Freitag, 12. Juli 2024

Mobilithek: Neue Plattform für vernetzte Mobilität

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) bietet einen neuen zentralen Zugang zu Mobilitätsdaten an: Die Mobilithek löst den bisherigen „Mobilitäts Daten Marktplatz“ (MDM) ab.

Die Mobilithek ist eine Plattform zum Austausch digitaler Informationen von Mobilitätsanbietern, Infrastrukturbetreibern, Verkehrsbehörden sowie Informationsanbietern – und adressiert damit auch Parkraumbewirtschafter. Daten, die über die Mobilithek bereitgestellt werden, seien vor allem solche von besonderer verkehrspolitischer Bedeutung – etwa aus dem Bereich des öffentlichen Verkehrs oder mit Relevanz für die Straßenverkehrssicherheit.

Daneben biete die Mobilithek die Möglichkeit für den Datenaustausch mit individuellen Nutzungsrechten und eröffne so insbesondere Start-ups einen einfachen Weg, um neue Geschäftsmodelle zu erproben und in überschaubarem Rahmen Datenhandel zu betreiben. Aufgesetzt wird die Mobilithek als cloudbasierte Plattform mit überwiegend offenen Daten (Open Data), einem Webportal und einer hochperformanten Unterstützung beim Austausch von Echtzeitdaten. Zur Entwicklung von datenbasierten Apps wird sie eng mit dem derzeit ebenfalls entstehenden Mobility Data Space kooperieren und mit diesem Daten austauschen.

Seit Mitte 2022 gehen der MDM und das Open-Data-Portal mCLOUD schrittweise in der Mobilithek auf und sollen spätestens Ende 2023 den Betrieb einstellen. Bis dahin baut die Mobilithek auf den beiden Plattformen auf.

Kritik aus der Internetwirtschaft

„Für eine nachhaltige Mobilitätswende braucht es ein Mobilitäts-Ökosystem, das den souveränen und sicheren Austausch von Daten unter allen beteiligten Akteuren ermöglicht“, sagte Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender vom eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. anlässlich des Mobilitätsgipfels der Bundesregierung. Allein durch die Optimierung von Verkehrsflüssen im städtischen Pkw-Verkehr ließen sich mittels vernetzter Mobilität bis 2030 an die Hälfte der CO2-Emissionen einsparen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Arthur D. Little im Auftrag des eco. „Leider sehen wir in der Umsetzung jedoch noch zu wenig Fortschritte. Ohne aussagekräftige Daten und deren Verfügbarkeit ist die Vernetzung und innovativer Fortschritt im Mobilitätssektor schier unmöglich“, so Süme.

Die Mobilithek und der Mobility Data Space seien hierbei ein wichtiger Schritt. Um die Anzahl an Datenbeständen und den Austausch zu fördern, brauche es jedoch endlich klare und verhältnismäßige Regeln für den Austausch von Daten sowie Anreize für Standardisierung und den Aufbau von Datentreuhändern, zudem müsse die Verfügbarkeit von Daten der öffentlichen Hand erhöht werden. Nach wie vor führten aber zahlreiche offene Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Daten im wirtschaftlichen Kontext zu einem Innovationsstau.

Geringe Nutzerakzeptanz

Ein Problem stellt auch die geringe Nutzerakzeptanz digitaler Mobilitätsdienste dar. 87,5 Prozent der Deutschen nutzen derzeit keinerlei smarte Shared-Mobility-Dienstleistungen, wie eine repräsentative Umfrage des eco-Verbands in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey ergab. Beteiligt hatten sich 2.500 Erwachsene aus Deutschland Anfang September 2022. Laut Umfrage lehnen es über 60 Prozent der Befragten ab, ihre Mobilitätsdaten mit Anbietern zu teilen, selbst wenn sich daraus persönliche Vorteile oder Vorteile für die Allgemeinheit ergeben. Lediglich 9,4 Prozent würden ihre Mobilitätsdaten preisgeben, wenn damit ein Nutzen für den Klimaschutz einhergeht. 8,6 Prozent der Befragten stehen einer Datenfreigabe positiv gegenüber, wenn sie dadurch Kosten sparen.

© BMDV

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