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Internationale Mobilitätsmesse wird auf 2021 verschoben

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Die Messe Intertraffic Amsterdam wird vom 21. bis 24. April 2020 auf den 23. bis 26. März 2021 verlegt. Dies wurde jetzt vom Veranstalter bekanntgegeben. Grund für die Entscheidung ist weltweite Zunahme von COVID-19.

Als Veranstalter komme man dem ausdrücklichen Wunsch von Ausstellern und Besuchern nach, die Veranstaltung zu verschieben, so das RAI Amsterdam gegenüber der Presse. „Den Kontakt mit Gleichgesinnten zu suchen, Netzwerke zu knüpfen und Leute aus der ganzen Welt zu treffen, ist der Kern des Erfolgs der Intertraffic. Unter den gegenwärtigen Umständen kann die Intertraffic Amsterdam ihren Zweck im nächsten Monat nicht ohne wesentliche Kompromisse und angesichts eines erwarteten Rückgangs der Aussteller- und Besucherzahlen erfüllen“, so Joyce de Winter, Ausstellungsleiterin der Intertraffic bei der RAI Amsterdam, über die Entscheidung. Die Intertraffic gilt als internationales Branchenereignis im Verkehrs- und Mobilitätssektor. Laut Veranstalter sind rund 90 Prozent der Aussteller international. Zur letzten Ausgabe 2018 kamen Besucher aus rund 140 Ländern. Der internationale Charakter der Veranstaltung würde durch die in anderen Ländern getroffenen Maßnahmen erheblich beeinflusst, so das RAI Amsterdam. Angesehen von den Niederlanden seien die drei wichtigsten Ausstellerländer China, Italien und Deutschland. Hier würden aktuell Maßnahmen ergriffen, die die Teilnahme von Ausstellern und Besuchern beeinflussen. „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unserer Gemeinschaft, die Qualität und die Erwartungen, die mit unserer Marke verbunden sind, zu erfüllen. Daher die Entscheidung, die diesjährige Ausgabe zu verschieben, um ihnen zu dienen und die Intertraffic im Jahr 2021 voll auszuschöpfen“, so Joyce de Winter.

Wechsel zu den ungeraden Jahren
Mit der Terminverschiebung auf 2021 verschiebt sich der Zweijahresrhythmus der Intertraffic Amsterdam von nun an in die ungeraden Jahre. Die kommenden Ausgaben der Messe werden daher in 2021, 2023 und so weiter stattfinden.

Regiobahn setzt auf kabellose Sensoren von MSR-Traffic

Rund um Bahnhöfe kommt es immer wieder zu Baustellen inklusive Streckensperrung. Dies stellt oft die Geduld der Kunden auf die Probe. Der Außenparkplatz an der Regiobahn-Station in Mettmann wurde jetzt mit moderner Sensorik von MSR-Traffic ausgestattet, um zukünftig eine bestmögliche Auslastung zu erlangen.

Für die Modernisierung der Parkplätze wurden kabellose Magnetfeldsensoren für jede Witterung verwendet, die die Auslastung der Parkplätze über das ParkGard-Control-Center von MSR-Traffic auswerten und steuern. Die Sensoren eignen sich zur Einzelplatzerfassung im Außenbereich und weisen laut Hersteller eine sehr hohe Detektionsgenauigkeit auf. MSR-Traffic verspricht eine hohe Funktionalität ohne Einschränkung, egal ob direkte oder permanente Sonneneinstrahlung, Regen, Schnee, Glatteis, Laubfall, sonstige Fahrbahnverschmutzungen, Nebel, Dunkelheit oder sogar ein Sandsturm vorliegen. Selbst vorbeifahrende Züge können laut Unternehmensangaben die Messergebnisse nicht beeinflussen. Eine Installation bündig zur Fahrbahnoberfläche soll für den Schutz gegen Vandalismus und eine Resistenz gegenüber Schneepflügen sorgen. MSR-Traffic will Sensorik bieten, die das Zählen und die Einzelplatz-Detektion von Fahrzeugen im Innen- und Außenbereich ermöglicht. Autofahrer werden via dynamischer Verkehrsleittechnik oder via App zum nächsten freien Parkplatz geleitet. Neben der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von intelligenten Parkleitsystemen unterstützt MSR-Traffic auch bei der Planung und Installation vor Ort.

Fotos (2): MSR-Traffic

Bundesrichter unterstützen private Parkraumbewirtschaftung

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Wider den Missbrauch: Immer mehr Eigentümer privater Parkplätze holen sich Unterstützung von Spezialisten, die den Parkraum kontrollieren. Eine strittige Rechtssituation wurde nun im Sinne der Parkplatzbetreiber durch den BGH geklärt. – Foto: Kari Ahlers/Shutterstock.com
Foto: gph-foto.de/Shutterstock.com

Am 18. Dezember 2019 verkündete der BGH ein für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs auf privaten Parkplätzen positives und bedeutsames Urteil. Danach trifft den Fahrzeughalter eine sekundäre Darlegungslast. Parkraumbewirtschafter werden in ihrer Darlegungs- und Beweispflicht entlastet.
Fürs Parken zu zahlen, widerstrebt manchen Autofahrern. Eine noch größere Zumutung scheinen einige darin zu sehen, sich auf privaten Parkplätzen an Regeln zu halten und etwa eine Parkscheibe auszulegen. Für Verbrauchermagazine und Boulevardmedien ein gefundenes Fressen, hier zwei Beispiele: „Strafzettel auf dem Supermarktparkplatz – Wie ahnungslose Kunden abkassiert werden“ (ARD-Sendung Vorsicht, Verbraucherfalle!) – „Knollenmafia“ (aus den Kommentaren); „Keine Parkscheibe: Kölner Aldi-Kundin soll Knöllchen zahlen – ist das Abzocke? (…) Kundin findet Maßnahme ‚zum Kotzen’“ (Express). Dennoch konnten sich findige Fahrzeughalter bis vor kurzem um Vertragsstrafen drücken, indem sie schlicht behaupteten, sie hätten das widerrechtlich abgestellte Fahrzeug gar nicht gefahren. Damit ist jetzt Schluss. Juristischen Beistand von höchster Stelle erfuhren private Parkraumbewirtschafter vom Bundesgerichtshof. Nunmehr trifft den Fahrzeughalter eine sekundäre Darlegungslast, wenn die primär darlegungspflichtige Partei – der Betreiber – keine nähere Kenntnis der maßgeblichen Umstände und auch keine Möglichkeit zur weiteren Sachaufklärung hat. Wird der Halter eines Fahrzeugs von einem privaten Parkraumbewirtschafter in Anspruch genommen, kann der Halter diese ihm vom BGH auferlegte sekundäre Darlegungslast nur erfüllen, wenn er vorträgt, wer als Nutzer des Fahrzeugs im fraglichen Zeitraum in Betracht kommt. Tut er dies nicht, gilt die Behauptung des Klägers, er wäre gefahren, als zugestanden.
Laut BGH ist es dem Fahrzeughalter ohne weiteres möglich und zumutbar, die Personen zu benennen, die das Fahrzeug zur fraglichen Zeit genutzt haben könnten. In seiner Begründung führte der BGH weiter aus, dass es sich beim Parken auf einem privaten Parkplatz um ein anonymes Massengeschäft handelt, bei dem der Parkplatz nicht einem bestimmten Vertragspartner, sondern der Allgemeinheit zur – regelmäßig kurzzeitigen – Nutzung angeboten wird. Zu einem persönlichen Kontakt zwischen Betreiber und Fahrer als den beiden Vertragsparteien kommt es regelmäßig nicht.

