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Kamera mit eingebauter Kennzeichenerkennung

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Die Kennzeichenerkennung ist direkt in die Kameras integriert. Foto: Hikvision
Die Kennzeichenerkennung ist direkt in die Kameras integriert. Foto: Hikvision

Hikvision, einer der weltweit führenden Anbieter von Videoüberwachungsprodukten, stellt seine direkt in die Kamera integrierte Kennzeichenerkennungslösung vor. Der Vorteil: Da der Analysealgorithmus für die Kennzeichenerkennung direkt in die Kameras integriert ist, sei keine zusätzliche Software notwendig.
Mit der Kennzeichenerkennungslösung von Hikvision erhalten Unternehmen ein Produkt, mit dem sie Kfz-Kennzeichen erfassen und ohne zusätzliche Software mit vorhandenen Listen vergleichen können. Die daraus resultierenden Informationen können sie laut Hersteller direkt in die Kameras importieren, um beispielsweise eine Zufahrtskontrolle direkt zu steuern. Das Endgerät lese und erkenne automatisch Kennzeichen von fahrenden Autos bis zu einer Geschwindigkeit von 70km/h und speichere diese Informationen zusammen mit entsprechenden Fotos und Videosequenzen. Das System eigne sich unter anderem für die Kontrolle von Parkausweisen, die Überwachung von Parkplätzen sowie für die Zufahrtskontrolle in Parkhäusern. Das Kennzeichenerkennungsprodukt von Hikvision lasse sich durch offene Schnittstellen ganz einfach integrieren.

Neuer Chef bei Scheidt & Bachmann Parkeersystemen

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Henk Domenie ist neuer Geschäftsführer von Scheidt & Bachmann Parkeersystemen. Foto: Scheidt & Bachmann
Henk Domenie ist neuer Geschäftsführer von Scheidt & Bachmann Parkeersystemen. Foto: Scheidt & Bachmann

Scheidt & Bachmann gibt bekannt, dass mit dem 1. Januar 2017 Henk Domenie die Position des Geschäftsführers bei der Tochtergesellschaft Scheidt & Bachmann Parkeersystemen in den Niederlanden übernehmen wird. Die Funktion des Geschäftsführers bei Scheidt & Bachmann Belgien BVA wird er weiterhin in Personalunion ausüben. Durch seine bisherige Funktion als Key Account Director bei Scheidt & Bachmann Parkeersystemen ist Henk Domenie mit dem Geschäftsumfeld sowie der Organisation bereits bestens vertraut.
Mit diesem Schritt stellt sich Scheidt & Bachmann wachstumsorientiert in den Benelux-Staaten neu auf. „Durch die Bündelung von Ressourcen können wir auf die Anforderungen unserer Kunden flexibel reagieren und passgenau unser attraktives Produkt- und Serviceportfolio anbieten“, so Henk Domenie über die strategische Ausrichtung.
Bakker verlässt das Unternehmen
Mit diesem Führungswechsel wird Pieter Bakker, der bisherige Geschäftsführer von Scheidt & Bachmann Parkeersystemen, das Unternehmen verlassen und seinen künftigen Tätigkeitsschwerpunkt auf eigene Unternehmen legen. „Nach mehr als 20jähriger Zusammenarbeit mit Scheidt & Bachmann ist es aber nur eine „räumliche Trennung“, denn die freundschaftliche Verbundenheit mit dem Unternehmen sowie persönliche Kontakte werden weiterhin bestehen bleiben“, sieht Pieter Bakker die Zukunft.
„An Pieter schätze ich sein engagiertes, zielorientiertes Handeln und loyales Verhalten“, so Martin Kammler, Geschäftsführer bei Scheidt & Bachmann. „Seine innovativen Ideen wurden in zahlreichen Lösungen umgesetzt, das kundenorientierte Handeln und die Nähe zum Markt sind beispielgebend. Im Namen des gesamten Scheidt & Bachmann Teams bedanke ich mich bei Pieter für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute – het allerbeste en veel succes!“

Neuer Vertriebsleiter für DESIGNA Deutschland

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Jörg Bahn Foto: DESIGNA
Jörg Bahn
Foto: DESIGNA

Jörg Bahn ist neuer Vertriebsleiter der DESIGNA Verkehrsleittechnik GmbH in Kiel. Der 46-Jährige verantwortet seit dem 1. Juli 2016 sämtliche Vertriebsaktivitäten in Deutschland und berichtet an die Geschäftsführung.  Der Diplom Ingenieur der Elektrotechnik (FH) verfügt über Branchenkenntnisse im Parkraummanagement und hat DESIGNA bereits in den vergangenen 18 Jahren mitgeprägt und ausgebaut. Jörg Bahn kam 1998 als technischer Redakteur zu DESIGNA. Seit 2004 ist er als Niederlassungsleiter Hamburg zuständig für die Region Nord. Seine Freizeit verbringt der verheiratete Vater zweier Kinder vor allem in seinem Garten oder zusammen mit der Familie beim gemeinsamen Urlaub in Dänemark.

Den Parkplatz (fast) vor der Tür

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In vielen Mittel- und Großstädten herrscht „on-street“ – zumindest gefühlt – Parkplatznot. Bewohner kämpfen mit Besuchern und Pendlern um die begehrten Stellplätze am Straßenrand. Abhilfe soll eigentlich das Bewohnerparken schaffen, doch viele Städte sind längst nicht so weit, wie die folgenden Beispiele zeigen.
In Kölns Straßen gehört es schon fast ins Stadtbild: LKW stecken in engen Straßen fest, weil ein parkendes Auto den Weg blockiert. Mit Bewohnerparkplätzen möchte die Bezirksvertretung des Stadtteils Lindenthal, in dem vor allem große PKW oft Parkprobleme haben, dem Chaos nun entgegenwirken.
Für 30 Euro im Jahr stellt die Stadt für Anwohner, die weder über eine eigene Garage noch einen privaten Stellplatz verfügen und gegen die Vorlage des Personalausweises und des Fahrzeugscheins, einen Parkausweis aus. Parkplatzgarantie? Leider nicht. Im betreffenden Bereich werden in Kürze Parkscheinautomaten mit einem roten Punkt installiert. In diesem Bereich können die Bewohner mit Ausweis dann kostenlos ihr Auto abstellen. Nach wie vor wird es Parkscheinautomaten ohne roten Punkt geben: In Bereichen, in denen viele Geschäfte sind, müssen Anwohner trotz Ausweis weiterhin zahlen.
Auch Kölns Politiker befürworten fast geschlossen das Bewohnerparken, vor allem weil es eine Neuordnung der Parkplätze zulässt und die Zahl der geparkten Autos deutlich abnehme. Viele PKW-Fahrer von außerhalb umfahren die Parkzonen mit Ausweis großräumig, stellen die Autos an anderer Stelle ab oder weichen auf den ÖPNV aus. Das langfristige Ziel: die Autos komplett von den Straßen bekommen.

