Sonntag, 23. Januar 2022

„Parken hat Zukunft“

RTB entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen für den Straßenverkehr. Im Bereich Parken hat sich das ostwestfälische Unternehmen mit Parkscheinautomaten, Displays sowie Lösungen zur Einzelplatzerfassung und Einfahrtszählung einen Namen gemacht. RTB-Geschäftsführer Rudolf Broer zeigte Parken aktuell die Firmenzentrale in Bad Lippsspringe und stand uns Rede und Antwort.

Parken aktuell: Herr Broer, seit wann engagiert sich RTB in der Parken-Branche und wie kam es dazu?

Rudolf Broer: Seit 2002 sind wir im Bereich des Parkens aktiv. Wir haben zunächst für Siemens Sensoren für die Einzelstellplatzselektion entwickelt und sind dann immer mehr in den Bereich Parken gegangen – zuerst mit Partnern, dann allein.

Worauf liegt ihr Hauptaugenmerk? Ist es mehr das On-Street-Parken oder ist es eher der Off-Street-Bereich?

Es ist das Parkhaus. Das Parkhaus gefällt uns und muss kein finsteres Loch sein: Es ist schön und eine wertvolle Immobilie. Und es kann auch sehr intelligent sein. Intelligent heißt zum Beispiel durch Leitsysteme? Durch Technik, die den Nutzer zum freien Parkplatz führt, die Fahrzeuge genau zählt, die Parkhauskunden Freude bereitet. Das können zum Beispiel auch Displays mit Parkhausinformationen sein, auf denen abwechselnd oder ergänzend als Zusatznutzen Werbung läuft.

Und das sind Dinge, die Sie hier in Bad Lippspringe entwickeln?

Wir sind an verschiedenen Standorten tätig, hier in Bad Lippspringe ist unser Hauptsitz. Der Hauptteil der Entwicklung findet jedoch in Kamen statt. Dort bauen wir nächstes Jahr auch ein neues Entwicklungszentrum. Hierfür haben wir gerade einen wunderschönen Bauplatz vom Land Nordrhein-Westfalen bekommen, direkt an einem alten Förderturm gelegen. Wir möchten den Bereich Parken noch weiter pushen, vor allem in Verbindung mit Ladetechnik und E-Mobilität. Momentan sitzen in Kamen 20 Entwickler, insgesamt haben wir 30.

Worin unterscheiden Sie sich vom Wettbewerb? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal oder Ihre Spezialität?

Dass wir offen sind. Wir gehen zum Kunden, wir unterhalten uns mit dem Kunden – zum Beispiel Fraport, ein ganz toller und innovativer Betrieb. Die Ideen der Mitarbeiter von Fraport diskutieren wir gemeinsam und versuchen sie dann umzusetzen. Unseren Entwicklern bereitet es eine große Freude, da mitzuwirken. Ähnlich ist das bei der Firma GOLDBECK, mit denen wir kooperieren und die sehr anspruchsvoll denken. Mit solchen Parken-Experten zu arbeiten, macht einfach Spaß.

Wo steht die Parken-Branche in fünf Jahren? Wird autonomes Fahren und Parken eine Rolle spielen?

Ja klar, das hat man jetzt auch beim ITS Weltkongress gemerkt oder bei der IAA Mobility. Parken wird immer mehr zum Thema. Intelligentes Parken, autonomes Parken, Car2X wird ganz viel ausmachen: Dass sich das Auto mit der Infrastruktur unterhält, aber auch umgekehrt. Das Parken wird sich allein schon wegen der steigenden Immobilienpreise enorm weiterentwickeln – gerade in Deutschland. Hier kann in den Großstädten keiner mehr in die Fläche gehen, um Parkplätze zu schaffen. Es werden weitere Parkhäuser kommen, und die müssen auch einen Zusatznutzen anbieten.

Das heißt, Parkhausbetreiber müssen keine Angst vor der Zukunft haben?

Nein, außer in der Innenstadt, wo man dem Einzelhandel immer mehr Steine in den Weg rollt: Durch das Internet, das es dem Einzelhandel nicht leicht macht, und die Pandemie, die das noch verstärkt hat. Die Händler können jetzt keine weitere Durststrecke überstehen, immer mehr Läden stehen bereits leer. Zwar sendet die Politik Signale für eine lebhafte und lebenswerte Innenstadt, aber nicht für einen gesunden Einzelhandel, denn dann würde man das Auto nicht so schlecht behandeln, sondern würde viel mehr ins Parken investieren. Wir glauben dennoch, das Parken hat Zukunft und feiern das Auto.

Die Lieferengpässe sind in aller Munde, sind Sie auch davon betroffen?

Vereinzelt. Wir warten hier und da auf Teile. In diesen Wochen ist aber einiges gekommen – Sie haben die vollen Hallen gesehen. Alle sind wieder fleißig am Löten und Schrauben. Das heißt, Sie haben reichlich zu tun bis Weihnachten? Wir sind flexibel und arbeiten auch das Wochenende durch, um unsere Lieferverpflichtungen zu erfüllen.

Und wenn Sie geliefert haben, wie geht es dann weiter?

Was das Parken angeht, montieren wir in Deutschland alles selbst und haben dafür einen eigenen Montagetrupp. International arbeiten wir mit Partnern zusammen, die wir speziell dafür schulen. Auch Wartung bieten wir an, je nachdem wie es der Kunde haben will.

Sie sprechen im Vorfeld viel mit Ihren Kunden. Gibt es diese individuelle Betreuung auch im After-Sales-Bereich?

Das ist wichtig, gerade auch bei der Kombination Parken und Laden. Da gibt es noch viele Fragen und auch Ergänzungswünsche seitens der Kunden. Nehmen Sie zum Beispiel die Kreditkarten, die Gott sei Dank immer häufiger als Bezahlmöglichkeit dazukommen. Die kennen wir von den Parkscheinautomaten, die wir vor Jahren von Siemens übernommen haben. Von daher beherrschen wir diese Technologie gut. Unsere Kunden sind dankbar, hierfür einen Ansprechpartner zu haben, der ihm diese Aufgabe abnimmt.

Stichwort Laden: Spielt das bei Ihnen auch eine zunehmend wichtige Rolle?

Natürlich. Das Geschäft mit der Ladetechnik nimmt ganz klar zu. Wir bieten große professionelle Anlagen für Parkhäuser an, sind also nicht mit der Wallbox unterwegs. Wir beteiligen uns dabei nicht an einem Preiskrieg oder nageln schnell was an die Wand und laufen wieder weg. Wenn der Kunde uns einmal die Chance gegeben hat, dass wir ihm eine Anlage liefern dürfen, dann merkt er den Unterschied: Weil wir funktionieren, zu ihm kommen und uns um die Dinge kümmern. Wenn er uns braucht, weil irgendetwas klemmt oder Fragen auftauchen, sind wir da. Das ist uns wichtig.

 

Schauen Sie sich das Video auf unserem Youtube-Channel „Parken aktuell“ an.

 

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