Dienstag, 3. März 2026

„Heute bauen wir Hightech-Mobility-Hubs“

HIB Huber Integral Bau ist jetzt die Huber Parking Deutschland GmbH. Was es mit der Umfirmierung des Parkhausbetreibers aus Rheinbrohl auf sich hat, erklären uns Jutta Geis, Valentin Rüther und Markus Lauble im Interview.

Was hat Sie zu Ihrer Neufirmierung bewogen?

Jutta Geis: Es ist sicher leichter, hier kurz auf die Entstehung zu blicken: Wir, die Gesellschafter der HIB Huber Integral Bau, jetzt Huber Parking Deutschland, hatten uns 2008 nach dem ersten Projektgeschäft in England zur Gründung eines zweiten Parkhausbauunternehmens entschieden, das internationale Aufträge abwickelt. Nach dem Brexit entwickelte sich daraus zusätzlich eine Limited (Tochtergesellschaft des internationalen Unternehmens) als drittes Unternehmen, rein für das Parkhausbaugeschäft in Großbritannien.

Unser gemeinsames Know-how und auch der Austausch unter den Fachkräften in unseren Teams, die Kooperationen und auch die Sicht von Finanzpartnern auf unser Konstrukt als eine Einheit haben uns bewogen, nun diese Gemeinsamkeit stärker nach außen sichtbar zu machen. Zudem ist es unser Ziel, als Huber Parking gemeinsam weiter zu wachsen. Wir können voller Stolz die strategische Umfirmierung der drei HUBER-Parkhausbauunternehmen und Bildung einer gemeinsamen Marke als abgeschlossen bezeichnen. Ein gemeinsames Corporate Design mit einem einheitlichen Logo, der Schutz unserer Marke und die Änderung unserer Firmennamen waren für uns ein logischer Schritt in dieser Vereinheitlichung.

Welche Vorteile haben Ihre Kunden und Partner davon?

Jutta Geis: Alle drei Unternehmen haben im Januar / Februar 2024 ihre Namen geändert, um mit dem gemeinsamen Markenbegriff Huber Parking© für Geschäfts­part­ner:innen und Mitarbeitende sichtbar zu machen, dass sie schon immer miteinander verbunden sind. Mit der Umfirmierung bekommen die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Außenwirkung ihre gerechtfertigte Position. Unsere neue Corporate Website bedient zahlreiche Themen viel prägnanter und klarer sowie sehr menschlich – das ist uns übrigens sehr wichtig. Nun firmieren die Unternehmen unter den Namen Huber Parking Deutschland GmbH, Huber Parking International GmbH und Huber Parking UK Limited. Die Namensnähe macht deutlich, wie viel Know-how, Kraft und Manpower hinter unserem Produktportfolio steckt. Anfragen werden zukünftig zentral gesteuert.

Was ändert sich, was bleibt gleich?

Jutta Geis: Eigentlich ändert sich für die Kunden nur der Name. Alles andere bleibt gleich. Kontaktpersonen bleiben dieselben wie früher, allerdings mit einer neuen E-Mail-Adresse. Gleiches gilt für unsere Website, die nun www.huber-parking.com heißt. Und natürlich haben wir ein neues Logo, das uns sehr gut gefällt und eine moderne Abwandlung unseres alten Huber H’s ist.

Welche personellen und organisatorischen Umstrukturierungen ergeben sich dadurch?

Jutta Geis: Personell ändert sich bei uns nichts. Im Grunde bleiben wir dieselben Unternehmen mit denselben Management Boards. Mit neuen Menschen im Team schließen wir Arbeitsverträge unter den neuen Unternehmensnamen. Ebenso bekommen alle Mitarbeitenden ihre Gehaltsabrechnungen von diesen Absendernamen. Klasse ist, dass mit Geschäftspartner:innen nur neue Verträge und Nachträge anzupassen sind. Natürlich ist die Abänderung unserer Firmierung in deren Stammdaten erforderlich, damit Rechnungen und Zahlungen korrekt laufen können. Dazu erfolgt selbstverständlich eine klare Kommunikation an alle von allen unserer Unternehmen.

Welche Ziele haben Sie für 2024 und darüber hinaus?

Valentin Rüther: Zunächst möchten wir den Markt 2024 weiterhin so erfolgreich bedienen, wie wir das bisher getan haben, auf gleichem Niveau, was sowohl Umsatz wie auch Qualität betrifft. Wir wollen uns aber auch weiterentwickeln und haben ehrgeizige Ziele im Visier. Seit längerem beschäftigen wir uns im Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das Ziel ist es, klimaneutral zu werden und das auf einem ehrlichen Weg. Dafür müssen wir alle Prozesse im Unternehmen beleuchten und gegebenenfalls überdenken, neue Methoden finden etc. Das Gleiche gilt für unser Produkt Parkhaus, hier sind wir auf der Suche nach neuen Wegen und Materialien, um den CO2-Fußabdruck im gesamten Herstellungsprozess zu optimieren. Das beste Beispiel dafür ist der Einsatz von Carbonbeton in unseren Gebäuden. Dieses Ziel haben wir dieses Jahr schon erreicht.

