Der Projektentwickler CELLS Group hat in Berlin-Charlottenburg die ersten Flächen an die neuen Mieter übergeben. Ein neuer REWE-Markt sowie das neue Parkhaus, betrieben von Q-Park, sind im Oktober 2020 eröffnet worden.
Das vom Parkraumbewirtschafter Q-Park betriebene neue Parkhaus im FÜRST erstreckt sich über sechs Ebenen und bietet Platz für über 500 Stellplätze. Sowohl Dauerparker als auch Kurzparker werden hier die Möglichkeit bekommen, rund um die Uhr zu parken. Nach Fertigstellung des gesamten Objekts entsteht zusätzlich eine weitere Tiefgarage mit ca. 300 Stellplätzen, die ebenfalls von Q-Park betrieben wird. Eine separate Fahrradgarage mit ca. 850 Fahrradstellplätzen wird das Parkangebot des FÜRST abrunden.
CELLS entwickelt auf einem fast 20.000 Quadratmeter großen Grundstück am Kurfürstendamm in Berlin unter dem Namen FÜRST ein neues Areal mit insgesamt rund 97.000 Quadratmetern Gewerbemietfläche. Die Bauarbeiten für den bereits komplett vermieteten ersten Bauabschnitt in der Uhlandstraße mit insgesamt 19.000 Quadratmeter Gewerbefläche sowie Parkhaus sind so gut wie abgeschlossen.
„Mit dem FÜRST tragen wir zur langfristigen Attraktivitätssteigerung des Kurfürstendamms bei. Das Projekt verbindet verschiedene Nutzungsarten in bester Lage mit einer hervorragenden Erreichbarkeit“, sagt Norman Schaaf, COO der CELLS Group.
Ein Pilotprojekt von APCOA, Bosch und Mercedes-Benz testet den weltweit ersten Serieneinsatz von Automated Valet Parking. Diese Technologie soll den Parkvorgang vollautomatisiert machen. Verfügbar ist die Software in der neuen S-Klasse.
Parken lassen, statt zum Flieger hasten: Bosch, Mercedes-Benz und der Parkraumbetreiber APCOA wollen Fahrzeuge am Flughafen Stuttgart künftig fahrerlos und vollautomatisiert parken lassen. Dafür soll das von Bosch und Mercedes-Benz entwickelte Automated Valet Parking (AVP) zur Serienreife gebracht werden. Die neue S-Klasse von Mercedes ist dazu grundsätzlich bereits in der Lage: Sie sei das weltweit erste Serienfahrzeug mit der dafür notwendigen Technik an Bord. Bei der Sonderausstattung handelt es sich um eine Vorrüstung für den „Intelligent Park Pilot“. Dieser wird per Smartphone via Bluetooth gesteuert. Einzige Bedingung: Der Fahrer muss sich zum Auslösen des automatischen Parkvorgangs in einem Bereich von ungefähr drei Metern um das Fahrzeug befinden.
Für die neue Art des Parkens per App wird direkt hinter der Einfahrt des Parkhauses P6 ein großzügiger Drop-off- und Pick-up-Bereich eingerichtet. Hier können AVP-Nutzer künftig ihr Fahrzeug bequem abstellen. Während sie bereits zum Terminal laufen und einchecken, parkt die S-Klasse – auf Basis der Informationen der Infrastrukturtechnik – selbständig im Untergeschoss.
Damit ist die S-Klasse vorbereitet, fahrerlos zu einem reservierten Stellplatz zu fahren. Sie sei insofern das weltweit erste Fahrzeug mit einer Vorrüstung für eine Fahrfunktion der zweithöchsten Autonomiestufe nach der Society of Automotive Engineers (SAE), auch Level 4 genannt.