„Jetzt gelten gleiche Voraussetzungen für die Weiterverfolgung von Falschparkvorgängen auf privaten und öffentlichen Parkplätzen.“ Stefan Dittrich, Geschäftsführer der PRS Parkraum Service GmbH

Schutzbehauptungen des Halters nicht mehr möglich
Anlass des Rechtsstreits war ein Fall, in dem ein Fahrzeug drei Mal auf unterschiedlichen Stellflächen einer Klinik entgegen der ausgewiesenen Einstellbedingungen abgestellt wurde. Der Halter des Fahrzeugs behauptete jeweils, das Fahrzeug nicht geführt zu haben. Eine Halterhaftung im Zivilrecht bestehe nicht und der Fahrer müsse nicht bekanntgegeben werden. Diese einfache Schutzbehauptung des Halters, nicht gefahren zu sein, ist nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs so nicht mehr möglich. Stefan Dittrich, Geschäftsführer der betroffenen PRS Parkraum Service GmbH, zeigte sich erleichtert über das BGH-Urteil: „Besonders erfreulich ist, dass der Bundesgerichtshof nicht nur die Fahrerbenennung durch den Halter bestätigt hat, sondern sich auch positiv zum Aushang und Aufbau der Beschilderung sowie der Einstellbedingungen der PRS Parkraum Service GmbH geäußert hat. Auch die Höhe der angesetzten Vertragsstrafen wurde als geeignetes und angemessenes Druckmittel beschrieben.“ Mit der privaten Parkraumkontrolle solle schließlich der Missbrauch der für einen bestimmten Personenkreis vorgesehenen privaten Parkfläche verhindert werden. „Mit der nunmehr grundsätzlich entschiedenen Verpflichtung des Halters zur Fahrerbenennung auch im privaten Bereich gelten jetzt gleiche Voraussetzungen für die Weiterverfolgung von Falschparkvorgängen auf privaten und öffentlichen Parkplätzen“, so Stefan Dittrich weiter.

Foto: Mathias Sunke/Shutterstock.com

Wegen der Ungleichbehandlung privater und öffentlicher Parkplätze hatte sich der Geschäftsführer der PRS Parkraum Service GmbH nach den beiden vorinstanzlichen Urteilen bewusst für den Schritt zum Bundesgerichtshof entschieden. Nicht nur bei der Fahrerbenennung, sondern auch bei der Kontrolltätigkeit gebe es allerdings immer noch Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Parkplätzen. So dürfen private Unternehmen keine Kontrollen auf öffentlichen Parkflächen durchführen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am 20. Januar 2020 soeben erst urteilte (Parken aktuell 116, Seite 36). Auch diese Vorgehensweise stellt in den Augen von Stefan Dittrich, Geschäftsführer der PRS Parkraum Service GmbH, eine Ungleichbehandlung dar, die diskutiert werden müsse.
Das Urteil schafft Klarheit auf privaten Parkplätzen. Wer sich nicht an die Einstellbedingungen hält, kann sich nicht mehr herausreden. Dies ist auch im Sinne der Autofahrer, die sich an die Regeln halten.

Autoren
Rechtsanwältin Christine Klotz, Abteilungsleiterin Recht und Versicherung Contipark
Marko Ruh, Chefredakteur Parken aktuell
Basierend auf einem Kommentar der PRS Parkraum Service GmbH

Der Klimaschutz steht über allem

Quartiersgarage im Heidelberg Innovation Park: So soll das multifunktionale Parkhaus nach Fertigstellung aussehen. – Quelle: Stadtwerke Heidelberg

„Innovativ“ ist eine häufig (über-)strapazierte Vokabel. Beim Projekt hip in Heidelberg trifft dieses Attribut jedoch eindeutig zu. Was im Fall dieser besonderen Quartiersgarage entsteht, erscheint bis ins Detail durchdacht und zukunftsträchtig. Prädikat: nachahmenswert. Eröffnen soll das multifunktionale Parkhaus im zweiten Quartal 2021.

Am 16. Januar 2020 war Spatenstich. Auf dem Gelände der ehemaligen Patton Barracks trafen sich die obersten Vertreter der Stadt Heidelberg mit Geschäftsführern der Stadtwerke und dem zuständigen Architekten, um den Bau des Parkhauses im Heidelberg Innovation Park – kurz hip – mit einem beherzten Schaufelhub zu starten. „Damit Heidelberg klimaneutral wachsen kann, werden anspruchsvolle Zukunftstechniken realisiert. Deshalb freuen wir uns auf das speziell für das Parkhaus im hip entwickelte innovative Konzept, das technisch, wirtschaftlich und ökologisch wegweisend ist und damit einen wichtigen Beitrag hierzu leistet“, betonte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner in seiner Rede. Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister und zuständig für das Thema Bauen in Heidelberg, hob hervor: „Das Parkhaus im hip ist ein gutes Beispiel für nachhaltige Stadtplanung und umweltbewusste Mobilität.“ Michael Jäger, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Garagen, sagte: „Die Quartiersgarage ist für die Großsporthalle eine unverzichtbare und für die Unternehmen und Bewohner des Areals ebenfalls eine wichtige Einrichtung.”

Ein Parkhaus, das Kälte und  Strom erzeugt
Gegenüber Parken aktuell führt Michael Jäger weiter aus: „Für uns ist es ein ganz besonderes Objekt, wir betreten damit neues Terrain. Das Parkhaus ist die erste Hochgarage, die wir realisieren. Mit einem Investitionsvolumen von rund 38 Millionen Euro ist es für uns als regionaler Marktführer für die Bewirtschaftung von öffentlichem und privatem Parkraum das größte Projekt in unserer Historie.“ Neben dem Parkraum will man mit dem Bau eine klimafreundliche Energieversorgung auf dem hip-Areal realisieren. Doch was hat ein Parkhaus mit Energie zu tun? Das im hip eine ganze Menge, denn es beherbergt als zentralen Baustein einen 2.300 qm großen Technikturm mit einer Kälteanlage und wird überdacht von Photovoltaik-Modulen. „Die Kälteenergie wird größtenteils klimaschonend aus Wärme gewonnen“, erklärt der technische Projektleiter Heiko Faulhammer. „Im ersten Obergeschoss werden zwei Blockheizkraftwerke eingebaut, deren Abwärme die sechs thermisch angetriebenen Kältemaschinen im 2. OG versorgt.“ Zwei unterirdische Eisspeicher sollen die nachhaltige Kälteerzeugung zusätzlich unterstützen. Angetrieben werden die beiden BHKW mit Erdgas, das einen hohen Nutzungsgrad von über 90 Prozent aufweise.
Neben Kälte soll das Parkhaus auch Strom produzieren. Eine aus 1.700 Modulen bestehende Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wird direkt in ein Glasdach integriert und leistet 520 kWp. Damit kann man rund 125 Privathaushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. „Es handelt sich um eine komplexe Konstruktion aus Glas und PV-Modulen, die bereits erfolgreich in der Praxis getestet wurde“, sagt Faulhammer. Die Konstruktion sei zukunftsweisend, denn sie senke das Gewicht des lichtdurchlässigen Dachs und reduziere damit den Ressourceneinsatz. Nach Angaben von Heiko Faulhammer könnten durch den Solarstrom bis zu 350 Tonnen C02 pro Jahr eingespart werden. Einen weiteren positiven Effekt auf das Klima versprechen sich die Stadtwerke Heidelberg von der begrünten Fassade auf der Ostseite des Parkhauses. Die rund 500 qm große Grünfläche wandeln laut Berechnungen bis zu 1,6 Tonnen CO2 pro Jahr und binden zugleich 300 kg Feinstaub. Sie soll darüber hinaus die biologische Vielfalt fördern und Platz für Bienen und Fledermäuse bieten. Die Idee mit dem Technikturm als Teil des Parkhauses sei auch unter Kostenaspekten sinnvoll. Klassischerweise platziere man Versorgungseinrichtungen bevorzugt unterirdisch, was baulich bedingt teurer käme, erklärt Geschäftsführer Jäger. Kälte und Strom sollen insbesondere für die Sporthalle, mögliche Rechenzentren und diverse Gewerbeimmobilien in der Umgebung eingesetzt werden.