In der Düsseldorfer Altstadt ist es für Anwohner oftmals schwer, einen freien Parkplatz zu finden.
In der Düsseldorfer Altstadt ist es für Anwohner oftmals schwer, einen freien Parkplatz zu finden. (Foto: Shutterstock/Claudio Divizia)

Anwohnerärger in Düsseldorf
In Düsseldorf sorgen Grenzen beim Bewohnerparken für Unmut. Wer an der Grenze von einem der etwa 30 Anwohnerparkgebiete der Stadt lebt, muss unter Umständen lange Wege in Kauf nehmen, da in der Straße um die Ecke beispielsweise schon ein neuer Bezirk beginnt. Eine Umgestaltung des Bewohnerparkens in Form einer Radiuslösung, bei der Anwohner Anspruch auf einen Parkplatz rund um ihren Wohnsitz hätten, lehne die Stadt jedoch ab. Es gelten schließlich verschiedene Tarife in den Bezirken, die nicht ohne weiteres vermischt werden können, so die Aussage aus der Stadt gegenüber der Rheinischen Post. In vielen Stadtteilen beschweren sich die Bewohner über fehlende Anwohnerparkplätze.
In Leipzig musste erst die heimische Fußballmannschaft in die erste Bundesliga aufsteigen, um der Stadt vor Augen zu führen, dass die Parksituation für die Anwohner rund um die Red Bull Arena nicht immer leicht ist. Im Waldstraßenviertel soll nun bald das Bewohnerparken eingerichtet werden. 30,70 Euro kostet die Gebühr für Anlieger pro Jahr, die dann das Parken in ausgeschilderten Parkbuchten erlaubt. Auch hier ist keine Parkplatzgarantie gegeben. Weitere Plätze können nach dem Ziehen eines Parkscheins von Jedermann genutzt werden. Die Kommune will 250.000 Euro in die Umsetzung investieren. Vor allem, wenn im sogenannten Sportforum Konzerte oder Fußballspiele sind, hat das Ordnungsbüro gut zu tun: 600 Knöllchen und abgeschleppte Autos waren es laut Aussage der Bild beim AC/DC-Konzert im Juni, beim Fußballspiel des RB Leipzig sind es immerhin rund 150.
Parkpickerl mit Hitech-Innenleben: In Wien erleichtern diese RFID-Tickets den Ordnungsbeamten die Arbeit.
Parkpickerl mit Hitech-Innenleben: In Wien erleichtern diese RFID-Tickets den Ordnungsbeamten die Arbeit. (Foto: Schreiner Printrust)

Gutes Beispiel: Wien
Die Stadt Wien ist beim Anwohnerparken schon etliche Schritte weiter. Seit November vergangenen Jahres erhalten Bewohner in Bezirken Wiens in einem Pilotversuch elektronische „Parkpickerl“. Im September wurden die ((rfid))-Parkausweise nun flächendeckend eingeführt und sollen zum Ende des Jahres in ganz Wien verfügbar sein. Diese elektronischen Parkausweise sind mit einem integrierten Chip versehen und werden an der Beifahrerseite hinter der Windschutzscheibe angebracht. Mehr als 30.000 wurden bisher damit ausgestattet. Der Ausweis kann elektronisch verlängert werden und bleibt über Jahre kleben. Verlängerungsanträge können effizienter und wirtschaftlicher abgewickelt werden. Auch beim Umzug oder dem Verkauf des Autos ist ein Abkratzen des Tickets von der Windschutzscheibe nicht nötig.
Im neuen „Parkpickerl“ ist neben einem aufgedruckten QR-Code ein RFID-Chip integriert, auf dem eine Identifikationsnummer hinterlegt ist. Personenbezogene Daten sind nicht abgespeichert. Auf E-Bikes fahren die Ordnungsbeamten die Straßen mit den elektronischen Pickerln ab. Mit einem Lesegerät können draht- und kontaktlos die Chips der parkenden Autos gelesen werden. Von einer Datenbank werden innerhalb von Sekunden maßgebliche Informationen wie Kennzeichen, Fahrzeugtyp, Geltungsbereich des Bezirks und Gültigkeitsdauer des Parkpickerls zum Abgleich geschickt. Somit funktioniert das Ahnden von Falschparkern wesentlich schneller.
Rechtliche Grundlage
In Deutschland bildet die Ermächtigungsgrundlage für das Bewohnerparken das StVG (§6 Abs. 1, Nr.14). Die Zuständigkeit für das Bewohnerparken regelt die StVO (§45 Abs.1b, Nr. 2a), die Details zur Anordnung die VwV-StVO. Kommunen müssen enge Vorgaben hinsichtlich der Dimensionierung der Parkzone, bei der Wahl des Anordnungsprinzips und bei der Beschilderung beachten. Die Ausgestaltung des Planungsprozesses, die Art der Datenerhebung und die Festlegung der Planungsziele bieten hingegen Gestaltungsspielraum. Die maximale Ausdehnung einer Bewohnerparkzone darf seit der Novellierung 2001 1.000 Meter nicht überschreiten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Bewohner ihre „Binnenwege“, wie Einkäufe in der Umgebung, zu Fuß erledigen und nicht von ihrem Parkvorrecht Gebrauch machen können. Ferner besagt die Regelung zum Bewohnerparken, dass werktags zwischen 9 und 18 Uhr maximal 50 Prozent der Parkplätze für Bewohner reserviert sein dürfen, ansonsten maximal 75 Prozent.
Bürgerbefragung und viel statistik notwendig
Um eine Zone als Bewohnerparkzone auszuweisen, sind zunächst eine Bürgerbefragung, eine Stellplatzerhebung und eine Auswertung des Kfz-Melderegisters notwendig. Berichten viele Bewohner von Parkdruck und sind die vorhandenen Stellplätze überlastet, wird die Ausrichtung der Bewohnerparkzone entwickelt. Dabei geht es auch darum, ob die Zone weiterhin auch von Besuchern genutzt werden darf oder ob eine komplette Trennung von den Bewohnern eingeführt wird.
Autorin: Heike Schmickler, Redakteurin Parken aktuell
 