Das Ziel: Ein „vollautomatisiertes Parkerlebnis“
Mit der neuen S-Klasse wird nicht nur das Fahren, sondern selbst das Parken zum Luxus“, sagt Dr. Michael Hafner, Leiter Automatisiertes Fahren der Mercedes-Benz AG. Das Pilotparkhaus für den geplanten Serienbetrieb des automatisierten Parkservice ist das P6 am Flughafen Stuttgart. Dort erproben die Unternehmen das Zusammenspiel der Fahrzeugtechnik der S-Klasse mit der smarten Infrastruktur von Bosch sowie der digitalen Plattform von APCOA. Dank APCOA FLOW funktioniert der Parkvorgang zudem ohne Ticket und Bargeld. „Gemeinsam wollen APCOA, Bosch, Mercedes-Benz und der Stuttgarter Flughafen das Parken zum vollautomatisierten Parkerlebnis machen“, sagt Christoph Hartung, Mitglied des Bereichsvorstandes von Connected Mobility Solutions bei Bosch.
Hier läuft alles automatisch: Durch APCOA FLOW in Verbindung mit dem AVP wird das Parken komplett autonom.
Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen zum Start des geplanten Pilotbetriebs des Automated Valet Parking im P6. Ziel des Testbetriebs am Flughafen Stuttgart mit der neuen S-Klasse ist es, das reibungslose Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastrukturtechnik und Parkhausbetrieb zu erproben und auf die Kundenbedürfnisse anzupassen.
Rückblick: Bosch und Mercedes-Benz haben erste Erfahrungen für einen AVP-Betrieb bereits gesammelt. Im Juli 2019 haben die beiden Partner die weltweit erste Ausnahmegenehmigung dafür erhalten, um ausgewählte E-Klasse-Fahrzeuge fahrerlos im realen Parkhaus-Mischverkehr des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart zu bewegen. Voraussetzung dafür ist aber, dass künftig mit der erforderlichen Infrastruktur ausgerüstete Parkhäuser verfügbar sind und der Gesetzgeber diesen AVP-Betrieb erlaubt.
„Ein echter Komfort- und Zeitgewinn“
Automated Valet Parking ist ein echter Komfort- und Zeitgewinn für unsere Passagiere. Das gilt ganz besonders, wenn sie in Eile sind und am Flughafen schnell ihr Auto loswerden wollen“, sagt Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH. Im P6 stehen während der nun startenden Testphase zunächst zwei Parkplätze für selbstparkende Fahrzeuge bereit. Im Fall steigenden Nachfrage im Serienbetrieb sollen weitere Parkplätze hinzukommen.
Automatisiertes Fahren trifft auf automatisiertes Parkhaus
Für den Betrieb des AVP ist nicht nur im Fahrzeug, sondern auch in der Parkhausinfrastruktur eine Menge Technik nötig. Im P6 am Stuttgarter Flughafen wurden bisher sogenannte LIDAR-Sensoren eingesetzt. Sie können durch Laserstrahlen den optischen Abstand und die Geschwindigkeit messen. Diese Sensoren werden in Zukunft durch Kameras ersetzt, die von Bosch hergestellt wurden. Im Gegensatz zu den LIDAR-Sensoren können die Kameras freie Parkplätze erkennen, den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld überwachen und Hindernisse oder Personen auf der Fahrspur erfassen. In einer im Parkhaus installierten Computerzentrale wird die Route der Fahrzeuge zum freien Parkplatz berechnet. Durch die Informationen der Kameras ist es möglich, dass die Autos eigenständig im Parkhaus fahren können. Auch Wechsel zwischen den Stockwerken sind somit möglich. Das Auto setzt die Informationen dabei selbstständig in Fahrmanöver um: Entdeckt eine Kamera ein überraschendes Hindernis, bremst das Fahrzeug blitzschnell in den sicheren Stillstand.
Neben den neuen Kameras soll beim fahrerlosen Parken künftig auch die digitale Plattform APCOA FLOW vom Parkhausbetreiber APCOA eine entscheidende Rolle spielen. „APCOA möchte der erste Parkraumbetreiber werden, der in einem seiner Parkhäuser einen automatisierten Parkservice basierend auf der AVP-Technologie vollumfänglich unterstützt und ermöglicht“, sagt Frank van der Sant, Chief Commercial Officer der APCOA PARKING Holdings GmbH.
