern wir unser Urban-Hubs-Netzwerk, mit dem wir die Infrastruktur für nachhaltige urbane Dienstleistungen bieten”, sagt David Müller, Director Urban Hubs bei APCOA Parking Deutschland. “Mit der Verwendung unserer Parkflächen als Umschlagplatz ermöglichen wir eine umweltfreundliche Logistik und können zudem unsere vorhandenen Kapazitäten besser nutzen. So leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz und machen einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Parkhaus der Zukunft.”

Kooperation entlastet Straßen und Anwohner

Im Zuge der Zusammenarbeit liefert UPS seine Sendungen per Lkw zu den APCOA-Parkhäusern. Dort werden die Container abgeladen und zu den dafür vorgesehenen Parkplätzen gebracht. Nachdem die Lieferungen auf Lastenfahrräder verladen worden sind, bringen sie die Fahrer zum Kunden.

Die Zusammenarbeit mit UPS ist Teil von APCOAS Urban-Hubs-Netzwerk, mit dem das Unternehmen die physische und digitale Infrastruktur für nachhaltige urbane Services bietet. Im Bereich Logistik gehören dazu neben Umschlagplätzen für Lieferdienste auch Paketschränke, an denen die Kunden Lieferungen selbst abholen können. Weitere in
APCOA-Parkhäusern verfügbare Urban-Hubs-Dienstleistungen sind zum Beispiel Ladepunkte für E-Fahrzeuge und Leihstationen für Sharing-Fahrzeuge.

Schrankenfreies Parken an Kölner Krankenhaus

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Parksystem von Peter Park und EasyPark ermöglicht schrankenfreies Parken am Krankenhaus Porz am Rhein. – Foto:EasyPark

Ein neues Mobilitätskonzept des Krankenhauses Porz am Rhein in Köln kommt gut an bei Mitarbeitern, Patienten und Besuchern. Ein wesentliches Element ist dabei das Parksystem von Peter Park und EasyPark, das seit Anfang November läuft und komplett ohne Schranken, Tickets und Bargeld auskommt.

Dabei wird beim Ein- und Ausfahren das Kennzeichen des Fahrzeugs gescannt, um Anfang und Ende der Parkzeit zu ermitteln. Die Autofahrer können dann über die EasyPark-App ihren Parkvorgang beginnen, abschließen und jederzeit verlängern. Das funktioniert genauso, wie es App-Nutzer on-street in Köln und rund 400 weiteren Städten in Deutschland kennen.

Nach den ersten zwei Betriebswochen zieht EasyPark ein positives Zwischenfazit: Bereits jetzt nutze die Mehrheit der Autofahrer das neue App-System statt den Parkautomaten: Rund 65 Prozent der Transaktionen laufen laut Anbieter über die EasyPark App. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt bei etwa 60 Prozent.

„Die schrankenlose Zufahrt zur Parkfläche und anschließende Abrechnung der Parkkosten über die App ist eine in Deutschland noch recht neue Lösung, die kein Autofahrer mehr missen möchte, wenn er sie einmal ausprobiert hat. Einfacher geht parken nicht“, sagt Nico Schlegel, Geschäftsführer EasyPark Deutschland. „Für Parkflächenbetreiber ist die Technologie ebenso kostensparend wie effektiv in der Verwaltung. Immer mehr Partner fragen darum eine entsprechende Anbindung ihrer Parkflächen bei uns an.“

Wer kein Smartphone nutzen möchte, kann derweil bar, mit EC- oder Kreditkarte am Automaten bezahlen, in dem er kurz vor der Abfahrt sein Kennzeichen über das Tastenfeld eingibt. Herkömmliche Tickets entfallen, was Kosten reduziere. In den skandinavischen Ländern gehöre schrankenfreies Parken heute bereits zum Standard.

Foto: EasyPark

Passende Parklösungen für Hotels von Scheidt & Bachmann

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Die Hotelbranche ist eine der Branchen, die von  der Corona-Krise besonders stark gebeutelt ist. Daher suchen insbesondere sie nach schlanken und einfach zu integrierenden Lösungen. Scheidt & Bachmann Parking Solutions bietet hier eine passende Lösung.

Die Kassenfunktion für das Parken wird als Applikation einfach auf den bereits vorhanden PC an der Rezeption gespielt. Der Zentralrechner kann somit im Backoffice oder im Serverraum stehen. Auf Wunsch steht auch ein Kassenautomat – sowohl in klassischer als auch bargeldloser Ausführung – zur Verfügung. An der Ausfahrt des Parkhauses kann der  der Hotelkunde das Parkticket dann an einer schlanken Säule scannen, woraufhin sich die Schranke öffnet. Die Sprechanlage auf SIP-Basis kann zudem in die bereits vorhandene Telefonanlage zur Kommunikation mit dem Kunden voll integriert werden.

Neben dem monetären Vorteil bleiben Designvorgaben für die Empfangstheke unberührt.