Aus An- wurden Bewohner
Im Mai 1998 wurde die Praxis, großflächige Anwohnerparkzonen zuzuweisen, durch das Bundesverwaltungsgericht für rechtswidrig erklärt. Der Begriff des Anwohners verlange eine enge räumliche Verbindung zwischen Wohnung und Pkw-Abstellort. Damit hätten sich Anwohnerparkzonen in der Regel nicht über „mehr als zwei bis drei Straßen“ erstrecken dürfen. Die entsprechende Rechtsgrundlage zur Anordnung von flächenhaften Parkbevorrechtigungen für Anwohner war damit nicht vorhanden. Der Gesetzgeber änderte daraufhin das Straßenverkehrsgesetz und ersetzte den Begriff „Anwohner“ durch „Bewohner“. In der Folge änderte dann das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen die Straßenverkehrsordnung entsprechend. Um der Umbenennung Rechnung zu tragen, mussten bundesweit alle „Anwohner“- in „Bewohner“-Schilder geändert werden. Vielerorts geschah dies aus Kostengründen durch einfaches Überkleben der Buchstaben „An“ durch „Be“. Quelle: Wikipedia

Parksensoren – Hightech-Parkplatz-Lotsen

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Unnötig gefahrene Kilometer, erhöhter CO2-Ausstoß, zusätzlicher Kraftstoffverbrauch. Dazu Lärm für die Anwohner und strapazierte Nerven bei den Autofahrern – die negativen Auswirkungen, die Parksuchverkehr auf Mensch und Umwelt hat, sind hinlänglich bekannt. Dabei wissen Parkhausbetreiber: Parkplätze sind eigentlich in ausreichender Anzahl vorhanden, sie müssten nur effektiv gefunden und genutzt werden.
Gerade in Parkhäusern sind fast immer und zu jeder Tageszeit freie Stellplätze verfügbar. Durch statische oder dynamische Parkleitsysteme werden Autofahrer in Städten zu freien Stellplätzen gelotst. Auch für den On-Street-Bereich gibt es mittlerweile die Möglichkeit einer Verkehrslenkung. Diverse Anbieter haben Systeme entwickelt, die mit Radar oder anderen Sensoren freie Parkplätze erkennen und sogar vorhersagen können.

Im Rahmen des Forschungsprojekts "City2.e 2.0" demonstriert Siemens gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (SenStadtUm), der VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH, dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und dem Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in der Berliner Bundesallee, wie künftig schneller ein freier Stellplatz für das Fahrzeug auf der Straße gefunden werden kann. Hierfür wurde ein 200 Meter langer Straßenabschnitt im Berliner Stadtteil Friedenau mit Radarsensoren an Straßenlaternen ausgestattet, die permanent den städtischen Parkraum erfassen und freie Parkplätze sowie die Belegung der E-Parking-Flächen an eine Parkraummanagement-Software melden. Diese Radarsensoren können an Laternenmasten installiert werden. Foto: Siemens
Diese Radarsensoren können an Laternenmasten installiert werden. Foto: Siemens

Radarsensoren an der Laterne
Advanced Parking Management nennt zum Beispiel Siemens seinen neuen Ansatz. Dabei werden Radarsensoren in die Köpfe von Straßenlaternen, an Laternenmasten oder an Hauswänden installiert. Von einer gewissen Höhe aus können sie eine bestimmte Anzahl von Parkplätzen ständig überwachen und den Belegungsstatus an eine Parkleitzentrale melden. Von dort gehen die Daten über freie Stellplätze dann in Echtzeit auf die Navigationsgeräte oder Smartphones der Autofahrer. Die Software kann lernen. Das heißt, dass es nach einer Weile Prognosen aus wiederkehrenden Zyklen über freiwerdende Parkplätze erstellen kann.
Die Sensorplatine ist in etwa faustgroß. Ständig sendet sie Mikrowellen auf die Straße unterhalb des Mastes, die an den Sensor zurück reflektiert werden. Trifft die Mikrowelle auf ein Auto, werden die Strahlen anders zurück geworfen. Mit einem Algorithmus kann der Sensor berechnen, ob ein Objekt auf der Parkfläche steht und welche Größe es hat. Das System kann zusätzlich mit einem RFID-Lesegerät ausgestattet werden und so schneller Parkberechtigungen wie Anwohner- oder Behindertenparkausweise erkennen. Verstöße können umgehend an die Leitstelle gesendet werden. Auch für das Ordnungsamt erleichtert das die Arbeit.
Optische Sensoren von Cleverciti überwachen seit einiger Zeit den Marktplatz in Bad Hersfeld. Von einem Mast in der Parkplatzmitte überwachen Sensoren
die 250 Parkplätze und geben die Informationen über freie und belegte Stellplätze an ein Parkleitsystem weiter. Auch beim Kölner Pilotprojekt „Smart City Cologne“ wirkt Cleverciti mit acht „Short Range“-Sensoren mit. 160 Parkplätze werden entlang der sogenannten Klimastraße im Kölner Stadtteil Nippes überwacht.
Community-based Parking 
Beim Community-based Parking vermessen Autos im Vorbeifahren einen freien Stellplatz und senden Informationen in Echtzeit an entsprechende Endgeräte. Foto: Bosch
Beim Community-based Parking vermessen Autos im Vorbeifahren einen freien Stellplatz und senden Informationen in Echtzeit an entsprechende Endgeräte.
Foto: Bosch