Dank der neuen Kameras kann das Auto nun auch Stockwerke wechseln.
Voraussetzungen für deutschlandweiten Service sind gegeben
Mehr Zeit durch einen Hol- und Bringdienst fürs Auto und keine langen Wege bis zum eigenen Fahrzeug mehr: Kunden sollen künftig in den Genuss eines fahrerlosen Parkservice kommen – sobald entsprechend ausgestattete Parkhäuser verfügbar sind und nationale Gesetze einen AVP-Betrieb erlauben. Die Erlaubnis für die Testphase sei dafür ein erster Erfolg: „Die Entscheidung der Behörden zeigt, dass Innovationen wie das automatisierte Valet-Parken zuerst in Deutschland möglich sind“, sagt Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. Die Voraussetzungen für einen flächendeckenden und fahrerlosen Parkservice sind durch das Projekt in Stuttgart durch einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service nach SAE Level 4 bereits geschaffen. Einheitliche Standards und Schnittstellen sorgen für eine reibungslose Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Infrastrukturtechnik.
Fahrerloses Parken als wichtiger Baustein künftiger Mobilität
Für Parkhausbetreiber könne sich eine Investition auch deshalb lohnen, weil fahrerloses Parken eine effizientere Parkraumnutzung ermögliche. Es sollen bis zu 20 Prozent mehr Fahrzeuge auf die gleiche Fläche passen. Zudem böten sich insbesondere enge, abgelegene und damit wenig attraktive Parkflächen dafür an, dort Autos fahrerlos abzustellen. „Fahrerloses Fahren und Parken sind wichtige Bausteine künftiger Mobilität. Mit dem automatisierten Parksystem wird deutlich, wie weit wir auf diesem Entwicklungspfad bereits gekommen sind“, erklärt Dr. Heyn.
Parkamo will die Parken Branche revolutionieren. Die App soll die Rundum-Lösung für das Parken werden. – Foto: Parkamo
Neue Technologien machen den Alltag einfacher. Für das Parken gilt das bislang nicht überall. Dabei kostet die Parkplatzsuche nicht nur Nerven, sondern führt auch zu höherem Verkehrsaufkommen, unnötigem Stau und damit zu zusätzlichen CO2-Emissionen. Parkamo ist angetreten, um das mit einer übergreifenden App zu ändern – bargeldlose Bezahlungen und weitere digitale Services inklusive.
Um diese Aufgabe zu bewältigen, hat Parkamo mit Katharina Wagner (37) eine ausgewiesene Mobility-Expertin an Bord geholt. Sie arbeitete zuvor bei Carsharing-Unternehmen und bestimmt ab sofort als CEO von München aus den Kurs des 2019 in Schweden gegründeten Parkaggregators. Mit Parkamo will sie die Parken Branche genauso revolutionieren, wie dies Online-Anbieter im Übernachtungsgeschäft getan haben.
„Der Markt ist fragmentiert und intransparent – zu Lasten der Menschen und der Umwelt. Wir wollen mit der Parkamo-App die Rundum-Lösung fürs Parken schaffen. Die Autofahrer sollen auf einen Blick sehen, was ihre Parkoptionen sind, welche Kosten ihnen entstehen und sofort per Smartphone bezahlen können”, so Wagner. „Auch muss das Parken klimafreundlicher werden. Wir unterstützen dies, indem wir den Zugang zum Parken vereinfachen und die Parkplatzsuche verkürzen. Doch wir tun noch mehr: Mit jeder Parkplatzbuchung über Parkamo werden zertifizierte klimafreundliche Projekte unterstützt.”