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Ticketless und Free-Flow-Parken finden immer mehr Fans

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Zu den angesagten digitalen Services zählt auch das E-Laden, wie hier im neuen Parkhaus des Quartiers I/D Cologne in Köln-Mülheim. – Foto: I/D Cologne Parkhaus Köln

Mit der Einführung von ticketlosen Systemen – mit oder ganz ohne Schranke – im Mai 2018 sieht sich Scheidt & Bachmann als Pionier bei dieser Technologie. Über 50 solcher Systeme seien mittlerweile allein in Deutschland in Betrieb gegangen.

Parkkunden ein attraktives Parkerlebnis und komfortable Services anzubieten, sei heute mehr denn je gefragt. Dabei gelte es, alle Vertragspartner möglichst einfach einzubinden. Im Ergebnis soll es digital für den Kunden und möglichst effizient und kundennah für den Betreiber laufen. Scheidt & Bachmann Parking Solutions bietet hierfür Lösungen aus einer Hand. Die Vorteile solcher ticketlosen und Free-Flow-Systeme seien offensichtlich: Neben weniger Hardware, platzarmen und verschleißfreien Komponenten könnten ganze Spuren eingespart werden. Die Unterhaltskosten sinken laut Scheidt & Bachmann signifikant, während der Verkehr schneller zu- und abfließt. Der Schlüssel zum Erfolg sei eine hochwertige Kennzeichenerkennung, so der Anbieter von Parksystemen.

Funktionsweise

Bei der Einfahrt in das Parkobjekt kann der Parkkunde – sofern gewünscht – über einen Einfahrtsbildschirm begrüßt werden, auf dem sich wahlweise auch das erkannte Kennzeichen anzeigen lässt. Für das Zahlen hat der Kunde bei den Scheidt & Bachmann Systemen die Wahl: ganz klassisch am Kassenautomaten über Eingabe des Kennzeichens in bar oder mit Karte, digital über die „Kassenautomat App“ oder über die Bezahl-Webseite via ENTERVO SMART WEB PAY. Bei Objekten mit besonderem Sicherheitsanspruch verifiziert sich der Parkkunde durch Eingabe seines Kennzeichens oder Vorhalten eines Quick-Access-Codes am Türleser beim Eingang. Bei der Ausfahrt erkennt das Kamerasystem den bezahlten Vorgang und öffnet – sofern vorhanden – die Schranke automatisch. Ein Monitor an der Ausfahrt wünscht freundlich „gute Fahrt“ oder macht – bei Free-Flow-Systemen ohne Schranke – auf einen offenen Zahlbetrag aufmerksam. Die Zahlung kann dann per App oder am Automaten nachgeholt werden. Die Vorgänge säumiger Kunden bei Free-Flow können vom Betreiber selbst überprüft werden oder auch gleich über eine Schnittstelle automatisch zu einem Inkassounternehmen weitergegeben werden. Sofern Parkhausbetreiber mit einem Mobilitätsdienstleister kooperieren, können Parkkunden ihre eventuell dort schon bestehende Registrierung nutzen und über das Kennzeichen ticketlos ein- und ausfahren. Hier wird online abgefragt, ob eine Berechtigung für das Objekt besteht. Bei positiver Rückmeldung öffnet sich die Schranke. Aus der Scheidt & Bachmann Gruppe unterstützt bei der Umsetzung solcher Lösungen der digitale Serviceanbieter evopark, der nach Vertragsschluss entweder das komplette Handling übernimmt oder als Inte­grator zur Verfügung steht. Grundlage für alle diese Möglichkeiten sei das weltweit tausendfach erprobte entervo System von Scheidt & Bachmann Parking Solutions. entervo biete eine Reihe von integrierten Schnittstellen nicht nur für Mobilitätsanbieter, sondern beispielsweise auch zur Reservierung von Stellplätzen oder der Integration von E-Ladesäulen.

Erfahrungen und Meinungen aus der Parken-Branche

In Deutschland nutzen bereits viele Parkhausbetreiber die Technologien von Scheidt & Bachmann.

Andreas Mahnert-Lueg, Geschäftsführer der Park One GmbH München: „Als erster im deutschen Parkmarkt, der seinen Kunden ticketloses Parken anbietet, und seit der ersten Stunde mit der Plattform mobility CONNECT als Schnittstelle für alle relevanten Mobilitätsanbieter dabei zu sein, zahlt sich aus. Unsere Kunden erleben den besten Service – Parken ist ein angenehmes Erlebnis: kontaktlos, stressfrei, nachhaltig. Die Digitalisierungsangebote, bei denen die Kennzeichenerkennung die Basis bildet, werden bei uns demnächst flächendeckend angeboten.“