Die Firma Bosch Mobility Solutions baut auf eine Technik, bei der Sensoren in Fahrzeugen oder in Parklücken freie Stellplätze erkennen und melden. Beim Community-based Parking vermessen die Autos im Vorbeifahren einen freien Stellplatz und senden diese Information in Echtzeit an entsprechende Endgeräte. Bei der anderen Variante sind die Sensoren in der Mitte eines Stellplatzes im Boden installiert. Diese erkennen den aktuellen Belegungsstatus und melden ihn über ein in der Nähe installiertes Gateway an die Cloud. Die Daten werden gesammelt und ausgewertet. Parallel erfolgt ein Abgleich mit den gespeicherten Meta-Informationen wie die Abmessungen von Parkplätzen, Kosten und Sondersituationen wie behindertengerechte Parkbuchten. Aus der Summe dieser Informationen generiert das Rechenzentrum eine Echtzeit-Parkkarte. Autofahrer erhalten via Smartphone-App alle Informationen und verschaffen sich so permanent einen Überblick zum nächstgelegenen freien Parkplatz mit allen zugehörigen Einzelheiten wie Entfernung und Preis.
Parkraumbetreiber sehen die Parkplatzbelegung über ein Webportal. Darüber haben sie jederzeit Zugriff auf statistische Auswertungen und können sehen, wo sich der Verkehr staut oder wo sie neue Nutzer hinleiten können. Mit exakten Prognosen ermöglicht die Datenanalyse die Planung und Steuerung zur Erhöhung der Parkraumauslastung – und ist gleichzeitig die Voraussetzung für zusätzliche Services wie Reservierungs- und Bezahlfunktionen.
Auch das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom setzt am Schloss Lenzburg auf Bodensensoren. Das Low Power Network basiert auf Magnetfelddetektoren: Batteriebetriebene Funksensoren, die auf jedem Stellplatz in den Asphalt eingelassen wurden, senden Informationen an eine Basisstation.
Noch nicht wirklich Zuverlässig
Doch wirklich zuverlässig seien die Radarsensoren noch nicht, heißt es auf der Online-Plattform golem.de. So sei bisher die Bestimmung der Parkplatzgrößen noch recht ungenau. Auch irritierten beim Probelauf in Berlin vorbeifahrende Fahrzeuge das System noch zu sehr. Während die optischen Detektoren von Clevercity bei einer Masthöhe von zwölf Metern bis zu 100 Autos erkennen können, kann das Siemens-System nur fünf bis sieben Fahrzeugen pro Radar abdecken. Hier scheitert es am Gewicht der Sensoren, die aus statischen Gründen nicht allzu hoch angebracht werden können. Beim Berliner Testlauf habe man die Sensoren deshalb nur auf halber Höhe angebracht und nicht die untenstehenden Fahrzeuge, sondern die gegenüberliegende Straßenseite überwacht.
Einen großen Vorteil haben die Radare aber allemal gegenüber den Bodensensoren: Schlechte Sicht bei Regen, Nebel oder Schnee sowie wechselnde Lichtverhältnisse stören die Radarsensoren kaum. Die Bodensensoren können nur dann verlässliche Daten liefern, wenn die PKW in den vorgesehenen Lücken stehen.
Nutzer-Kritik in San Francisco
Im Jahr 2011 ist in San Francisco mit SFpark ein neuartiges Preissystem für das On-Street-Parken an den Start gegangen. Der Preis für das Parken fällt oder steigt – ja nach Nachfrage. Die Daten, ob und wie lange ein Parkplatz besetzt ist, liefert ein Sensor, der im Asphalt auf der Stellfläche installiert wurde, an eine Datenbank. Auf Basis dieser Daten können die Preise in 25-Cent-Schritten mehrmals am Tag steigen oder fallen. Parksuchverkehr soll so vermieden werden.
Während SFpark von der Stadt, der San Francisco Municipal Transportation Agency (SFMTA), und dem Hersteller als großer Erfolg dargestellt wird, werden im Internet ganz andere Stimmen laut. Dort ist die Rede von „künstlich aufgeblähten Parkpreisen“, die das Leben in der Stadt nur noch teurer werden lassen. Statt in die Sicherheit der Stadt oder in Bildung zu investieren, gebe man unnötig Geld für sinnlose Verkehrsprojekte aus. Vor allem ältere und behinderte Bewohner der Stadt fühlen sich ausgeschlossen.
Auf der Internetseite www.sfpark.info sind zehn, teilweise jedoch sehr überspitzt formulierte Gründe aufgelistet, wieso die Bürger San Franciscos gegen die Ausbreitung des SFpark Projektes sind. Da heißt es beispielsweise, dass die App zur Parkplatzsuche nicht den gewünschten Zweck erfüllt. Autofahrer seien bei Tests 45 Minuten lang durch die Stadt gefahren, um dann letztendlich doch den Parkplatz auf dem altmodischen Weg zu finden. Auch sei es schwierig und nicht erlaubt, das Smartphone während der Fahrt zu nutzen. Es sei tatsächlich so, dass der Parksuchverkehrs in einigen Straßen, nämlich da, wo das Parken sehr teuer ist, abgenommen hat. Dafür wäre es jetzt in den „günstigen“ Straßen voller als zuvor.
Im Frühjahr 2014 endete die Testphase in San Francisco. Die Sensoren sind, weil die Batterien frühzeitig leer waren, seitdem abgeschaltet.

Komplettpakete für alle Fälle

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Die Digitalisierung verlangt auch in der Parken Branche immer stärker nach neuen Lösungen. Im Interview mit Parken aktuell erklärt Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing, wie die neue Gerätegeneration von Scheidt & Bachmann diesen Herausforderungen begegnet.

Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing
Frank Horak, Leiter Produktmanagement und Marketing