Dabei zielt Parkamo nicht nur auf On- und Off-Street-Parkräume, sondern auch auf private Flächen ab. Man wolle so etwas wie ein Booking.com fürs Parken werden, so der Newcomer. Gegenwärtig hat Parkamo acht Park-Apps, darunter Easypark, Parkster und ParkNow, eingebunden. So sei es schon jetzt möglich, in 20 Ländern und und etwa 4.400 Städten in ganz Europa über Parkamo zu parken. Auch einige Parkhausbetreiber und deren Technologieanbieter zählen laut Parkamo zu den Partnern.Das Unternehmen hat ehrgeizige Wachstumspläne. Der Fokus von Parkamo-Chefin Katharina Wagner liegt auf der europäischen Expansion und der Gewinnung weiterer Partner. Bislang hatte sich das Unternehmen auf den schwedischen Markt konzentriert, wo die Parkamo-App bereits recht verbreitet ist: Dort belegte die Anwendung immerhin Platz 5 in der Kategorie Reise im App Store.
Smartparking aus Österreich: Das junge Unternehmen Arivo aus Graz bietet ein komplettes Freeflow-Parksystem an. Im Kern basiert es auf Kennzeichenerkennung, beinhaltet aber auch eine bargeldlose Bezahllösung und arbeitet zu hundert Prozent digital. Kameras wie diese sorgen für eine automatische Kennzeichenerkennung. – Foto: Arivo
Arivo noch als Startup zu bezeichnen, ist wahrscheinlich nicht mehr zutreffend. Ganz aktuell kann der österreichische Spezialist für Freeflow-Parksysteme auf einen renommierten Neukunden verweisen: Best In Parking – mit mehr als 150 Standorten in Österreich, Italien, Kroatien, Slowenien, Schweiz und Slowakei und insgesamt fast 70.000 Stellplätzen on- und off-street. Der marktführende Parkhausbetreiber aus Österreich hat Arivo damit beauftragt, sämtliche „Garagen“, wie es in Österreich heißt, mit ihrem Freeflow-Parksystem auszustatten. Dominik Wieser, Mitgründer und Geschäftsführer von Arivo, kann sich über diesen Groß-Deal freuen und ist schon mittendrin in der Ausführung. In rund 80 Garagen von Best In Parking hat Arivo sein kamerabasierte Parksystem bereits installiert, wie der Arivo-Chef im Gespräch mit Parken aktuell berichtet. Bei diesem Kunden soll das Freeflow-Parken noch eine Koexistenz führen. Kunden von Best In Parking haben künftig die Wahl, ob sie das klassische System mit Parkticket und Bargeldzahlung am Kassenautomaten bevorzugen oder die Arivo-Lösung.
Smartparking ohne vorherige Registrierung
Die so funktioniert: An den Ein- und Ausfahrten der Parkierungsanlage sind Kameras für die Nummernschilderkennung installiert, mit denen die Ein- und Ausfahrten in Echtzeit protokolliert werden. Die Kennzeichen werden bei der Einfahrt mit einem Zeitstempel gespeichert. Nach der Ausfahrt weiß die Software, wie lange das jeweilige Fahrzeug geparkt hat. Die Kunden zahlen den Betrag entweder online oder gleich an der Ausfahrt. Auch das Nachzahlen ist für einen gewissen Zeitraum noch möglich. Ein großer Vorteil aus Kundensicht: Die Online-Bezahlung funktioniert per Smartphone ohne vorherige Registrierung. Dafür muss man auf eine für diesen Zweck konfigurierte Website gehen, auf die man auch per QR-Code gelangt. Am Smartphone ist dann das Kennzeichen einzugeben, anschließend kann der Kunde online mit seinem mobilen Endgerät bezahlen. Unterstützt wird jede beliebige Debit- (Giro-/EC-Karte) oder Kreditkarte. Besonders bequem seien dank der Ein-Klick-Funktion die Bezahldienste von Google oder Apple, so Arivo. Genauso bequem ist die Nutzung der Payapp von Arivo, die gerade für Stammkunden und regelmäßige Nutzer interessant sein dürfte.