Heidelberg Innovation Park (hip): Ganz unten links ist die Sporthalle geplant, direkt darüber – in dunkelblau – befindet sich das Parkhaus, das als Quartiersgarage geplant ist. Neben Stellflächen für PKW und Zweiräder beherbergt es künftig technische Anlagen für Kälte- und Stromerzeugung. Quelle: Stadtwerke Heidelberg

Free-Flow-Parking
Auch die Pläne für den eigentlichen Parkierungsbereich sind zukunftsweisend. Es entstehen neben 672 Parkplätzen für Autos auch 750 Fahrradstellplätze. 20 der PKW-Parkplätze sind mit Elektroladestationen à 22 kW ausgestattet. „Je nachdem, wie sich die Mobilität entwickelt, können wir auf 120 Ladestationen erweitern, die übrigens alle eichrechtskonform sind“, sagt Patrick Jelinek, der kaufmännische Projektleiter. Warum von vornherein so viele Fahrradstellplätze vorgesehen sind, begründet Geschäftsführer Jäger: „Zum einen haben wir in Heidelberg bereits einen guten Modal Split mit einem hohen Anteil von Fahrradfahrern. Zum anderen sieht ein kürzlich verabschiedeter 30-Punkte-Aktionsplan für Klimaschutz eine weitere Förderung des Fahrradverkehrs vor.“ Hinzu komme die benachbarte Sporthalle, ergänzt Projektleiter Patrick Jelinek. Da dort neben Schulsport künftig auch sportliche und kulturelle Großveranstaltungen stattfinden, sei von einem erhöhten Bedarf an Fahrradplätzen auszugehen. Untergebracht werden sie laut Plan im Erdgeschoss – also leicht erreichbar – in einem Bereich, wo Tageslicht vorhanden ist. Auch Lademöglichkeiten für E-Bikes sollen eingerichtet werden. Autofahrer erwartet an den beiden Ein- und Ausfahrten eine State-of-the-Art-Ausstattung. Wer sich per App registriert, kann dank Kennzeichenerkennung ohne Stopp ins Parkhaus ein- und ausfahren.Die Lösung wurde von einer datenschutzrechtlich-zertifizierten Kanzlei geprüft und für konform befunden. Zum Einsatz kommt ein System von Scheidt & Bachmann/evopark. Die Bezahlung erfolgt bargeldlos. Im Inneren des sechsstöckigen Objekts sorgt ein dynamisches Parkleitsystem mit Stellplatzanzeige zusätzlich für zügigen Verkehrsfluss und weniger Rückstaus. Zur Reduzierung des Parksuchverkehrs auf den Straßen ist das Parkhaus an das übergeordnete städtische Leitsystem angeschlossen.
Auch das Thema Sicherheit wird großgeschrieben: Geplant sind eine moderne LED-Ausleuchtung, Videoüberwachung sowie nach Bedarf Personal bei größeren Veranstaltungen. Der Immissionsschutz stand bei den Planern ebenfalls auf der Agenda. Um die benachbarte Wohnbebauung vor Lärm zu schützen, ist die Fassade in dieser Richtung geschlossen. Ein entsprechendes Schallgutachten bestätigt die Wirksamkeit. Dennoch ist eine ausreichende Be- und Entlüftung gewährleistet, weil die anderen Fassadenseiten offenbleiben. Neben allen funktionalen Aspekten zeichne sich das vom Heidelberger Architektenbüro ap88 geplante Gebäude auch durch eine gefällige Optik aus, findet Michael Jäger.

Spatenstich für das neue Parkhaus im hip: (v.l.) Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß; Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck; Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner; Michael Jäger, Geschäftsführer Stadtwerke Heidelberg Garagen; Peter Erb, Geschäftsführer Stadtwerke Heidelberg Umwelt; Uwe Bellm, Partner im Architektenbüro ap88; Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie. Foto: Stadtwerke Heidelberg

Stadtwerke als Bauherr und Betreiber
Die Stadtwerke Heidelberg Garagen sind nicht nur Bauherr, sondern künftig auch Betreiber des Parkhauses im hip. Es ist das bislang zwölfte Objekt für das Unternehmen. Das Geschäftsmodell für das innovative Parkhaus sei bewusst langfristig angelegt, erklärt Geschäftsführer Jäger, aber natürlich gelte das Gebot der Wirtschaftlichkeit. Bei den Parkgebühren orientiere man sich am sonst üblichen Preisniveau in der Stadt. Zu Events denke man über vergünstigte Tarife nach. Im Übrigen, so Michael Jäger, gelte der Grundsatz: „Das Parken an der Straße ist in Heidelberg teurer als off-street in Parkhäusern.“

Das Parkhaus im hip
Das Parkhaus ist für Besucher von Veranstaltungen in der benachbarten Großsporthalle und als Quartiersgarage für den Heidelberg Innovation Park (hip) vorgesehen. Auf der rund 15 Hektar großen Konversionsfläche befanden sich früher die Heidelberg Patton Barracks. Jetzt sollen dort vorrangig innovative Unternehmen angesiedelt werden.
– 672 PKW-Stellplätze mit einer Breite von 2,60 m
– 750 Fahrradstellplätze mit Lademöglichkeiten für E-Bikes
– 20 E-Ladestationen à 22 kW für Elektro­autos, erweiterbar auf 120 E-Ladestationen
– Technikturm mit rund 2.300 qm Nutzfläche
– Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 520 kWp (Kilowatt peak)
– Boden- und wandgebundene Begrünung von rund 500 qm, Platz für bis zu  70.000 Bienen und
2.200 Fledermäuse; Umwandlung von bis zu 1,6 t CO2; bindet bis zu 300 kg Feinstaub pro Jahr

Arivo verwirklicht sein erstes Projekt in der Schweiz

Arivo hat am Standort des Unternehmens Lufthansa Flight Training in Zürich ein neues Parkraum-Management-System eingeführt. – Foto: Arivo

Mit dem Umzug in ein neues Firmengebäude setzte man bei Lufthansa Aviation Training in Zürich auch ein neues Mobilitätskonzept um. Die flexible Parkplatzverwaltung von Arivo wurde als passende Lösung ausgewählt.

