Studie zum Rosenviertel in Memmingen
Ausgeklügelte Parksysteme sind die Zukunft der urbanen Quartiersentwicklung im Städtebau: Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Architekturbüros f64 aus Kempten in Zusammenarbeit mit der Klaus Multiparking GmbH.
Untersucht wurden die Vorteile halbautomatischer Parksysteme am Beispiel des neuen Stadtquartiers „Rosenviertel“ in Memmingen. Auf dem bisherigen Bahnhofsareal Memmingen entsteht auf einer Gesamtfläche von zwei Hektar eine Mischung aus Wohnen, Hotel, Gastronomie, Veranstaltungsräumen, Dienstleistungseinrichtungen und Grünflächen. Im Mittelpunkt stehen die Memminger Rosenhöfe, zwei Baukörper, die das Quartier beleben sollen.
Für den benötigten Parkraum hatte das f64-Team ursprünglich eine Tiefgarage unterhalb der Rosenhöfe mit klassischen Duplexparkern eingeplant, also eine Variante, bei der zwei Fahrzeuge jeweils übereinander geparkt werden. Durch diese Doppelparker war es möglich, auf eine zweite Tiefgaragenebene zu verzichten. In der Detailplanung und in enger Abstimmung mit Klaus Multiparking kristallisierte sich jetzt eine Alternative heraus, die weitere Vorteile bringt.
Eine Ebene weniger – mehr Grünflächen
„Durch die Kombination von halbautomatischen Parksystemen von Klaus Multiparking gewinnen wir in der Tiefgarage wertvolle Nutzflächen und reduzieren die benötigten Verkehrswege. Auch mit dieser Lösung sparen wir eine komplette Tiefgaragenebene, darüber hinaus können wir das gesamte Tiefgaragenvolumen um insgesamt 17 Prozent reduzieren. Das macht am Ende über 4.000 Kubikmeter aus“, sagt Thomas Meusburger, zugleich Geschäftsführer der f64 Architekten und Stadtplaner GmbH.
Diese Einsparung wirke sich auch positiv auf die Flächennutzung des Areals aus, denn laut Meusburger müssen durch die optimierte Parkraumplanung 400 Quadratmeter weniger an Bodenfläche versiegelt werden. „Wir können stattdessen jetzt mehr neue Grünflächen anlegen und diese auch mit Großbäumen bepflanzen. Das erleichtert das Regenwassermanagement enorm und leistet einen wichtigen Beitrag, das Mikroklima der Memminger Altstadt zu schützen“, so Meusburger. Durch das geringere Bauvolumen sinken laut den Planern auch die Baukosten und das Investitionsvolumen – voraussichtlich um rund 1,5 Millionen Euro.
Effizientere Stellplatzausbeute
„Die Innenstädte sind versiegelt, die Planer müssen um jeden Quadratzentimeter kämpfen, um mit möglichst wenig Raum- und Flächenverlust ausreichend Stellplätze zu schaffen. Die mit den halbautomatischen Parksystemen erreichte Einsparung ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, sagt Ive Nekic, der Vertriebsleiter der Klaus Multiparking GmbH.
In der neuen Parkraumplanung für das Memminger Rosenviertel kommen voraussichtlich insgesamt fünf halbautomatische Parksysteme der Baureihe kVario von Klaus Multiparking zum Einsatz. Bei diesen stellt der Fahrer das Fahrzeug an der Einfahrstelle ab. Hinter einem Elektro-Schiebetor transportiert der Halbautomat das geparkte Auto vertikal und horizontal zur verfügbaren Parkfläche. Dort steht das Fahrzeug sicher, bis der Besitzer es wieder anfordert. Die Klaus-Systeme lassen sich mehrstöckig auf bis zu fünf Ebenen und in Reihe installieren und ermöglichen so laut Anbieter eine noch effizientere Stellplatzausbeute.
Potenzial für die Stadt Memmingen
Uwe Weißfloch, der Leiter des Memminger Stadtplanungsamtes, ließ sich die Parksysteme bei Klaus Multiparking in Aitrach demonstrieren. Sein Fazit: „Die Einsparung von 4.000 Kubikmetern an Tiefgaragenvolumen spricht schon für sich und ist natürlich klasse für eine Kostenprognose. Das kommt uns bei der Investorenausschreibung natürlich sehr entgegen.“
Durch die platzsparende Bauweise der Parksysteme wird für die Tiefgarage auch weniger Raum- und Deckenhöhe benötigt und es muss insgesamt weniger Bodenfläche versiegelt werden. Davon profitiere das Mikroklima der Memminger Innenstadt, denn so entstehen im Rosenviertel nun zwei große durchgrünte Innenhöfe. Da je Innenhof rund 150 Quadratmeter Fläche nicht unterbaut werden, hätten sogar große Bäume ausreichend Platz zum Wachsen. Ein Schlüsselfaktor im Kampf gegen Extremwetter sei das Schwammstadt-Prinzip: Die örtliche Flora speichert selbst starken Niederschlag und gibt ihn verzögert zurück in den Kreislauf. Durch die Verdunstungskälte des gespeicherten Niederschlags heizt sich das Quartier zudem im Sommer weniger stark auf.
Bei den halbautomatischen Parksystemen von Klaus Multiparking können Autos auf mehreren Ebenen untergebracht werden.
© Klaus Multiparking