Kunden, die den Parkbetrag nicht entrichten, lassen sich über eine Halterdatenabfrage ermitteln. Dadurch behalten Parkhausbetreiber die volle Kontrolle über ihre Parkflächen, versichert Arivo.
„Optional kann unser Zahlungsterminal montiert werden, um auch die klassische Bezahlung vor Ort zu ermöglichen“, erklärt Wieser. Der Ansatz von Arivo sei, mit digitalem Parken alle Zielgruppen zu erreichen, also auch jene, die lieber noch mit Bargeld bezahlen. Bislang jedoch hätten die bargeldlosen Projekte überwogen. Corona habe den Cashless-Trend zusätzlich beschleunigt. Die Erfahrung zeige zudem, dass Kunden, die das Freeflow-Parken ohne Ticket und Bargeld einmal getestet haben, bei der digitalen Lösung bleiben.
Alles aus einer Hand
Dominik Wieser sieht ein Alleinstellungsmerkmal von Arivo darin, dass man nicht nur die reine Kennzeichenerfassung anbiete. „Wir bieten ein ganzes Ökosystem drum herum an und haben uns dabei auf das Parken spezialisiert“, sagt der Geschäftsführer. Nichtsdestotrotz steht im Zentrum die Kennzeichenerkennung. Ob die Technologie zuverlässig genug ist, wird in der Branche indes nach wie vor diskutiert. Diese Bedenken zerstreut Dominik Wieser: „Unsere Detektion funktioniert besonders schnell und arbeitet mit einer Zuverlässigkeit von weit über 99 Prozent.“ Im Live-Betrieb erreiche man nach Kundenaussagen 99,8 bis 99,9 Prozent korrekte Ergebnisse. „Bei unserem Parking-System steckt die Intelligenz in der Software“, unterstreicht Wieser. Im Gegenzug werde die Hardware immer simpler. Für Betreiber bedeute das niedrigere Betriebs- und Installationskosten.
Bei Bestandsobjekten wie im Fall von Best In Parking sei immer die Integration in bestehende Parksysteme das Ziel, erklärt Wieser. So kann der Betreiber seine Hardware weiter verwenden. Die Integration sei zwar nicht immer ganz simpel, bislang habe man aber immer eine Lösung gefunden. Für neue Objekte bieten die Österreicher ein komplettes Smartparking-System an – ohne Schranken und mit einer stark reduzierten Hardware. Letztere besteht lediglich aus den Kameras und – optional – der Parkingsäule. Die Säule dient lediglich als Backup mit einem Notrufknopf sowie einem QR- und RFID-Reader, für den Fall, dass ein Kennzeichen nicht vorhanden oder unlesbar ist.
Deutscher Markt im Fokus
Stand heute verzeichnet das junge Unternehmen aus Graz Kunden und Installationen vornehmlich in Österreich. Aber auch in Italien seien es bald 35 Objekte, die mit der Arivo-Lösung ausgestattet sind. Im nächsten Schritt will man den deutschen Markt angehen, so Dominik Wieser.
Nach vorne blickend hält er es für möglich, dass man in fünf Jahren keine Kassenautomaten für Bargeld mehr braucht. Schranken könnten zum Teil auch verschwinden, seien in manchen Szenarien aber sinnvoll, zum Beispiel bei einer Mischnutzung durch Kurz- und Dauerparker.
Welchen Beitrag PARK NOW für Smart Cities leistet, schildert Geschäftsführer Marko Hrankovic im Gespräch mit Parken aktuell. Außerdem beschreibt er das Potenzial des digitalen Parkens per App – gerade auch in Zeiten von Corona.
Marko Hrankovic ist Geschäftsführer von PARK NOW Deutschland und Österreich. – Foto: PARK NOW/ LotteOstermann
Herr Hrankovic, PARK NOW gibt es seit 2016, was gibt’s Neues?