Lufthansa Aviation Training, einer der führenden Flight-und-Cabin-Training-Provider, ist der Zusammenschluss von Lufthansa Flight Training und Swiss Aviation Training. Am Standort Zürich wurde Ende 2019 ein neues Firmengebäude bezogen, das Arbeitsplätze und Trainingslösungen für seine Kunden bietet. Zusätzlich wurde ein Mobilitätskonzept eingeführt, welches Mitarbeitern einen attraktiven und vom Unternehmen geförderten Anreiz zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bieten soll. Jeder Mitarbeiter kann täglich flexibel entscheiden, ob er mit dem Auto kommen will oder doch lieber die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Da die Parkplätze im neuen Areal beschränkt sind, musste ein Parking-System gefunden werden, das eine flexible und bedarfsorientierte Lösung bietet. Für 360 potentielle Nutzer stehen insgesamt nur 80 Parkplätze zur Verfügung. Mitarbeiter und Kunden zahlen für die Nutzung der Parkflächen. Mit Arivo soll nun die Verwaltung vereinfacht werden und die Abrechnung transparent und automatisiert möglich sein.

Kunde schätzt Flexibilität
Mitarbeiter melden sich über eine Kunden-Web-App mit Kreditkarte und Kennzeichen an. Durch die automatische Kennzeichenerkennung können sie jederzeit in die Garage beziehungsweise den Außenparkplatz einfahren. Die Parkzeit wird automatisch von der Kreditkarte abgebucht und die Rechnung mit Einzelkostennachweis per E-Mail zugestellt. „Arivo wurde uns von APCOA Schweiz empfohlen. Schon nach der ersten Präsentation des smarten Parking-Systems wussten wir: Das ist genau das, wonach wir suchen,“ erzählt Marcel Mantel, Head of Human Resources, Lufthansa Aviation Training Switzerland. „Es war sofort klar, dass nur dieses System die nötige Flexibilität bieten kann, die wir erwarten und unsere Mobilitätsoffensive unterstützen kann. Die innovative Parkraumverwaltung von Arivo ist nicht nur flexibel, sondern 100 Prozent bedarfsorientiert und modern. Man zahlt nur, was man braucht. Dieser Ansatz war perfekt für uns.“
Lufthansa Aviation Training ist das erste Projekt von Arivo in der Schweiz. Eine weitere Schnittstelle, das Einladungssystem, soll noch eingebunden werden. Damit können Piloten, welche zu Schulungen im Simulator gebucht sind, eine Einladung erhalten und mit dieser kostenlos für den Zeitraum der Schulung einfahren. Diese Funktion soll den Umfang der Arivo Parking-Lösung abrunden.

Goldbeck erhält einen bautec.INNOVATION AWARD

Zum zweiten Mal wurde jetzt in Berlin der bautec.INNOVATION AWARD vergeben. Unter den vier Preisträgern ist eine korrosionsfreie Deckenplatte aus Carbon-Beton von Goldbeck.

Insgesamt gingen 36 Bewerbungen aus ganz Europa ein. Zur Preisverleihung des bautec.INNOVATION AWARD waren 14 Beiträge nominiert. Der Bewerbung von Goldbeck gingen laut Unternehmensangaben mehrere Jahre intensiver Forschung und Entwicklung voraus. Das Goldbeck-Projektteam „Carbon“ rund um die Leiter Oliver Heppes und Markus Mühlhaus hat den neuartigen Verbund zwischen Beton und Carbon in mehr als 400 Laborversuchen untersucht. „Der Einsatz von Carbon-Beton bei Neubauprojekten ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen bei Goldbeck. Umso mehr freuen wir uns über den Award“, sagt Markus Mühlhaus, Leiter des Projektteams „Carbon“ und Produktmanager Parkhäuser bei Goldbeck. Die von Goldbeck entwickelte Deckenplatte ausCarbon-Beton soll die tragendeStahlbewehrung herkömmlicher Tragelemente ersetzen. Die Carbonmatte wird in einem textilen Verfahren hergestellt und anschließend beschichtet.

Material bringt Gewichtsersparnis

Die preisgekrönte korrosionsfreie Deckenplatte aus Carbon-Beton im GOLDBECK Mitarbeiterparkhaus in Hirschberg. 

Die Carbonmatte wird in einem textilen Verfahren hergestellt und anschließend beschichtet. Das Pilotprojekt hatte Goldbeck 2019 realisiert: „Beim Bau unseres eigenen Mitarbeiterparkhauses in Hirschberg haben wir erfolgreich Carbon statt Stahl als tragende Bewehrung eingesetzt. In der Baubranche kommt das einer Revolution gleich“, so Mühlhaus. Die laufende allgemeine Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik soll die Voraussetzungen für die Serienfertigung des Bauteils schaffen. Carbon ist korrosionsfrei und gilt deshalb als besonders als langlebiger Verbundwerkstoff für Außenbauteile. Außerdem können dadurch schlankere Bauteile für den Außen- und Inneneinsatz erzeugt werden.

Das Messe-Exponat zur korrosionsfreien Deckenplatte aus Carbon-Beton auf der bautec 2020. 

Goldbeck gibt an, bei Parkhausdeckenplatten durch den Einsatz von Carbon 20 Prozent Gewicht einsparen zu können. „Die leichteren Elemente schonen die natürlichen Ressourcen, vergrößern die Reichweite unserer Fertigungswerke und senken den Transport- und Montageaufwand. Gemeinsam mit der Korrosionsfreiheit, dem geringen Wartungsaufwand und der langen Lebensdauer ergeben sich daraus zahlreiche Nachhaltigkeitseffekte, die sowohl unserer Umwelt als auch unseren Kunden zu Gute kommen“, sagt Markus Mühlhaus. „Gründe genug also, die Forschung fortzusetzen und weitere Anwendungsgebiete für carbonbasierte Bauteile zu erschließen – und diese haben wir schon im Blick!“

Fotos (3): GOLDBECK GmbH

Saba UK setzt jetzt auf evopark GO

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In einem Parkhaus am West India Quay in London wird jetzt erstmals außerhalb von Deutschland eine evopark GO-Lösung genutzt. – Foto: Scheidt & Bachmann

Scheidt & Bachmann UK hat von Saba den Zuschlag für ein prestigeträchtiges Projekt in London erhalten. Das Parkhaus am West India Quay bietet 558 Parkplätze im zentralen Canary Wharf District.

Teil der Zusammenarbeit ist ein 5-Jahres-Vertrag für evopark GO. So soll die kürzlich eingerichtete ticketlose Parkraumlösung ergänzt werden. Es ist der erste Auftrag von evopark für eine evopark GO-Lösung außerhalb Deutschlands und damit auch der erste Auftrag für evopark GO in Großbritannien. Bald sollen Autofahrer im Rahmen eines Abonnements online drei Zugangsmedien registrieren können. Nach der Registrierung genießen sie eine berührungslose Ein- und Ausfahrt am Parkhaus West India Quay. Dafür müssen sie ihr Kennzeichen, ihre Kredit- oder Bankkartennummer und ihre E-Mail-Adresse angeben. Nach der Online-Registrierung können sie mit ihrem registrierten Kennzeichen ein- und ausfahren und bargeldlos über evopark GO bezahlen. Bei der Ankunft hebt sich die Schranke und die Kamera registriert den Zeitpunkt der Einfahrt. Beim Verlassen „schließt“ die Kamera den Besuch ab und die verbrachte Zeit wird automatisch von der registrierten Bank- oder Kreditkarte des Abonnenten abgebucht. Saba kann ebenfalls entscheiden, Gäste bei der Ankunft am Parkhaus per E-Mail mit „Willkommen am West India Quay“ zu begrüßen und sie per evopark GO über lokale Werbeaktionen und Veranstaltungen zu informieren. Alan Grix, Managing Director von Scheidt & Bachmann UK, sagte: „Wir sind entschlossen, diese innovative Lösung für Parkraumbewirtschaftung noch weiter zu verbreiten und damit die bestehenden erstklassigen Parklösungen, die bereits in unserem Portfolio enthalten sind und die in ganz Großbritannien angeboten werden, zu ergänzen.“ Christian Grzona, Director Marketing & Sales bei evopark, fügte hinzu: „Wir danken Saba für das Vertrauen, das sie in uns gesetzt haben und Scheidt & Bachmann UK für die großartige Unterstützung bei der Einführung unserer Lösung. Wir freuen uns auf dieses und weitere spannende Projekte in Großbritannien.“

