Dienstag, 21. Mai 2024

Zukunftsweisendes Projekt am Parkhaus P10 der Stadtwerke Heidelberg

Ein neues Verfahren soll den streusalzbedingten Korrosionsprozess in Parkhäusern unterbinden. Das P10 am Friedrich-Ebert-Platz in Heidelberg ist laut den dortigen Stadtwerken das erste Parkhaus in Deutschland, in dem diese Innovation zum Einsatz kommt. Die Arbeiten haben Ende Juni 2023 begonnen.

Parkhäuser werden durch Tausalzeinträge in den Wintermonaten stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Zeit können Risse im Beton entstehen, was oftmals Korrosion am Bewehrungsstahl nach sich zieht. Zeit-, kosten- und lärmintensive Sanierungsmaßnahmen werden unvermeidbar, häufig mit einer Vollsperrung des Parkhauses einhergehend.

Wegweisendes Pilotprojekt

Ein neues Verfahren soll nun im Heidelberger Parkhaus P10 solche Sanierungen in weite Ferne rücken lassen. Ein Hemmstoff, im Fachjargon als Inhibitor bezeichnet, wird dazu in die vorhandene Betonstruktur eingebracht und soll verhindern, dass die Korrosion einsetzt und den Bewehrungsstahl schädigt. Im Anschluss wird die Oberflächenbeschichtung für eine langfristige Nutzung in dem hochfrequentierten Parkhaus optimiert.

Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauberschmidt begleitet das Projekt. Er leitet an der Hochschule München das Institut für Material- und Bauforschung und gilt als Vorreiter in Sachen Korrosionsschutz und Instandhaltung. Ein Monitoring vor Ort wertet die Ergebnisse aus. Auch der Hersteller des Produkts beteiligt sich an dem Vorhaben.

„Wir sind stolz, dass wir als erstes Parkhaus in Deutschland dieses Verfahren testen können“, sagt Patrick Jelinek, Prokurist der Garagengesellschaft bei den Stadtwerken Heidelberg. „Als langjähriger Betreiber von Parkhäusern in Heidelberg wissen wir um die Beeinträchtigungen und die Herausforderungen von wiederkehrenden Instandsetzungsmaßnahmen. Der erfolgreiche Abschluss wäre ein echter Meilenstein in der Parkhausinstandhaltung.“

Bisher wurde das Verfahren nur bei Neubauten, zum Beispiel an Fassaden im Küstenbereich, umgesetzt. Das P10 wurde 2009 eröffnet. Es eigne sich daher ideal, weil es einerseits kein junges Objekt mehr sei, aber andererseits der Korrosionsprozess noch nicht eingesetzt habe.

Laufender Betrieb während der Bauarbeiten

Das Parkhaus könne während der Arbeiten weiter genutzt werden. Kundinnen und Kunden stünden zu jeder Zeit so viele Plätze wie möglich, mindestens jedoch die Hälfte der insgesamt 256 Stellplätze zur Verfügung. „Wir werden die Auswirkungen auf den Parkbetrieb selbstverständlich so gering wie möglich halten und immer nur die Bereiche absperren, in denen aktuell gearbeitet wird“, sagt Patrick Jelinek.

Für die Umsetzung der Maßnahmen sind rund vier Monate angesetzt. Zum Heidelberger Herbst soll das Parkhaus wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen. Während der Bauphase sei das Parkhaus zeitweise nicht barrierefrei und auch der Zugang zu den E-Ladestationen an einzelnen Tagen nicht möglich, so die Stadtwerke Heidelberg.

Die Friedrich-Ebert-Tiefgarage P10 in Heidelberg bietet 256 Stellplätze. – © Stadtwerke Heidelberg

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