Samstag, 17. Januar 2026

„Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz“

Nomen est omen: Explizit auf den Parkhausbau spezialisiert ist dip | Deutsche Industrie- und Parkhausbau GmbH. Mit Olaf Frodermann, dem Vertriebsleiter, sprachen wir über Leistungen, Besonderheiten und Ausrichtung des Bauunternehmens für schlüsselfertige Parkhäuser – und haben nach aktuellen Trends der Branche gefragt.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von dip?

An vorderster Stelle die dip-Decke: Sie zeichnet sich durch ihre flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten aus und positioniert sich als Herzstück der dip-Parkhäuser. Die Parkhäuser lassen sich damit optimal an das vorhandene Grundstück anpassen. Durch die bessere Ausnutzung des Grundstücks lassen sich regelmäßig deutlich mehr Stellplätze realisieren. Neben den üblichen rechteckigen Parkhäusern sind selbst gerundete Gebäude wie beim Parkhaus der Koelnmesse möglich. Die dip-Decke benötigt keine Beschichtung und verursacht mit Abstand die geringsten Wartungskosten. Zudem entfallen die üblichen Ausfallzeiten für die Instandhaltung. Dies sind entscheidende Vorteile bei der Betrachtung der planmäßigen Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren.

Zudem ermöglicht die dip-Decke individuell wählbare Stellplatzbreiten, sodass Betreiber sich nicht auf zukünftige Fahrzeugabmessungen festlegen müssen. Breitere Stellplätze und Fahrgassen erhöhen den Komfort und die Sicherheit beim Parken erheblich. Damit sind die Parkhäuser zukunftssicher und die Betreiberrendite wird maximiert.

Was gehört alles zu Ihrem Dienstleistungsportfolio?

Als Generalunternehmer und anerkannter Qualitätsführer im Parkhausbau übernimmt dip alle Leistungsphasen – von der Planung über die Realisierung bis hin zur Wartung und Instandhaltung. Die Planungsleistungen werden überwiegend im Headquarter in Windhagen erbracht. Dort arbeiten Teams von Architekten und Fachingenieuren. Von der ersten Entwurfsidee bis zur Ausführungsplanung werden alle Planungsleistungen im eigenen Haus erbracht. Auch die Bauantragsplanung wird angeboten. dip unterstützt Bauherren bei der Erstellung der erforderlichen Unterlagen und der Beantragung der Baugenehmigungen.

Durch eine frühzeitige Einbindung und enge Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden und das vorhandene Know-how können hier die Genehmigungszeiten erfahrungsgemäß deutlich reduziert werden. Die operative Abwicklung der Aufträge erfolgt durch fünf Niederlassungen im Bundesgebiet, was kurze Wege zu unseren Auftraggebern und Lieferanten sichert. Darüber hinaus übernimmt dip die lebenslange Wartung der realisierten Parkhäuser. Dieses Angebot gilt auch für Parkhäuser, die nicht durch dip gebaut wurden.

Welche Rolle spielen baurechtliche und behördliche Maß-gaben bei Ihrer Arbeit?

Im Parkhausbau in Deutschland sind sie entscheidend für eine rechtssichere Planung und Ausführung. Die Planung muss die jeweiligen Landesbauordnungen sowie die Vorgaben der Kommunen berücksichtigen, die unter anderem Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes enthalten.

Hat Elektromobilität und die damit verbundene Ladeinfrastruktur Einfluss auf Ihre Planungen?

Das Thema ist bereits seit einigen Jahren fester Bestandteil unserer Planungen und verzeichnet eine steigende Nachfrage. Die Anforderungen ändern sich dabei ständig. Einige der wichtigsten Aspekte: Um zukunftssicher zu sein, planen wir Kabelwege und Infrastruktur für eine spätere Erweiterbarkeit der Ladeinfrastruktur in den Parkhäusern. Da die Integration von Ladestationen den Platzbedarf und das Layout eines Parkhauses durchaus beeinflussen kann, tauschen wir uns bereits in der frühen Planungsphase mit den Bauherren darüber aus.