Parkraum-Überwachungssystem in Interlaken wird ausgebaut

Besonders in städtischen Regionen ist der Parksuchverkehr in den letzten Jahren enorm gestiegen. Mit dem cloudbasierten Überwachungssystem HecSpot von Hectronic soll es möglich werden, die Verkehrsprobleme aufzulösen, die durch den Parksuchverkehr entstehen.

Die Technik findet aktuell Anwendung in Interlaken, Schweiz. Hier wird das System besonders im Bereich der Besucherbusse angewandt. Das Funktionsprinzip von HecSpot basiert darauf, dass durch die Arbeit von Überwachungskameras oder Sensoren eine Datenbasis generiert wird, die in Intervallen Momentaufnahmen an einen cloudbasierten Server sendet. Auf diesem Server werden die Daten mittels Algorithmus verarbeitet und an die Hectronic-Management-Software CityLine ausgegeben. CityLine ergänzt das Leistungsspektrum des Überwachungssystems HecSpot und soll ein effizientes Parkraum-Management ermöglichen. Die Bedienung der Software erfolgt am PC oder von unterwegs mit Tablet oder Smartphone. Freie und belegte Parkplätze werden identifiziert und deren Parkdauer angezeigt. Auch Zonen mit Parkverboten können speziell überwacht und weiter gemeldet werden. Durch verschiedene Statistikmöglichkeiten lassen sich Auslastung, Parkdauer sowie ein- und ausfahrende Fahrzeuge situationsbezogen auswerten. Zudem wird die Betriebsbereitschaft der im Feld befindlichen Endgeräte in Echtzeit überwacht und auf dem Arbeitsplatz in der Management-Software visualisiert. Warnungen oder Störmeldung sind sichtbar und werden bei Bedarf an einen Servicemitarbeiter weitergeleitet. Ein weiteres Anwendungsszenario bietet eine Schnittstelle, welche die Datenkommunikation zu Drittsystemen ermöglicht. Durch diese Anbindungsmöglichkeit kann die Parkraumbelegung an Parkplatzinformationsanzeigen, Verkehrsleitsysteme oder Apps weitergeleitet werden. Die Überlastung von Parkplätzen soll damit vermieden, der Parkplatzsuchverkehr umgeleitet und reduziert werden.

Erfolgreicher Start bereits 2018

Als eines der größten Tourismuszentren des Berner Oberlandes heißt die Gemeinde Interlaken nicht nur Schweizer Tagesausflügler, sondern Reisende als aller Welt herzlich willkommen. Die Gäste reisen meist mit dem Bus in die Stadt. Einer von sieben Busparkplätzen wird aufgrund der starken Frequentierung bereits seit Herbst 2018 mit dem System HecSpot überwacht. Als Folgeprojekt wurde nun ein weiterer Busparkplatz für Kurzzeitparker direkt am Bahnhof Ost mit HecSpot ausgestattet. Die Gemeinde Interlaken und das Hectronic-Team haben sich im Vorfeld über die Anforderungen ausgetauscht, um für die aktuelle Situation eine bestmögliche und individuelle Lösung erarbeiten zu können. Die begrenzte Anzahl an Stellplätzen, eine knapp bemessene Rangierfläche und die Einfahrt über eine Einbahnstraße machen es bei beiden Parkplätzen erforderlich, die Auslastung der Stellflächen zu erfassen und Information dazu an ein temporäres Verbotsschild für die Einfahrt des Parkplatzes zu übermitteln. Sind alle Plätze belegt, leuchtet das LED-Signal auf und zeigt dem Busfahrer an, nicht mehr auf den Parkplatz einzufahren. Zusätzlich ist auf dem Kurzzeitparkplatz ein Citea-Parkscheinautomat mit Parkfeldeingabe im Einsatz. Durch einen Abgleich der Informationen von Parkscheinautomat und Kameras kann festgestellt werden, welche Nutzer die Parkzeit bereits überzogen oder erst gar kein gültiges Ticket gelöst haben. Diese Informationen stehen den Kontrollorganen in Echtzeit auf ihren Smartphones zur Verfügung. Entsprechende Maßnahmen können direkt eingeleitet und festgehalten werden. Laut den Projektbeteiligten hat sich für Interlaken damit die Parksituation rund um den Bahnhof deutlich verbessert und Tagesausflügler und Übernachtungsgäste können entspannt anreisen und die Schweizer Bergwelt genießen.

Foto: Hectronic

„Wir setzen auf gesundes Wachstum“

In Leipzig betreibt Goldbeck Parking Services ein Fernbusterminal mit angegliedertem Parkhaus. – Foto: GPS

Goldbeck ist bekannt als Bau­unternehmen, das seit mehreren Jahrzehnten auch erfolgreich Parkhäuser baut. Mit der Goldbeck Parking Services GmbH zählt seit fast fünf Jahren auch der Betrieb von Parkierungsobjekten zum Angebot. Vor kurzem weitete der Dienstleister sein Portfolio mit der Übernahme der Verkehrswacht Parkplatz GmbH aus. Darüber sprachen wir mit Stephan Pieper, Geschäftsführer der Goldbeck Parking Services GmbH.

Wie kam es zum Kauf der Verkehrswacht?
Die Verkehrswacht Parkplatz GmbH betreibt 44 Objekte in 17 deutschen Städten und ist zusätzlich besonders im Bereich des Event- und Messe-Parkens tätig. Nach der Übernahme der OPG Center Parking GmbH im Jahr 2016 ist dies der zweite große Wachstumsschritt für uns. Die Grundidee zu diesen umfassenden Dienstleistungen entstand 2015, als Kunden mit dem Wunsch an Goldbeck herantraten, Parkobjekte nicht nur für sie zu bauen, sondern auch zu betreiben. Wir können jetzt Planung, Bau und Betrieb aus einer Hand anbieten.

Sie betreiben also nicht nur von Goldbeck gebaute Parkhäuser?
So ist es, wir agieren auch als klassischer Parkhausbetreiber bzw. Dienstleister vorrangig auf dem deutschen und österreichischen Markt mit Blick auf Europa.