Parken aktuell: Es ist nicht zu übersehen, Scheidt & Bachmann rollt gerade eine neue Gerätegeneration in den Markt aus. Zahlreiche Parkhäuser sind bereits mit dem neuen Kontrollgerät ausgestattet. Ein hoher Entwicklungsaufwand für Hardware. Ist das nicht ein Widerspruch zum allgemeinen Trend der Digitalisierung und einem möglichen Wegfall von Kontrollgeräten?
Frank Horak: Ganz im Gegenteil, mit der neuen Gerätegeneration haben wir ein Produkt geschaffen, welches sehr flexibel auf die Wünsche der Kunden angepasst werden kann und somit eben auch gerade den Trend der Digitalisierung sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen unterstützen kann. So können zum Beispiel alle erdenklichen Medien die für eine Parkplatzreservierung genutzt werden wie zum Beispiel QR Codes, Windshield Tags, RFID Karten, Kredit-Karten oder auch das Kennzeichen von unseren Geräten verarbeitet werden. Und über das große Display wird dem Benutzer die Interaktion kinderleicht gemacht und öffnet so auch unerfahreneren Kunden den Zugang zur Digitalisierung.
Wir haben uns also mit der Neuentwicklung unseres Hardware Portfolios so aufgestellt, dass unsere Kunden zukünftig schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren können.
Parken aktuell: Welche Marktveränderungen meinen Sie hier speziell?
Frank Horak: Im Kern ist es die von Ihnen bereits erwähnte Digitalisierung, die auch in der Parken-Branche verstärkt Einzug hält. Heute planen viele Autofahrer schon frühzeitig, wann und wie sie parken. Wir möchten unsere Kunden dahingehend beraten, Angebote für diese Entscheidungsfindung zu entwickeln. Dann ist eine Veränderung im Mobilitätsverhalten der Menschen zu spüren, sei es im Hinblick auf das Umweltbewusstsein oder aus ökonomischer Sicht. Für viele Menschen in den städtischen Ballungszentren ist das eigene Auto nicht mehr so attraktiv wie noch vor ein paar Jahren. Dagegen haben sich die Car-Sharing Angebote deutlich erhöht, auch oder gerade wegen der überregionalen Nutzungsmöglichkeit: Ob der „Car-Sharer“ nun in Düsseldorf, Berlin oder München unterwegs ist – er kann auf seinen Anbieter zurückgreifen.
Dieses geänderte Nutzungsverhalten hat auch Einfluss auf die Einfahrttickets. Da immer mehr berührungslose und komfortable Medien, wie UHF-Tags zum Beispiel im Einsatz sind, werden künftig Papiertickets immer seltener zum Einsatz kommen.
Parken aktuell: Wenn immer weniger Parktickets ausgegeben werden, werden dann in ein paar Jahren Schranken und Kontrollgeräte an den Ein- und Ausfahrten überflüssig?
Frank Horak: Das wird sich von Land zu Land sehr stark unterscheiden. In Ländern, in denen eine allgemeine Kameraüberwachung breite Akzeptanz findet und in denen private Betreiber anhand von Kennzeichen-Daten Parkgebühren eintreiben können, werden sich vermutlich zumindest Ticketlose Systeme etablieren. Ob diese Systeme auch unbeschrankt sein werden, sehe ich skeptisch, da sie dadurch ja letztendlich die Kontrolle über den zu- und abfließenden Verkehr völlig aufgeben.
Daneben wird es aber auch Länder geben, in denen sich der Kunde an der Ein- und Ausfahrt zumindest irgendwie identifizieren muss. Und das ist nun einmal ohne ein Minimum an Hardware kaum zu bewerkstelligen.
Parken aktuell: Apropos Bezahlen. Heutzutage gibt es ja eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Parkticket zu bezahlen. Was wird sich Ihrer Meinung nach durchsetzen?
Frank Horak: Hier wird es internationale Unterschiede geben: Der Deutsche liebt das Bargeld und die Anonymität, behält gern den Überblick über die Ausgaben und hat Bedenken hinsichtlich Datenschutz bei bargeldlosen Zahlungen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes GfK aktuell bestätigte. Die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen steigt, je jünger die Befragten sind. In den skandinavischen Ländern dagegen werden selbst kleinste Beträge mit der Bank- oder Kreditkarte bezahlt. Aus unserer Sicht sind die Betreiber gut beraten, den Kunden eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Jeder Nutzer hat seine besonderen Vorlieben. Wir unterstützen die Betreiber dahingehend, dass wir eine Vielzahl an Bezahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen: Bargeld, Bank- oder Kreditkarte am Automaten, per Rechnung als Vertragskunde und natürlich auch über eine App auf dem Smartphone. Dementsprechend gibt es dann natürlich auch die passenden Rabattmöglichkeiten je nach Zahlungsform. Wir bieten also immer ein Komplettpaket für die unterschiedlichsten Fälle an.
Parken aktuell: Das klingt alles recht komplex und beratungsintensiv.
Innovative Bezahlmöglichkeiten sind voll im Trend und werden immer mehr nachgefragt.
Innovative Bezahlmöglichkeiten sind voll im Trend und werden immer mehr nachgefragt.

Frank Horak: Wir sehen uns nicht nur als Systemhersteller und Lösungsanbieter, sondern beraten unsere Kunden auch hinsichtlich der Weiterentwicklung ihrer Betriebskonzepte. Gerade in diesem Bereich wird sich in den nächsten Jahren einiges tun. Wir möchten aber unseren Kunden nicht erklären, „wie“ sie ihr Business betreiben sollen – das können die Betreiber am besten. Wir sehen uns mehr als Partner bei der Frage nach dem „womit“. Hier wird es viele spannende Modelle geben, angefangen von Portallösungen, über Software as a Service, Vermietung von Netzbetrieb oder Infrastruktur, wie Antennen, Kameras oder Handhelds. Wir werden auch verstärkt Lösungen als Lizenz anbieten und senken somit auch die Einstiegshürden für manche Betreiber. Unser Fokus liegt nicht auf dem einmaligen Verkauf eines Produktes oder einer Lösung, sondern auf einer langfristigen Geschäftsbeziehung. Mit entervo bieten wir eine stabile Basis: Die offene System-Plattform mit seinen universellen Schnittstellen bietet zahlreiche Möglichkeiten und Optionen für innovative, zukunftsbasierte Lösungen. Ganz flexibel kann somit auf Kundenanforderungen reagiert werden.
Parken aktuell: Vielen Dank für das Gespräch.
 
 

Neuer Glanz für Kultur-Garage

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Die CONTIPARK Unternehmensgruppe hat eine ihrer umfangreichsten Sanierungsprojekte in der Parkgarage „Am Museumquartier“ in Wien nach rund zwei Jahren abgeschlossen.
Bereits seit Januar 2000 ist CONTIPARK sowohl Betreiber als auch Eigentümer der zentral gelegenen Parkgarage. Sie befindet sich direkt unter dem MuseumsQuartier Wien, das zu den zehn größten Kulturarealen der Welt zählt. Durch die Anziehungskraft des MuseumsQuartiers und der nahegelegenen, Mariahilfer Straße, einer der bekanntesten Einkaufsstraßen von Wien, ist die Parkgarage sowohl für Anwohner als auch für Touristen aus aller Welt ein häufig angesteuertes Ziel.

Bauwerksschäden machten die aufwändige Sanierung notwendig. Fotos: CONTIPARK
Bauwerksschäden machten die aufwändige Sanierung notwendig. Fotos: CONTIPARK

