Mittwoch, 21. Januar 2026

Autos und Fahrräder unter einem Dach

Die Stadt Köln möchte an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Randlage den Umstieg auf den ÖPNV für Auto- und Fahrradfahrer attraktiver gestalten.

Es soll erstmals in der Millionenstadt eine kombinierte Lösung für Kfz- und Fahrradparken innerhalb einer sogenannten Parkpalette entstehen.

In Weiden-West am westlichen Stadtrand von Köln startet die Straßenbahnlinie 1, die eine umsteigefreie Verbindung ins Kölner Zentrum bietet und bis zur östlichen Seite über die rechtsrheinischen Stadtteile bis ins benachbarte Bensberg führt. Zudem verkehren in Weiden West die S-Bahnlinien S12 und S19 sowie mehrere Buslinien. Auch Fahrräder und E-Scooter können am Park-and-Ride- beziehungsweise Bike-and-Ride-Standort ausgeliehen werden.

Mehr als 300 Parkplätze für Fahrräder

2021 hat der Rat der Stadt Köln die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) beauftragt, eine Parkpalette an der Haltestelle Weiden-West zu planen und zu bauen, um die Kapazitäten der ausgelasteten Park-and-Ride-Anlage zu erweitern. Ein Bike Tower daneben sollte 120 Fahrrädern Platz bieten. Platz, der laut einer aktuellen Bike-and-Ride-Erhebung aus dem Vorjahr dringend benötigt wird: Zum Untersuchungszeitpunkt waren alle verfügbaren Fahrradabstellplätze belegt. Darüber hinaus wurden mehr als 40 wild abgestellt Fahrräder vor Ort festgestellt.

Den Bike Tower hat die Stadt Köln jedoch aufgrund von zu erwartenden

Kostensteigerungen und der Insolvenz des Anbieters verworfen. Die neue Idee: 66 geplante Kfz-Stellplätze in der Parkpalette werden umgewandelt in eine Fläche für rund 130 Fahrradboxen und mehr als 200 Fahrradabstellplätze. Die Stadt Köln integriert das Fahrradparken damit in die Parkpalette für den Kfz-Verkehr und plant für den Radverkehr eine eigene Zufahrt. Ein Bike Tower für Köln ist damit jedoch nicht ausgeschlossen, die Stadt Köln zieht dieses Konzept für andere Standorte weiterhin in Betracht.

Parkpalette als wirtschaftliche Lösung

Für die Parkpalette liegt bereits eine Entwurfsplanung des Kölner Architekturbüros schultearchitekten vor. Das Objekt besteht aus stapelbaren, standardisierten Bauteilen und kann bei Bedarf aufgestockt werden. Es soll der Funktion eines Parkhauses entsprechen, jedoch in einer einfacheren Bauweise ausgeführt werden. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen soll ein Generalunternehmen die weiteren Planungen und den Bau im Auftrag der KVB übernehmen. Die Vergabe dazu erfolgte am 4. Juli 2025.

Die Förderfähigkeit der um die Bike-and-Ride-Stellplätze ergänzten Parkpalette wurde mit dem Fördermittelgeber, dem zuständigen Regionalverkehrsverbund go.Rheinland, abgestimmt. Stimmt die Politik der Beschlussvorlage zu, kann der bereits beauftragte Generalunternehmer den ergänzenden Auftrag für die Integration des Fahrradparkens übernehmen. Nach Einholung der Baugenehmigung für die Kfz- und Fahrrad-Parkpalette werden die detaillierte Ausführungsplanung und die Durchführung der Bauleistungen beauftragt. Anfang September hat der Rat der Stadt Köln der Beschlussvorlage zur Änderung in eine sogenannte Bike+Ride-Anlage zugestimmt.

Höhere Förderung dank Fahrradparken

Die Planer schätzen aktuell, dass das Projekt 21,25 Millionen Euro kosten wird, das sind rund sieben Millionen Euro mehr als 2021 angenommen. Grund sind die allgemeine Kostensteigerung bei Planungsleistungen und beim Bau in den letzten Jahren sowie die Integration der Fahrradabstellanlage. Durch die Integration der Fahrradparkplätze in die Anlage können jedoch höhere Fördermittel abgerufen werden. Dadurch sinkt der Eigenanteil der Stadt Köln und der KVB auf 2,9 Millionen Euro, ursprünglich lag dieser bei 10,13 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten für die Eigentümerin KVB werden auf 205.000 Euro geschätzt.

Parkpalette für Köln-Weiden West: So könnte das Parkhaus für Pkw und Fahrräder in einfacher Bauweise einmal aussehen.
© schultearchitekten | Visualisierung: rendertaxi

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