Ist diese Dienstleistung ein neuer strategischer Pfeiler in der Ausrichtung von Goldbeck?
Goldbeck ist nach wie vor eines der größten deutschen Bauunternehmen, und somit liegt weiterhin ein wesentlicher Schwerpunkt auf dem Bereich Planen und Bauen. Aber auch im Bereich Gebäudedienstleistungen ist Goldbeck mittlerweile durch etablierte Einheiten im Bereich Property, Facility und Parking sehr gut aufgestellt. Beim Betrieb von Parkhäusern verfügen wir inzwischen über ausreichend Personal sowie technisches Know-how und Infrastruktur, sodass eine flächendeckende Betreuung von Parkhäusern sicher gelingt. Unser Leistungsspektrum reicht von einfachen Beratungsprojekten bis hin zur Steuerung komplexer Projekte über den gesamten Lebenszyklus eines Parkobjekts. Durch die Übernahme der Verkehrswacht Parkplatz GmbH verfügen wir nach nur fünf Jahren am Markt über 136 Parkobjekte und mehr als 70.000 Stellplätze. Damit sehen wir uns als veritabler Marktbegleiter in Deutschland und Österreich.
Konzentrieren Sie sich im Off-Street-­Bereich vor allem auf Neubauprojekte?
Wir sehen uns auch im Bestand, aber als erstes kommt bei Goldbeck das Bauen. Wenn wir selbst planen und bauen, hilft uns das später beim Betrieb. Auf Kundenwunsch übernehmen wir für Goldbeck-Parkhäuser auch die vollständige Instandhaltung über definierte Nutzungszeiträume zum Pauschalpreis und runden so unsere Dienstleistung ab. Der Kunde erhält damit noch vor der Realisierung des Projektes die volle Planungs- und Budgetsicherheit. Diese Sichtweise ist einmalig in der Branche – und viele Erkenntnisse aus diesen Prozessen fließen auch wieder in die Planung mit ein.

Was sind die mittel- und langfristigen Ziele von Goldbeck Parking Services?
Wir setzen auf ein gesundes Wachstum, haben uns aber bewusst keine konkreten Zahlen vorgenommen.

Werden Sie weiterhin alle Objekte von der Leitstelle am Flughafen Münster/Osnabrück aus steuern?
Das soll so bleiben. Dort verfügen wir über eine hervorragende Infrastruktur, gerade auch was die Internetanbindung und Stromversorgung angeht.

Wie ich Ihrem Portfolio entnehme, betreiben Sie auch das Fernbusterminal in Leipzig. Das klingt nicht nach Parken. Was hat es damit auf sich?
In der Tat handelt es sich um ein neues Geschäftsfeld, das wir seit 2018 bedienen. Wir steuern die Fernbusse in Bezug auf Kapazitäten am Fernbusterminal und stimmen Fahrpläne mit den Betreibern ab. Die Organisation wird technisch durch eine Kennzeichen-Erkennung unterstützt, die in einigen von uns betriebenen Parkhäusern der Einlasskontrolle dient. Zum Objekt gehören aber auch 550 Autostellplätze in den oberen Parkdecks, die wir klassisch bewirtschaften.

Stellt das eine Art Mobilitäts-Hub dar?
Absolut, zumal das Parkhaus direkt neben dem Leipziger Hauptbahnhof liegt und sich mehrere Bürostandorte sowie zwei Hotels und eine Mietwagenstation in direkter Nachbarschaft befinden. Zu den Nutzern zählen Besucher des Bahnhofs, Pendler, Büro-Mitarbeiter, Hotelbesucher und natürlich Bus- und Bahnreisende, die bequem und trockenen Fußes vom Auto umsteigen möchten.

Welche technischen Lösungen finden Kunden in Ihren Objekten vor?
Im Grunde können wir auf Basis unserer Softwarelösung alles abbilden, was der Markt von einem professionellen Betreiber fordert. Aber im Vordergrund stehen immer die individuellen Anforderungen des jeweiligen Standorts, Eigentümers bzw. Kunden. An sechs Standorten bieten wir zum Beispiel eine Kennzeichenerkennung zur Authentifizierung – ein System, das mehr und mehr nachgefragt wird. An anderen Standorten können unsere Kunden mit ihrer Kreditkarte ein- und ausfahren und bezahlen. Außerdem zählen RFID und Mifare, eine Chipkartentechnik auf NFC-Basis, zu unserem Standardportfolio. Selbstverständlich haben wir auch das klassische Papierticket weiterhin in Gebrauch. Einen Überblick zu allen Objekten und Leistungen erhalten Parkhaus-Nutzer über die jeweilige Website und die Parking Services-App.

Wo sehen Sie als Erbauer und Betreiber von Parkhäusern die Zukunft der Branche?
Unser bisheriger Ansatz war: Wir bauen sehr durchdachte Systemparkhäuser. Diese sind je nach Kundenanforderung aber immer noch weiter optimierbar. Ein Beispiel ist die Stadt Wien: In neuen Wohnsiedlungen werden dort für die Fahrzeuge der Bewohner keine Tiefgaragen und auch keine Stellplätze vor den Häusern mehr gebaut, sondern zentrale Parkhäuser. Hier sorgen wir als Betreiber für Mobilität. Zwar ist das Parken von Autos noch das Hauptbusiness, aber wir richten dort auch Flächen für Carsharing oder Leihfahrzeuge aller Art ein. Außerdem sollen auf Wunsch der Stadt Wien alle Mobilitätsangebote über eine App nutzbar sein. Auch hier bieten wir Lösungen. Unsere Philosophie der modular erweiterbaren Hard- und Software bedient aktuelle Bedarfe und Entwicklungen. Im Rahmen der App-Thematik arbeiten wir zudem mit offenen Schnittstellen.

Setzen Sie auch hierzulande auf offene Schnittstellen?
Ja, denn wir arbeiten mit vielen verschiedenen Partnern zusammen. Dabei steht der Komfort des Users im Vordergrund. Eine App bietet Zugang zu verschiedenen Angeboten. Jeder Anbieter behält seine Kunden, unsere App bündelt nur die verschiedenen Dienstleistungen. Die Strategie „alle zu mir“ funktioniert hier nicht – genauso wenig wie eine Vielzahl verschiedener Apps und noch mehr Karten zur Nutzung von Parkhäusern unterschiedlicher Betreiber.

Stephan Pieper, Geschäftsführer der GOLDBECK Parking Services GmbH

Zur Person
Berufliche Laufbahn
– 2005–2008 Regional Manager und Senior Consultant bei ADATO Consulting Group GmbH, Bonn
– 2005–2008 Regional Manager und Senior Consultant bei ADATO Consulting Group GmbH, Bonn
– 2008–2014 Mitglied der Geschäftsleitung der ISS Facility Services GmbH, Düsseldorf
– 2014–2017 Operations Director bei APCOA PARKING Deutschland GmbH, Stuttgart
– seit 2017 Geschäftsführer der GOLDBECK Parking Services GmbH, Bielefeld, und der GOLDBECK
Parking GmbH, Wien
– seit 2019 Geschäftsführer Verkehrswacht Parkplatz GmbH

Die Parkraumbewirtschaftung bricht in neue Welten auf

Game Changer: Selbstfahrende und -parkende Autos wie dieses Modell von Tesla eröffnen neue Chancen und begründen bislang unbekannte Risiken. – Foto: Shutterstock

Technologische Trends wie automatisiertes Einparken, kamerabasierte Kennzeichenerfassung, elektronische Zugangsmedien und Apps verändern das Parken. Ähnlich wie das Papierticket und die Schranke wird auch das Bargeld von digitalen Lösungen verdrängt. So wird sich auch die Parkraumbewirtschaftung allmählich ändern.