Aufgrund der jahrzehntelangen intensiven Nutzung, insbesondere durch eindringende Tausalze, entwickelten sich Bauwerkschäden, die die aufwendige Sanierung notwendig machten. Um den vielen täglichen Nutzern die Parkgarage dauerhaft zur Verfügung stellen zu können, legte CONTIPARK großen Wert auf eine Sanierung während des laufenden Betriebs. Die Unternehmensgruppe übernahm in Zusammenarbeit mit den beteiligten Ingenieurbüros die Planung und Organisation der Arbeiten. Die 980 Stellplätze wurden mit einem Kostenaufwand von rund sechs Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren generalsaniert, umfassend modernisiert und bieten nun „höchsten Parkkomfort zu unschlagbaren günstigen Preisen“.
Aufwendige Betoninstandsetzung
Der Schwerpunkt der durchgeführten Bauarbeiten lag auf der aufwendigen Betonsanierung aller Decken, Wände, Stützen, Böden und Rampen. Auf den drei Parkebenen mit rund 20.000 m² wurden zu diesem Zweck etwa 940 m³ Estrich eingebaut und über 14.000 m² mit einem Oberflächenschutzsystem versehen. Auch sämtliche Stiegenhäuser der Garage wurden renoviert. Durch umfangreiche Malerarbeiten erhielten die Wände auf den Parkebenen und in den Stiegenhäusern einen zeitgemäßen hellen Look.
Sicherheit und Komfort
Um den gestiegenen Bedürfnissen und Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden, wurde bei der Sanierung auch sehr viel Wert auf erhöhten Nutzungskomfort und Service gelegt. Ein neues Beschilderungskonzept und ein farbiges Fußgängerleitsystem sollen für mehr Klarheit und Übersichtlichkeit für Fußgänger und Autofahrer sorgen und ihnen zudem die Orientierung in der Garage erleichtern. Das verbesserte Sicherheitskonzept umfasste die Installation neuer Rolltore an den Ein- und Ausfahrten und den Einsatz moderner Türleser, die einen unbefugten Zutritt zur Garage verhindern.
Die Parkgarage am Museumsquartier wurde während des laufenden Betriebs saniert.
Die Parkgarage am Museumsquartier wurde während des laufenden Betriebs saniert.

Auch in die Erneuerung sämtlicher technischen Anlagen wurde sehr viel investiert. Neben einer hochmodernen Parkabfertigungsanlage ließ CONTIPARK einen Großteil der haustechnischen Anlagen modernisieren, wie beispielsweise die Lüftungs-, Elektro- und Brandmeldeanlage. Die Umstellung auf moderne, verbrauchsoptimierte LED-Beleuchtung im gesamten Gebäude verbessere die Beleuchtungsqualität, spare in Kombination mit einer intelligenten Steuerung Energiekosten und sei letztendlich umweltschonend durch die Reduzierung von CO2-Emissionen, so das Unternehmen. Ein modernes Videosystem vervollständige die Anbindung an die rund um die Uhr besetzte CONTIPARK-Leitzentrale.
Höchster Parkkomfort zu unschlagbaren Preisen
Und auch hinsichtlich der Preisgestaltung wird ein neuer Benchmark gesetzt. „Das Parken gewinnt innerhalb der städtischen Mobilität immer größere Bedeutung, und wir können und wollen einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, günstige Parkmöglichkeiten und nachhaltige Angebote ohne Preis-Hürden zu schaffen. Wir setzen auch in Wien unseren strategischen Ansatz fort, entgegen der marktüblichen Tarifstrukturen die preisgünstigsten Garagen mitten in der Innenstadt zu betreiben,“ erklärt Michael Kesseler, Geschäftsführer der CONTIPARK Unternehmensgruppe.
 

Massenberg – 110 Jahre Tradition

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Als der Firmengründer Albert Massenberg im Jahr 1906 sein Unternehmen für Rostschutzanstriche und Malerarbeiten gründete hat sicher noch niemand daran gedacht, dass Bauwerke aus Beton einer ständigen Wartung und Pflege bedürfen. Durch zwei Weltkriege hindurch bestand das Unternehmen weiter und wurde bis in die achtziger Jahre vom Sohn des Firmengründers geführt.

Massenberg damals…
Massenberg damals…

Danach folgen externe Geschäftsführer die das in den Siebzigern begonnene Geschäft der Betonsanierung weiter ausbauten. Zu dieser Zeit war die Massenberg GmbH ein viel gefragtes Unternehmen wenn es um die Instandsetzung von hohen Bauwerken der Kraftwerksindustrie ging. Industrie­schornsteine und vor allem Kühltürme waren durch die Einführung von Rauchgasentschwefelungsanlagen ständig im Auftragsbuch vorhanden. Dieses besondere Wissen, wie man eine bis zu 300 Meter hohe Baustelle abwickelt wird bis heute erfolgreich eingesetzt.
Doch die Zeit bleibt nicht stehen, Massenberg ist heute einer der großen Spezialisten wenn es um die Instandsetzung von Parkhäusern und Tiefgaragen geht. In den Referenzen finden sich sowohl Projekte bei denen Chlorid belasteter Beton in Deckenfeldern, an hochbelasteten Stützen und in Wandbereichen ausgetauscht wurde. Ebenso werden seit mehr als einem Jahrzehnt Projekte mit kathodischem Korrosionsschutz realisiert, darunter sind neben Parkhäusern und Tiefgaragen auch einige Anwendungen an Brückenbauwerken.
… und heute.
… und heute. Fotos: Massenberg

Heute beschäftigt sich Massenberg in gemeinsamen Forschungsprojekten mit namhaften Hochschulen auch mit der Verstärkung von Bauteilen durch die Verwendung innovativer Baustoffe auf Karbonbasis.
Bei allen neuen Herausforderungen bleibt jedoch auch die Tradition nicht auf der Strecke, die Ausführung von Korrosionsschutzarbeiten ist immer noch eine Säule des Kerngeschäftes. Auch hat die Bedeutung der rund 300 Mitarbeiter und deren Knowhow einen sehr hohen Stellenwert für das Unternehmen.

Die Deutschen parken zu billig

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Die Parkgebühren für das Falschparken sind in Deutschland im Vergleich zu anderen Städten eher gering. Foto: Shutterstock
Die Gebühren für das Falschparken sind in Deutschland im Vergleich zu anderen Städten eher gering.
Foto: Shutterstock

Ein Blick in die Tabelle zeigt, dass das Parken in deutschen Städten im Vergleich zu anderen Metropolen günstig ist. Zu günstig – wie auch die Zahlen der Falschparker zeigen (mehr dazu auf Seiten 16/17). Die Mobilitätsplattform Ubeeqo hat weltweite Parkplatzkosten zusammengestellt und verglichen.
Da in Deutschland Parkgebühren nicht einheitlich festgelegt sind und Parkplätze der Stadt gehören, bestimmen Angebot und Nachfrage die Kosten. Um dem Abschleppdienst und den damit verbundenen Kosten zu entgehen, zahlen Städter für das Parken zum Teil über acht Euro pro Stunde – so die Theorie. In der Realität sieht das jedoch anders aus: viele Autofahrer gehen das Risiko ein, ein Knöllchen zu kassieren. Schließlich kostet das, wenn man nicht bei jedem Falschparken erwischt wird, oft weniger als die anfallenden Parkgebühren.
Was zahlen die Deutschen
In Berlin-Mitte zahlt man durchschnittlich pro Stunde zwei Euro für das legale Parken auf einem der über 100.000 Parkplätze, die auf 40 Parkzonen innerhalb der Stadt aufgeteilt sind. Außerhalb dieser Zonen ist das Parken meist kostenlos – dort einen freien Stellplatz zu finden dafür umso schwerer.
Deutschland liegt im weltweiten Vergleich im Mittelfeld. Mit 10,40 Euro führt London die Statistik an. In Grosvenor Hill in Mayfair, nahe des berühmten Clubhouse London, müssen für eine Stunde acht Pfund (9,58 Euro) in den Automaten geworfen werden.
Am günstigsten können Einheimische und Touristen vor allem in großen osteuropäischen Hauptsstädten parken. Für weniger als einen Euro kann in Sofia und Bukarest das Auto für eine Stunde abgestellt werden – wenn überhaupt Gebühren anfallen.
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„In den Kunden investieren“