Werner Nuoffer, Geschäftsführer des Parkdienstleisters Parken + Management GmbH Landshut: „Schranken sind Hindernisse und für uns keine Option. Alle unsere Objekte bewirtschaften wir im schrankenlosen Free-Flow-Modus – kontaktfrei, digital und nachhaltig. Sowohl Parkende als auch Betreiber haben dadurch wesentliche Vorteile: Parkkunden sparen Zeit bei Ein-, Ausfahrt und Bezahlung, Parkplatzbetreiber können das System nahtlos in den Einzelhandel integrieren, Dauerparker digital verwalten und ihren Parkraum über anonymisierte Statistiken optimieren.“

Nils Teske, Geschäftsführer PMG Parken in Mainz GmbH: „Vernetzte Multimodalität zu bestehenden Programmen ist das Stichwort, um allen Kundengruppen besonders innovative Lösungen anzubieten. Digitale Services sind sowohl in unseren Parkhäusern als auch über moderne Web-Lösungen im Kontakt zu unseren Kunden Alltag.“

Samuel Spaltner, Geschäftsführer B+B Parkhaus in Düsseldorf: „Die Entwicklung der zunehmenden digitalen Dienste oder Zusatzdienstleistungen vor Ort sehen wir für den spannenden Parkierungs-Markt als eine gute und dynamische Chance, unsere Parkeinrichtungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, die beste Entscheidung für die Parkkunden, den jeweiligen Standort und den Betreiber zu treffen. Unsere Parkkunden nehmen digitale Rabattier- und bargeldlose Zahlmöglichkeiten, wie zum Beispiel die ‚Kassenautomat App‘ sowie die Ein- und Ausfahrt ‚seamless‘ mit Kennzeichen oder UHF-Medium, sehr rege an. Sie laden gerne ihre Elektroautos in den Parkeinrichtungen und wünschen sich logistische Hilfestellungen, zum Beispiel durch Packstationen. Als Betreiber wollen wir nicht mehr ohne die Möglichkeiten zur dynamischen Tarifierung und die ‚Real-Time‘-Auswertungen über unsere Datawarehouse-Lösungen arbeiten. Unterschiedliche Tarifmöglichkeiten je nach Qualität und Lage des spezifischen Stellplatzes wünschen wir uns für die Zukunft. Ticketlose Parkierung ist nicht mehr wegzudenken und bietet viele Vorteile für alle Beteiligten eines Parkvorgangs.“

Aral testet Plug&Charge-Technologie

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Aral möchte bis zum Jahresende die Plug&Charge-Funktionalität an ihren ultraschnellen Ladesäulen einführen. Gemeinsam mit führenden Automobilherstellern und ihren E-Mobilitätspartnern alpitronic, has·to·be und Hubject hat Aral an einer Ladestation in Murr bei Stuttgart die Technologie getestet.

Bei Plug&Charge handelt es sich um eine Technologie, bei der Fahrzeug und Ladesäule direkt miteinander kommunizieren. Das ermöglicht eine vollautomatische, direkte und verschlüsselte Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule, und damit auch sichere Ladevorgänge ohne Apps und Ladekarten. Die Technologie bietet ebenfalls auch die Grundlage für künftige Anwendungsfälle, die für die Elektromobilität von entscheidender Bedeutung sind, wie zum Beispiel intelligentes und drahtloses Laden oder die Stabilisierung der Energienetze.

„Wir möchten E-Autofahrenden mit unserem Angebot unter der Marke Aral pulse das schnellste, einfachste und sicherste Ladenetz bieten. Mit der Einführung des neuen Services Plug&Charge bis zum Jahresende an allen unseren Ladesäulen machen wir hier gemeinsam mit unseren Partnern einen großen Schritt in die elektrische Zukunft“, sagt Alexander Junge, Aral Vorstand für E-Mobilität.

„alpitronic ist dank der engen Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Lage, die Um-setzung von Normen und Markttrends aus einer technologischen Sicht besser einzuschätzen und umzusetzen. Plug&Charge ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Akzeptanz der E-Mobilität aus Sicht des Endkunden und wir sind begeistert, aktiv an diesem Projekt mitzuwirken“, sagt Philipp Senoner, CEO der alpitronic GmbH.

„Plug&Charge erledigt mit dem Anstecken des Ladekabels direkt auch den Bezahlvorgang. Damit wird der Kundenkomfort des Ladevorgangs auf ein neues Level gehoben und es zeigt einen der vielen Vorteile der Elektromobilität“, ist sich Maximilian Huber, Chief Operating Officer der has·to·be gmbh, sicher.

„Als Hubject sind wir davon überzeugt, dass Innovationen der zentrale Treiber sind, um das Kundenerlebnis beim Laden weiter zu verbessern. Deshalb freuen wir uns, den weltweit führenden Energieversorger bp an Bord zu haben, der unser nahtloses, sicheres und offenes Plug&Charge-Ökosystem unterstützt, um eine nachhaltige Mobilitätszukunft zu ermöglichen“, erklärt Christian Hahn, CEO von Hubject.