Verbreitet ist das Papierticket das übliche Medium, wenn es ums Zahlen im Parkhaus geht. Der Klassiker im Visitenkartenformat macht jedoch inzwischen vielerorts Platz für neue Lösungen, bei denen bargeldlos und teils sogar ohne Schranke gearbeitet wird. Systeme mit automatischer Erkennung des Nummernschilds und bargeldloser Zahlung sind international zum Teil bereits weit verbreitet. So bietet der Parkraumbewirtschafter APCOA Parking eine solche Lösung bereits auf 104 Off-Street-Parkplätzen in ganz Norwegen an. In diese Zahl eingeschlossen sind Parkplätzen an 30 Flughäfen. Weitere Standorte werden derzeit ausgestattet.

App und Chip statt Parkticket und Bargeld: Mit APCOA FLOW können Kunden in rund 200 Parkobjekten ihr Auto abstellen, ohne das Fenster herunterzukurbeln und an die Kasse zu gehen. Foto: APCOA

Free-Flow-Parken als neue Perspektive
Vergleichbare Ansätze verbreiten sich zunehmend auch im deutschen Sprachraum. „In Deutschland gibt es bereits zehn Standorte, die barrierefrei und ohne Ticket arbeiten“, sagt Parkexperte Thomas Veith. Als Geschäftsführer der Autopay Deutschland GmbH, einem Anbieter digitaler Parkabfertigungs- und Managementsysteme und als Inhaber des Beratungsunternehmens ParkraumWerte, blickt Veith auf die Etablierung neuer Anwendungen, die das Parken für Kunden und Betreiber gelichermaßen vereinfachen sollen. Seine fachliche Sicht auf aktuelle Entwicklungen bei Zugangs- und Zahllösungen hat er zuletzt beim Kompetenzforum Parken vorgestellt, das der Bundesverband Parken im November in Würzburg veranstaltet hat. Traditionelle Bewirtschaftungsmodelle seien laut Veith mit Schmerzpunkten gekennzeichnet. Dies gelte für Kunden und Betreiber gleichermaßen. Betroffen davon sei besonders der oft umständliche Umgang mit Ticket, Schranke und Bargeld.
Smarte, digitale Ansätze sollen das Bezahlen einfacher und flexibler machen: Auf Hardwareseite werden bei Free-Flow-Ansätzen Kameras genutzt, die das einzelne Kfz-Kennzeichen von vorne und hinten aufnehmen können. Kunden können über die Hinterlegung ihrer Nutzerdaten automatisch zahlen, wenn sie ausfahren. Sie seien dazu aber nicht gezwungen und könnten die Zahlung auch später erledigen, sagt Thomas Veith. Die Nutzerdaten sollen im idealtypischen Modell mithilfe einer Cloud-Lösung und sicherer Datenverbindungen gespeichert werden. Sie ermöglichen dem Betreiber eine genauere Analyse des Kundenverhaltens, was einnahmenseitig von Nutzen sein kann. Der Datenschutz soll gewahrt bleiben. Die Kennzeichendaten werden nach Ausfahrt und erfolgter Bezahlung gelöscht. Die Zahlung sei bei einem solchen System noch bis zu 48 Stunden nach dem Parken ohne zusätzliche Aufschläge möglich, so Veith. Die Zahlung selbst kann per Debitkarte, automatischer Abbuchung sowie bar erfolgen. Bei Nichtzahlern sollen über Kennzeichendaten die einzelnen Fahrzeughalter ermittelt werden. Einen Zwang zur Registrierung im automatischen Zahlungssystem gibt es laut Fachvortrag für die Nutzer nicht. „Das Kennzeichen hat sowieso jeder dabei. Es ist zukunftsfähig und nicht dauerhaft ersetzbar“, so Veith. Das System der Kennzeichenerkennung und des Free-Flow-Parkens sei zudem auf weitere Dienste wie E-Lade-Angebote erweiterbar. „Der Einstieg in neue Parking-Welten geht nur, wenn er konsequent beschritten wird“, so Veith.

Im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart werden für den automatisierten Parkservice spezielle Sensoren genutzt. Foto: Bosch

RFID als Alternative zum Ticket
Der Parkraumanbieter APCOA PARKING will mit seiner digitalen Plattform neue Impulse in die Parken Branche bringen. Die Parken-App APCOA FLOW ist nach Angaben des Unternehmens bereits in über 200 Parkhäusern in ganz Deutschland nutzbar. Sie wird in Kombination mit einem RFID-Chip genutzt. Es können rund 100.000 Stellplätze mit Hilfe der App gebucht werden. In den teilnehmenden Parkhäusern können APCOA-Kunden ohne Ticket ein- und ausfahren sowie bargeldlos bezahlen. Der einzelne Parkvorgang wird vom System im Hintergrund erfasst und über eine hinterlegte Kreditkarte abgerechnet. In der Praxis findet die App das nächstgelegene Parkhaus am Reiseziel und navigiert den Fahrer dort hin. Das Fahrzeug wird über den RFID-Chip erkannt, wodurch sich die Schranken im Eingangsbereich automatisch öffnen. Der Betreiber plant, zukünftig alle rund 300 APCOA-Parkhäuser in Deutschland mit APCOA FLOW zu verknüpfen. Damit könnten bundesweit über 230.000 Stellplätze digital gebucht werden. Das Programm kann in den gängigen App-Stores von Google und Apple heruntergeladen werden. Den individuellen RFID-Chip befestigt der Kunde an der Windschutzscheibe des eigenen Fahrzeugs. Alternativ kann auch eine spezielle Trägerkarte als Untergrund genutzt werden. Diese soll dem Kunden eine höhere Flexibilität ermöglichen.

Das neue Mitarbeiterparkhaus des Klinikverbundes medius KLINIKEN in Kirchheim unter Teck arbeitet schranken- und ticketlos. Foto: Huber Integralbau

Anwendungsfälle in Kirchheim und Montabaur
Ein Anwendungsbeispiel für Free-Flow-Parken ist seit Juli 2019 in Kirchheim unter Teck zu finden. Das dortige 166 Stellplätze umfassende Mitarbeiterparkhaus des Klinikverbundes medius KLINIKEN wurde von dem Parkhausbauer HIB Huber Integralbau errichtet. Der Betreiber nutzt ein schranken- und ticketloses System. Dabei wird bargeldlos abgerechnet. Die Einfahrt ist nachts durch zwei Rolltore gesichert. Weitere ticket- und schrankenlosen Parksysteme hat unter anderem Scheidt & Bachmann umgesetzt. So parken seit Dezember 2018 Autofahrer nördlich des ICE-Bahnhofes Montabaur mittels Kennzeichenerkennung. Nach eigenen Angaben hat der Systemhersteller dort im Auftrag der Stadt Montabaur das größte ticket- und schrankenlose Parksystem Deutschlands eingerichtet. Das Free-Flow-System, welches sich vor allem an Bahnpendler richtet, nutzt laut Hersteller keine Geräteschnittstelle oder Trigger wie etwa Bodenschleifen. Je zwei Kameras an Ein- und Ausfahrtspur zeichnen das vordere und das hintere Kennzeichen der Fahrzeuge auf, die das Gelände ansteuern oder verlassen. Gegen Missbrauch werden eine Richtungserkennung und ein Infrarotsystem eingesetzt. Nutzer geben am Kassenautomaten das Kfz-Kennzeichen ihres Fahrzeugs ein und bekommen dann die fälligen Kosten angezeigt. Sie können bar, per App oder Girokarte beglichen werden.
Ähnliche Systeme werden auch bei Einkaufszentren eingesetzt. So sind Free-Flow-Systeme von Scheidt & Bachmann auch an der Königshof-Galerie in Mettmann sowie am Einkaufszentrum EVER.S in München installiert worden. In beiden Anwendungsfällen dient das Kfz-Kennzeichen als zentrales Kontrollmedium: Mit der barrierefreien Lösung entervo.ticketless parking soll dem Unternehmen zufolge das Autokennzeichen zum alleinigen Kontrollmedium werden. So muss der Fahrer an der Ein- und Ausfahrt nicht mehr mit einem Zugangs- oder Zahlsystem interagieren.