Ganz aktuell haben wir ein neues Feature gelaunched, die „Find & Park”-Funktion. Damit visualisiert die App über ein Farbsystem die Wahrscheinlichkeit, am Straßenrand einen freien Parkplatz zu finden. In grün eingefärbten Straßen stehen die Chancen sehr gut, bei Rot wird es eher schwierig. Insgesamt gibt es fünf Abstufungen. Dadurch müssen Autofahrer weniger Runden auf ihrer Parkplatzsuche drehen, haben weniger Stress und sparen Zeit. Gleichzeitig trägt die App so dazu bei, die allgemeine CO2-Belastung in der Stadt zu senken. Wir leisten damit einen signifikanten Beitrag zur Energiewende.
Wie funktioniert das?
Für die Berechnung erfassen wir die genaue Lage aller Parkplätze entlang einer Straße sowie die dort geltenden Parkregeln. Zusätzlich liefern eigens entwickelte Sensoren an Fahrzeugen, beispielsweise Taxis, fortlaufend Informationen zur aktuellen Parksituation. Aus diesen Daten errechnet das PARK NOW-Vorhersagemodell dann eine Prognose der Parksituation – individuell für jede Straße und jede Tageszeit.
Wo ist diese Funktion verfügbar?
Zum Start zunächst in Berlin. Der Roll-Out in weiteren deutschen Städten mit hohem Parksuchverkehr wie Hamburg, Frankfurt und Köln ist in Vorbereitung.
Nicht wenige Verkehrsfachleute sprechen von einer Renaissance des Individualverkehrs durch die Corona-Pandemie. Registrieren Sie einen Schub für das digitale Parken?
Aktuell sorgt das Parken mit unserer App für ein geringeres Infektionsrisiko, weil man nicht zum Automaten gehen muss, wo man sonst womöglich in einer Schlange stehen müsste. Zudem entfällt die Berührung des Geräts und des Bargelds.
Verzichten die Deutschen vermehrt auf Bargeld?
Laut einer im Handelsblatt veröffentlichten Online-Umfrage zahlen 57 Prozent häufiger mit der Karte.
Sie sprechen in Ihrem White Paper von der „kontaktlosen Gesellschaft“. Bleibt es auch nach Corona dabei?
Das digitale Parken ist auch vor der Pandemie schon gewachsen, weil es viele Vorteile bietet. Es ist einfach, ticketlos, bargeldlos, komfortabel und es wird minutengenau abgerechnet. Jetzt kommen noch die Aspekte Hygiene und Gesundheit hinzu.
Gibt es PARK NOW auch off-street?
Wir waren von Anfang an bestrebt, eine gesamtheitliche Lösung für On- und Off-Street-Parken zu bieten und haben eine wachsende Zahl von Parkhäusern im Portfolio. In Deutschland sind es mehr als 145 Häuser, die über unsere App angebunden sind.
Die Parkhäuser gehören ja nicht Ihnen. Wie funktioniert dort die Ein- und Ausfahrt?
Die jeweiligen Parkhausbetreiber sind Partner von uns. Technisch gesehen nutzen wir Schnittstellen zu den gängigen Parksystemen. Die Schrankenöffnung erfolgt über Kennzeichenerkennung oder eine RFID-Hybridkarte, die Kunden für 2,69 Euro bei uns bestellen können. Abgerechnet wird am Monatsende via PayPal, Kreditkarte, Lastschrift oder Mobilfunkrechnung.
Unser Titelthema in dieser Ausgabe heißt „Smartparking“. Was verstehen Sie neben den genannten Kundenvorteilen noch darunter?
Vor allem, dass wir Städten intelligente Park-Lösungen anbieten, welche auf digitalen Technologien basieren. Wir möchten sie damit auf ihrem Weg zur Smart City unterstützen. So können durch Parkvorgänge generierte Daten Stellhebel für ein effektives Parkraummanagement für Kommunen geschaffen werden. In London ermöglicht die PARK NOW Group beispielsweise ein CO2-basiertes Pricing. Ein Dieselfahrzeug zahlt dort mehr fürs Parken als ein Elektroauto. Generell ließen sich durch dynamisches Pricing Verkehrsströme lenken und Parksuchverkehr reduzieren. Auch der Verkehrslärm kann so abnehmen.