Unsere Objekte berücksichtigen in diesem Zusammenhang auch Aspekte der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, beispielsweise durch Solaranlagen zur Eigenstromerzeugung oder die Nutzung von Energiespeichersystemen. Die Kombination von E-Ladestationen und Photovoltaik bietet den Nutzern die Möglichkeit, günstigen Solarstrom zu laden, wodurch die Attraktivität der Parkhäuser steigt.

Sehen Sie in nachhaltigen Lösungen wie Photovoltaik-anlagen oder auch begrünten Fassaden einen Trend?

Ja, das sind definitiv Trends in der Bauindustrie. Insbesondere der Parkhausbau bietet hierfür ideale Voraussetzungen. Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben – Stichwort „Photovoltaikpflicht“ – sprechen einige Punkte für die Umsetzung. Beides trägt zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes bei: Photovoltaikanlagen erzeugen sauberen Strom, während begrünte Dächer und Fassaden die Luftqualität verbessern und zur Kühlung der Umgebung beitragen. Solarmodule auf Dächern und/oder Fassaden können – insbesondere bei Eigenstromnutzung – sehr effizient sein. Wir sorgen hier mit unseren Parkhäusern für große Flächen und einfache Installationen.

In dicht bebauten städtischen Gebieten fehlt oft der Platz für traditionelle Grünflächen. Begrünte Dächer und Fassaden sind eine Alternative. Auf Wunsch berücksichtigen wir eine vollautomatische Bewässerung und Nahrungsversorgung der Pflanzen. Außerdem schaffen begrünte Fassaden und Dächer einen visuellen Mehrwert und sorgen für eine erhöhte Akzeptanz bei Nutzern und Anwohnern.

Errichten Sie auch Parkeinrichtungen für Fahrräder?

dip plant und baut auch reine Fahrradparkhäuser, sowohl ohne als auch mit Ladeinfrastruktur für E-Bikes. Insbesondere Universitäten fragen solche Gebäude an und zählen zu den Auftraggebern. Derzeit ist jedoch die Integration von Fahrradstellplätzen in PKW-Parkhäuser noch der Normalfall. Um den Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln zu erleichtern, können auch Fahrrad-Leihstationen in die Planung einbezogen werden.

Hat sich die Nachfrage nach Parkbauten im Zuge der Verkehrswende verändert?

Die Verkehrswende bedeutet eine umfassende Transformation urbaner Mobilität, und Parkhäuser spielen dabei eine entscheidende Rolle. dip entwickelt Parkhäuser zu sogenannten Mobility Hubs, die als Knotenpunkte zwischen verschiedenen Verkehrsträgern fungieren. Diese modernen Mobilitätszentren bieten nicht nur Autostellplätze, sondern integrieren auch E-Ladestationen, Fahrradstellplätze, Carsharing-Optionen und Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr.

Zusätzlich rücken Mitarbeiterparkhäuser in den Fokus. In vielen ländlichen Regionen ist der Verzicht auf ein Auto für berufstätige Menschen nicht möglich. Daher besteht die Herausforderung, die Autos am Beschäftigungsort unterzubringen und kurze Wege zum Arbeitsplatz sicherzustellen. Das Gegenstück bilden die Quartiersgaragen die in Wohngebieten zunehmend behördlich gefordert werden, um Autos zentral zu parken.

Auf welchen Lebenszyklus sind Ihre Objekte ausgelegt?

dip ist Vorreiter im nachhaltigen Parkhausbau und setzt Maßstäbe in der Wirtschaftlichkeit. Die Lebenszyklusoptimierung ist entscheidend für die langfristige Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit eines Parkhauses. Bei dip wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet, die mindestens 50 Jahre beträgt. Durch die Verwendung nachhaltiger Materialien und innovativer Bauweisen werden anfängliche Investitionen optimiert und die Instandhaltungskosten signifikant gesenkt. Ein zentraler Vorteil der dip-Decke ist, dass sie ohne aufwendige Oberflächenschutzsysteme auskommt, was nicht nur die Wartung erleichtert, sondern auch die Sanierungskosten erheblich reduziert. Regelmäßige, vorausschauende Wartungsmaßnahmen tragen dazu bei, die Bausubstanz zu schützen und die Lebensdauer des Parkhauses zu verlängern.