Forscher des FZI – Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe entwickeln ein autonomes Parkhaus-Management-System. Dazu wurde das Testparkhaus mit speziellen Kameras erfasst. Foto: FZI – Forschungszentrum Informatik

Automatisiertes Parken in der praktischen Anwendung
Weitere neue Lösungsansätze mit digitalem Schwerpunkt ergeben sich im Bereich der Serviceangebote im Valet Parking. Besonders an Flughäfen wie etwa Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt verbreitet, handelt es sich ursprünglich um ein Angebot, bei dem der Kunde sein Fahrzeug die Hände einer Servicegesellschaft übergibt, die das Einparken als Dienstleistung übernimmt. Dass dabei Technisierung und Digitalisierung eine zunehmende Rolle spielen, zeigen aktuelle Weiterentwicklungen: So wird im automated Valet Parking wird mit digitaler Unterstützung eine vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion für ein entsprechend ausgerüstetes Auto angeboten. Für ein neues automatisiertes Parksystem im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart haben die Unternehmen Bosch und Daimler bereits die Freigabe der zuständigen Behörden in Baden-Württemberg erhalten. Der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice wird per Smartphone-App abgerufen. In der Praxis muss der Fahrer lediglich ins Parkhaus einfahren, an einer Übergabefläche aussteigen und das Auto per Smartphone-App zum Parken schicken – der automatisierte Parkservice kommt ohne Fahrer aus. Während dieser das Parkhaus bereits verlassen und sich anderen Dingen widmen kann, fährt das Auto selbstständig zu einem zugewiesenen Stellplatz und parkt ein. So kommt das Auto auch wieder vorgefahren. Genutzt werden Sensoren im Parkhaus, die den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld überwachen und Informationen zur Steuerung liefern. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Infrastruktur in Fahrmanöver um.
Alternativ werden inzwischen auch spezialisierte Roboterfahrzeuge genutzt, die ähnlich wie ein Gabelstapler arbeiten. Sie laden ein abzustellendes Auto in einer Übergabebox auf und fahren es selbstständig zu einem Stellplatz. Auf Wunsch des Kunden kann das Auto am Ende des Parkvorgangs wieder in die Übergabebox zurückgeholt werden. Ein solches System wird seit 2014 im Parkhaus 3 des Flughafens Düsseldorf angewandt. Die Vorteile des Parkroboters RAY liegen laut Hersteller serva transport systems GmbH neben dem Komfort für den Endkunden auch in einer effizienteren Nutzung des Parkraums, da das Robotersystem präzisier und auf engerem Raum rangiert als der menschliche Fahrer. Da beim Abstellen der Raum zum Aussteigen wegfällt, soll es laut Hersteller möglich sein, auf gleichem Parkraum bis zu 60 Prozent mehr Fahrzeuge unterzubringen, als in einem herkömmlichen Parkhaus. Perspektivisch soll auch eine Kombination des Systems mit Aufzügen möglich sein, wodurch auch mehrgeschossige Parkhäuser damit ausgestattet werden können. Innerhalb des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg soll die Entwicklung autonomer Parkdienste ebenfalls vorangetrieben werden. Im Projekt SmartEPark strebt das FZI – Foschungszentrum Informatik eine flexible Kommunikation von Parkhaus-Infrastruktur mit Fahrzeugen verschiedener Autonomiegrade und Hersteller an. Ohne den Fahrer sollen autonome E-Autos künftig zu Parkplätzen und Stromlade-Stationen geleitet werden.
Davon verspricht man sich einen entscheidenden Vorteil: Der knappe Parkraum soll besser ausnutzt werden, weil die Autos dichter geparkt werden können. Für ihre Tests haben die FZI-Wissenschaftler das Parkhaus am Fasanengarten in Karlsruhe mit mobiler Sensorik, wie beispielsweise Rundum-Kameras und speziellen Sensoren ausgestattet. Mit sogenannten LiDAR-Sensoren (Abkürzung für „Light Detection and Ranging“), können laserbasiert Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden. Per WLAN kommunizieren zudem Road-Side-Units mit einfahrenden Autos, melden ihnen die von den Sensoren entdeckten Hindernisse und leiten sie zu freien Parkplätzen oder Ladestationen. Ziel ist es, dass nicht nur vollautomatisierte, sondern auch teilautonome Autos selbstständig einen freien Stellplatz oder eine Ladesäule ansteuern können.

Dank des Parkroboters RAY brauchen Autofahrer im Parkhaus 3 am Flughafen Düsseldorf nicht mehr selbst einzuparken. Foto: serva transport systems GmbH

Orientierung mit digitaler Unterstützung
„Die Intelligenz muss stärker auf der Seite der Parkhaus-Infrastruktur liegen, die ihre Informationen an die unterschiedlichen Fahrzeuge anpasst“, sagt Prof. J. Marius Zöllner, FZI-Vorstand und Direktor für Technisch-Kognitive Assistenzsysteme. Die Forscher analysieren, wie die digitale Technik mit dem Parkhaus als Umgebung umgehen kann: Die FZI-Forscher bilden das Fahrzeug und die Parkhaus-Umgebung in einem Simulationsprogramm originalgetreu nach und testen Funktionalitäten, welche später in der Realität eingesetzt werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, in welchem Format Parkplätze und andere Umgebungspunkte im Parkhaus am besten markiert werden können, um für möglichst viele Fahrzeuge lesbar zu sein und wie Fahrzeuge am effizientesten zu ihrem Parkplatz geleitet werden.
Hochgenaue Karten sind auch im Projekt Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf (KoMoD) genutzt worden, das am Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen umgesetzt wurde. Daran waren 16 Projektpartner aus Wirtschaft und Industrie beteiligt. Neben einer rund 20 Kilometer langen Teststrecke für das autonome Fahren in Düsseldorf ist zum Testen des automatisierten Valet Parkings ein Parkhaus des Projektpartners Vodafone mit Sensoren ausgestattet worden. Dazu gehörten Geräte, die erkennen können, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist sowie ein Server, der alle gesendeten Informationen verarbeitet. Über Mobilfunk mit den Fahrzeugen im Parkhaus verbunden, konnte der Zielstellplatz und der Weg dorthin für ein Versuchsfahrzeug vorgegeben werden. Der Pfad dorthin konnte automatisiert abgefahren werden. Der Fahrer hat das Auto lediglich in einer speziellen Übergabezone geparkt. Auch hier stellten rechnergestützte Prozesse wie Umgebungserfassung, Trajektorienplanung, Umgebungserfassung und die Lokalisierung des Fahrzeugs im Parkhaus zentrale Elemente dar. Digitale Innovation, kreative bautechnische Ideen und neue Dienstleistungen im Bereich Zahlung und Zugang bieten aktuell Perspektiven auf spannende neue Parkwelten.