Glauben Sie, dass Corona das Mobilitätsverhalten verändert?
So funktioniert Find & Park: Screenshot der PARK NOW App – Screenshots: PARK NOW
Ich denke, die Krise hat Entwicklungen extrem beschleunigt. Die bargeldlose Zahlung in Deutschland verbreitet sich jetzt in einem Jahr so schnell wie ansonsten vielleicht in zehn Jahren. Kunden, die den Komfort der App und des digitalen Bezahlens einmal erleben, bleiben erhalten. Die gehen nicht mehr zurück zum Bargeld. Abstand und Hygiene ist den Menschen jetzt besonders wichtig, und wir haben Konzepte, die das ermöglichen.
Wo sehen Sie PARK NOW nach der Krise?
Die Nachfrage nach digitalen Lösungen wie PARK NOW wird nach der Krise noch weiter an Bedeutung gewinnen. Einmal, weil wir eine verstärkte Nutzung des Autos sehen – viele Menschen meiden öffentliche Verkehrsmittel aus Angst vor einer COVID-19 Infektion. Aber auch die Autofahrer selbst gehen bewusster mit Berührungen im öffentlichen Raum um. Unsere kontaktlose Bezahlweise per App, mit welcher die Berührung von Parkscheinautomaten und Kleingeld vermieden werden kann, wird vor diesem Hintergrund noch attraktiver. Wir können außerdem immer mehr Städte davon überzeugen, dass ihnen unser Parkservice mit Funktionen wie Find & Park dabei helfen kann, zu einer sauberen, gesünderen und lebenswerten Smart City zu werden. Kommunen sollten dafür nachhaltig investieren.
PARK NOW und evopark bauen kontaktloses Parken im Parkhaus in Europa aus
Die PARK NOW Group und der Spezialist für digitale Parkhauslösungen evopark weiten ihre Partnerschaft aus – sowohl international als auch in Deutschland. Ziel sei, Autofahrern noch mehr berührungslose Park- und Bezahlmöglichkeiten in Parkhäusern anbieten zu können, wie die beiden Unternehmen Ende Juni 2020 mitteilten. Demnach werden die bisherigen 22 deutschen Parkhäuser des „mobility CONNECT-Netzwerks“ von evopark um weitere Garagen in Deutschland sowie die ersten Angebote in den Niederlanden ergänzt. Alleine in Deutschland sollen noch in diesem Jahr weitere 38 Parkhäuser folgen, hieß es. Mit dem „DLL Zentrum“ und „Fellenoord“ in Eindhoven sowie „Bos en Lommerplantsoen“ in Amsterdam seien auch die ersten drei niederländischen Parkgaragen in das Netzwerk eingebunden. Auch das französische Niort werde im nächsten Schritt mit einer Reihe von Garagen folgen.
Der weitere Ausbau unserer Partnerschaft in Deutschland und Europa ist für uns wichtig, um auf den großen Bedarf an unkomplizierten digitalen Lösungen für Parkhäuser zu reagieren“, sagt Marko Hrankovic, Geschäftsführer von PARK NOW Deutschland. „Dank unserer Kooperation sind wir in der Lage, unseren Kunden Zugang zu noch mehr Parkgaragen zu bieten.“
Henk de Bruin, Geschäftsführer von evopark, sagt: „Als Pioniere für digitale Parkdienste kombinieren wir unsere Expertise. Durch die Zusammenarbeit mit digitalen Vorreitern wie der PARK NOW Group wächst unsere Plattform kontinuierlich. Daher ist es für uns strategisch wichtig, unsere Software-as-a-Service-Lösungen für Parkhausbetreiber sowie Mobilitätsdienstleister europaweit auszubauen.“