Seit einem knappen halben Jahr steht Philippe Op de Beeck an der Spitze der APCOA PARKING Holdings GmbH. Was sich der CEO für die kommenden Jahre vorgenommen hat, schildert er im Interview mit Parken aktuell.

Fotos: APCOA/Parken aktuell

Parken aktuell: Herr Op de Beeck, technologisch möglich ist vieles, aber welche Innovationen bietet APCOA heute bereits tatsächlich an?
Philippe Op de Beeck: In unseren Häusern in Schwäbisch Gmünd haben wir eine RFID-basierte Lösung im Einsatz. Wenn sich das Auto der Schranke nähert, öffnet diese sich automatisch, abgerechnet wird von einem Kundenkonto. Diese Technologie wollen wir in 18 Monaten in einem Großteil unserer Parkhäuser in Deutschland anbieten. In anderen Märkten funktioniert die barrierefreie Einfahrt und automatische Abrechnung über die Nummernschilderkennung. In Skandinavien zahlen 80 Prozent unserer Kunden heute schon bargeldlos, die Mehrheit davon mit Apps, also nicht einmal mehr mit der Kreditkarte. Cash-Handling ist umständlich, teuer, unsicher und nicht mehr zeitgemäß.
Parken aktuell: Welche weiteren Trends zeichnen sich aus Ihrer Sicht ab?
Philippe Op de Beeck: Die Online-Reservierung über unsere eigene App nimmt richtig Fahrt auf, die Anzahl der Buchungen verdoppelt sich jedes Jahr. Zum großen Teil zahlen die Kunden dabei im Voraus, also prepaid. Vor allem in Norwegen wird das sehr gut angenommen. Die Frage in Deutschland wird sein, wie wir dem Kunden deutlich machen, was möglich ist und was sich geändert hat. Die technische Lösung ist nicht das Problem. Es gibt sehr gute Apps, die aber kaum ein Kunde nutzt.
Parken aktuell: Eigentlich ginge also viel mehr…
Philippe Op de Beeck: Der Konsument scheint es hier im Moment noch nicht nachzufragen, wobei das keine Entschuldigung sein soll. Denken Sie an Uber: Das war keine Konsumentenentscheidung, sondern jemand hatte eine gute Idee. Also müssen wir als Anbieter etwas tun: Wir werden einen Großteil unserer Parkhäuser in den nächsten zwölf bis18 Monaten digitalisieren und so vorbereiten, dass man unabhängig vom Endkundenkreis automatisch hineinfahren kann.
Parken aktuell: Was verstehen Sie unter Digitalisierung eines Parkhauses?
Philippe Op de Beeck: Im ersten Schritt vor allem, dass der Kunde hineinfahren kann, ohne ein Ticket zu ziehen, und hinausfahren kann, ohne an einen Kassenautomaten zu gehen. Im nächsten Schritt werden weitere Services dazukommen wie die Navigation zum vorreservierten Parkplatz. Bis dahin wird aber noch etwas Zeit vergehen.

Parken aktuell: Besteht ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Elektromobilität und der Digitalisierung in der Parken Branche?
Philippe Op de Beeck: Ja. Dazu muss man nur nach Skandinavien blicken, wo der Markt am weitesten entwickelt ist, insbesondere in Norwegen. Allein in Oslo gibt es hunderte von Ladestationen, viele davon on-street.
Parken aktuell: Sie möchten die Lade-Infrastruktur jetzt auch in Deutschland massiv ausbauen. Ist das ein Teil Ihrer Strategie, ein neues Zusatzgeschäft für Parkhausbetreiber?
Philippe Op de Beeck: Ja, wir installieren hierzulande 200 neue Ladestationen bis Ende des Jahres. Wir haben den Platz, und es wird die Zeit kommen, in der man als Parkhausbetreiber Ladestationen haben muss. Im Moment ist es vielleicht nur ein zusätzlicher Service, noch werden die Ladestationen wenig genutzt, weil es kaum Elektroautos gibt. Aber immerhin: Hier am Flughafen beispielsweise wird es doch langsam mehr. Einer muss eben den Anfang machen.
Parken aktuell: Damit verbunden sind aber auch Investitionen?
Philippe Op de Beeck: Ganz erheblich, ja.
Parken aktuell: Haben Sie Investoren im Hintergrund oder wie stemmen Sie diese Investitionen?
Philippe Op de Beeck: Wir haben jetzt Centerbridge als Hauptaktionär und sind damit sehr gut aufgestellt. Die ganze Periode der Unruhen bei APCOA ist längst vorbei. Wobei APCOA auch in dieser Phase der Unsicherheiten noch gewachsen ist, was die Stärke des Unternehmens zeigt. APCOA ist kein Sanierungsfall, sondern ein Unternehmen mit Wachstumspotenzial.
Parken aktuell: Wie wollen Sie das Wachstum erreichen? Durch die Akquise neuer Objekte?
Philippe Op de Beeck: Ja, absolut, aber immer zusammen mit einem Investor. Das können Neubauten sein, aber auch bestehende Objekte, die wir von jemand anderem übernehmen. Darüber hinaus setzen wir auf Wachstum, das durch unsere Endkunden kommt, für die wir mehr Convenience bieten und mehr leisten. Im Bereich der Langzeitmieten steckt ebenfalls Potenzial. Wir haben prinzipiell zwei Arten von Kunden: auf der einen Seite Eigentümer – wie Flughäfen, Krankenhäuser oder Investmentfonds – und auf der anderen Seite Endverbraucher. Diese beiden Bereiche werden wir zunehmend getrennt voneinander behandeln und von unseren Stärken überzeugen.
Parken aktuell: Wie wichtig ist der deutsche Markt für Sie?
Philippe Op de Beeck: Deutschland ist mit zirka 30 Prozent unseres Geschäfts sehr wichtig.
Parken aktuell: Sie erwähnten bei einem Vortrag, dass in Deutschland rund 50 Prozent der Parkraumbewirtschaftung noch in kommunaler Hand liegen. Steckt da für Sie auch Potenzial drin?
Philippe Op de Beeck: Ob es ein Flughafen ist, ein Krankenhaus, ein Bahnhof oder ein Shopping-Center, das sind für uns jeweils spezielle Sektoren mit bestimmten Eigenheiten, für die wir unterschiedliche Modelle anwenden müssen. Wenn der Bereich groß genug ist, haben wir dafür eigene Vertriebsleute, die sich nur darauf konzentrieren – zum Beispiel auch alles, was mit Städten zu tun hat. Also ja, das ist ein interessanter Bereich.
Parken aktuell: Glauben Sie, dass Akteure, die sich nicht in Richtung Kundenorientierung und Convenience bewegen, mittelfristig vom Markt verschwinden?
Philippe  Op de Beeck: Ja, und der Druck innovative Lösungen anzubieten wird das beschleunigen. Früher war es so: Der Betreiber eröffnet ein Parkhaus, und ohne etwas zu machen, kamen die Leute. Das funktioniert teilweise noch immer so, aber der Kunde informiert sich heute online und vergleicht, was früher viel schwieriger war. Ich glaube: Der Markt verlegt sich viel mehr auf den Kunden. Wer da nicht mitmacht und seine Garagen entsprechend ausstattet, wird verlieren.
 