Wie ändert sich die Branche aus Ihrer Sicht?

Valentin Rüther: Hier reden wir über zwei Branchen, die Parken-Branche und die Baubranche. In der Parken-Branche sehen wir die größten Veränderungen in dem Switch in die digitale Abwicklung der Parkvorgänge. In der Baubranche wird der Klimawandel der größte Antreiber für Veränderungen sein.

Welche Einflüsse hat die angestrebte Verkehrswende auf Ihre Planungen und Projekte?

Valentin Rüther: Ob E-Auto oder Verbrenner, der Stellplatz bleibt baulich erstmal identisch. Was hinzugekommen ist, sind Ladesäulen, Stromtrassen, Managementsysteme, Trafos und PV-Anlagen. Wir sind zum Fachplaner der E-Mobilität geworden. Dieses Know-how bringen wir bei allen unseren Projekten von Beginn an mit ein.

Wenn Sie zu Ihren Anfängen zurückblicken: Was sind die Hauptunterschiede eines Huber-Parkhauses aus den 1990er-Jahren und einem aus der heutigen Zeit?

Valentin Rüther: Natürlich sind unsere Gebäude viel moderner geworden, was aber nicht nur an dem gestiegenen Bewusstsein für gute Architektur liegt. Wir sind mit unserem heute riesigen Design-Team ganz anders aufgestellt als damals. Der grundlegende Unterschied zwischen unseren Parkhäusern von damals und heute ist, dass der Anteil der Gebäudetechnik massiv gestiegen ist. Heute bauen wir Hightech-Mobility-Hubs.

Worin sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb?

Valentin Rüther: Wir decken das gesamte Spektrum im Parkhausbau ab: von der Planung, Produktion und Bau, Gebäudetechnik, Wartung, Instandhaltung bis hin zum kompletten Betrieb eines Parkhauses. Durch unser internationales Team sind wir auch mit Normen, Regeln und Entwicklungen der Parken- und Baubranchen anderer Länder bestens vertraut. Zuletzt zählt die partnerschaftliche Kommunikation und Abwicklung unserer Projekte im Gesamtpaket zu einem der wertvollsten Alleinstellungsmerkmale.

Sie sind in Großbritannien sehr aktiv. Wie unterscheidet sich der dortige Markt vom deutschen?

Markus Lauble: Im Großen und Ganzen sind die Anforderungen in beiden Märkten ähnlich, wobei der Mobility-Hub-Gedanke in UK in den letzten Jahren konsequenter umgesetzt wurde. Daraus resultieren für uns oftmals Bauprojekte mit einer höheren technischen Komplexität.

Welches Potenzial sehen Sie – trotz Brexit – in UK?

Markus Lauble: Die Gemengelage aus BREXIT, CORONA und Ukraine Krieg hat in der britischen Bauindustrie großen Schaden angerichtet. Aber auch, wenn die Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr 2023 nicht einfach waren, sehen wir Großbritannien als einen etablierten Markt an. Mittelfristig planen wir auch hier, unsere Serviceleistungen rund ums Parken auszubauen. Die ganzheitliche Betrachtung hat für die Kund:innen zahlreiche Vorteile. Hier wollen wir noch näher am Kunden arbeiten.

In welchen Ländern sind Sie darüber hinaus in welchem Umfang präsent?

Markus Lauble: Wir bauen regelmäßig im BeNeLux-Raum und konnten auch schon Objekte in Norwegen und Polen realisieren. Unsere natürliche Neugier und die sehr breiten Kompetenzen in Planung und Bau von Parkhäusern lassen uns auch den Blick auf weitere Märkte offenhalten.

Was sind die größten aktuellen Herausforderungen?

Valentin Rüther: Aktuell ist es schon eine Herausforderung, mit der Zeit mitgehen zu können. Die größte Herausforderung ist es, seiner Zeit einen Schritt voraus zu sein.

Was wünschen Sie sich für die nahe Zukunft?

Valentin Rüther: Das wir uns so weiterentwickeln, wie wir es in den letzten 34 Jahren getan haben …und natürlich Frieden – und ein gesundes Umfeld mit weniger Krisen.

Jutta Geis, Head of Business Administration and Marketing und Gesellschafterin bei Huber Parking Deutschland
© Huber Parking

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