Auf was setzen Sie im Hinblick auf den verwendeten Beton?

Beton ist ein zentraler Baustoff für die dip-Parkhäuser und spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf Nachhaltigkeit und Recycling. Durch die Verwendung von CO₂-reduziertem Beton und einer ressourcenschonenden Bauweise reduzieren wir den ökologischen Fußabdruck. Zudem ermöglicht das Festbetonrecycling die Wiederverwertung von Betonabbruch, wodurch Bauabfälle effektiv reduziert werden. Dies entspricht den Anforderungen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Zusätzlich kommt umweltfreundlicher Stahl zum Einsatz, der gemäß den Normen des Bauforumstahl e.V. und DIN EN ISO 1461 gefertigt wird. Diese Stahlverbundkonstruktionen gewährleisten nicht nur hohe Qualität, sondern sind auch zu 99 Prozent recyclingfähig. Der Einsatz von „Grünem Stahl“ senkt den CO₂-Fußabdruck weiter und reduziert den Bedarf an neuen Rohstoffen. Die Kombination aus nachhaltigem Beton und Stahl unterstützt nicht nur die Langlebigkeit der Parkhäuser, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Entlastung.

Spielt Umnutzung bei dip-Planungen eine Rolle?

Zunächst werden unsere Parkhäuser für eine möglichst lange Nutzungsdauer konzipiert, die sich mit einer entsprechenden Wartung noch deutlich verlängern lässt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umnutzung und Erweiterung von Parkhäusern. Die flexible Bauweise von dip ermöglicht es, bestehende Parkhäuser an neue Bedürfnisse anzupassen, sei es durch die Anpassung an geänderte Fahrzeugabmessungen, die Schaffung zusätzlicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge oder durch die Integration von Fahrradstellplätzen und -stationen.

Wie weit gehen Sie bei der technischen Ausstattung? Ich denke da an Themen wie Brandschutz, Free-Flow-Parken oder Automated Valet Parking, die jeweils entsprechende Installationen benötigen.

Bei dip wird jedes Projekt individuell nach Kundenerfordernissen geplant und gebaut. Am Anfang steht immer eine intensive Beratung der Kunden mit einer transparenten Kosten-/Nutzenbetrachtung der Möglichkeiten. Bei der Auswahl der verbauten Systeme bedienen wir uns frei am Markt. Zum Einsatz kommt die Lösung, welche die Kundenanforderungen optimal erfüllt. Übrigens ist dip eines der ersten Unternehmen, das Free-Flow-Parken realisiert hat. Auch bei Schall- und Blendschutz sind wir mit innovativen Lösungen am Start.

In welchen Märkten sind Sie hauptsächlich aktiv?

Die dip ist der zentrale Akteur im deutschen Parkhausbau. Deutschland ist unser Kernmarkt. Mit fünf Standorten im gesamten Bundesgebiet gewährleisten wir flächendeckend umfassende Serviceleistungen.

Wie haben Sie sich strategisch ausgerichtet? Wo und wie möchten Sie als Unternehmen wachsen?

Die dip-Decke und unser optimierter, qualitätsorientierter Bauprozess finden zunehmend auch im Ausland Interesse. Wir möchten unser Know-how aus über 45 Jahren Parkhausbau auch im Ausland nutzen, vornehmlich in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Von dort erhalten wir bereits regelmäßig Anfragen.

Welche Ziele haben Sie sich mittelfristig gesetzt?

Eine Vielzahl von interessanten Projekten können wir aufgrund fehlender Kapazitäten derzeit nicht bearbeiten. Als mittelständisches Unternehmen, liegt unser Fokus auf einem strategischen Personalaufbau und kontinuierlichem, organischem Wachstum. Hierzu gehört die Gründung weiterer Niederlassungen, um unsere Auftraggeber optimal zu betreuen.

Aktuelles Referenzprojekt von dip: Parkhaus der Uni Kiel
© dip/Christoph Edelhoff

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