Parken aktuell: Gleichzeitig beteiligen sich immer mehr Player…
Philippe Op de Beeck:…ja, früher war das Geschäft sicher einfacher, dafür ist es jetzt viel spannender. Heute sind sehr viel mehr Spieler im Markt unterwegs als früher. Beispiele aus anderen Branchen zeigen: Angesichts der rasanten Entwicklung durch Technologien und Digitalisierung muss man aufpassen, dass man nicht marginalisiert und an den Rand der Wertschöpfungskette gedrängt wird. Deshalb werden wir umfangreiche Investitionen leisten, um alle relevanten Garagen moderner auszustatten. Kleinere Parkhausbetreiber werden vielleicht sagen: „Wie kann ich da noch mitspielen?“ Denn die Kehrseite der Technologie ist: Was jetzt richtig erscheint, kann in 18 Monaten schon veraltet sein. Hat man dann Hunderttausende oder gar Millionen falsch investiert, wird es schwierig.
Parken aktuell: Gibt es von Ihrer Seite Kooperationen mit Autoherstellern?
Philippe Op de Beeck: Ja. Von diversen Herstellern kommen mittlerweile Anfragen, die alle mit Convenience zu tun haben.
Parken aktuell: Befürchten Sie, dass die Autokonzerne sich in Ihr Geschäft einmischen?
Philippe Op de Beeck: Sicher wollen die Autohersteller das, aber jeder hat so seine persönliche Wunschliste und nicht alle können gewinnen. Selbst der Weltmarktführer Toyota hat nur knapp 12 Prozent Marktanteil, da gibt es noch 88 Prozent andere. Und dann kommen da noch Google, Apple und Co. Allerdings haben wir in der Parken Branche den physischen Aspekt: Die Autos stehen auf einem Grundstück, und das wird auch so bleiben.

Parken aktuell:
Es hat also immer mit Immobilien zu tun. Was bedeutet das für die Stadtentwicklung?
Philippe Op de Beeck: Ich bin davon überzeugt, dass es irgendwann keine kostenlosen Parkplätze mehr geben wird. Parkende Autos sind nicht schön für eine Innenstadt, deshalb macht es Sinn, sie unterirdisch oder in Gebäuden unterzubringen. Die On-Street-Stellplätze werden insgesamt weniger, denke ich. Für uns sind das positive Entwicklungen, denn das heißt Neubau von Parkgaragen und Umwandlung von kostenlosen in bezahlte Parkplätze.
Parken aktuell: Wie stehen Sie zu flexiblen Tarifen und transparenten Preisen?
Philippe Op de Beeck: Es fängt wie in vielen anderen Branchen immer mit der Erhebung von Daten an. Irgendwann werden auch die Parkgebühren von jemandem erhoben, in einer App transparent gemacht und damit vergleichbar. Ob wir das wollen oder nicht, diese Daten zu erheben, ist eigentlich leicht. Betreiber, die nicht offen und transparent sind, tun vielleicht kurzfristig etwas für ihre Rendite, gehören langfristig aber nicht zu den Gewinnern. Die Verschiebung der Macht hin zum Konsumenten findet auch in unserer Branche statt. Wenn wir dann den Kunden nicht kennen, haben wir ihn verloren.
Deshalb ist die beste Strategie, ehrlich zu sein und für eine gute Kundenbindung zu sorgen – wir können da von anderen Bereichen wie Fluggesellschaften, Hotels oder Autovermietungen lernen. Zurück zu Ihrer Frage: Dynamic Pricing ist beim Parken neu. Zunächst läuft es wohl auf eine Mischung aus festen, flexiblen und dynamischen Preisen hinaus. Flexible Preise haben wir an den Flughäfen ja bereits.
Parken aktuell: Ist der Kunde denn grundsätzlich bereit, für mehr Service auch mehr zu bezahlen?
Philippe Op de Beeck: Nur wenn er dafür einen echten Gegenwert bekommt, den er schätzt. Es gibt für uns drei preisbildende Faktoren: Kapazität, Nachfrage, Convenience. Wenn die ersten beiden beschränkt sind, lassen sich höhere Preise nur über mehr Convenience, also Service und Komfort, erzielen.
Parken aktuell: Letztes Themengebiet: Apps. Bislang sind das im Bereich Parken vornehmlich Insellösungen. Arbeiten Sie da an etwas neuem?
Philippe Op de Beeck: Es gibt da den Plattformgedanken – eine App für alle – oder eben die eigene App. Dass alle zusammen eine gemeinsame Plattform anbieten, ist angesichts der vielen Interessengruppen und Unternehmen fast widersprüchlich. Von all den Apps, die momentan am Markt sind, werden in fünf Jahren vielleicht noch zehn Prozent übrig sein. Sehr schwer zu sagen, wer sich durchsetzt. Parallel dazu entwickeln wir unsere eigenen Lösungen weiter. Mit erfolgreichen App-Anbietern können wir uns durchaus vorstellen, zusammenzuarbeiten. Spannend wird sein, wer die notwendigen Daten liefert.
Philippe Op de Beeck im Gespräch mit Parken aktuell-Redakteur Marko Ruh