Sonntag, 28. November 2021

Eine kleine Licht-(R)Evolution

Neue Realität: Die Zeiten mit dem Vorurteil des dunklen und engen Parkhauses sind vorbei. – Foto: Trilux

Das Bild von Parkhäusern hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Früher noch als eng, dunkel und unheimlich abgetan, wird heute oft vom „Erlebnis Parken“ gesprochen. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Licht. Und hier sind in den vergangenen Jahren viele Parkhausbetreiber auf LED-Beleuchtung umgestiegen. Wir haben mit einigen Betreibern hinsichtlich ihrer Erfahrungen und Beweggründe für den Wechsel zu LED gesprochen.

APCOA

APCOA sieht großen Potenziale für LED-Beleuchtung im Gebäudebereich, nicht nur hinsichtlich der Gesamtbeleuchtungskosten sondern bei der Verbesserung der Lichtausbeute in unseren Objekten. Eine maßgeschneiderte Beleuchtung hat Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit und das Befinden eines Menschen. Dies gibt unseren Kunden das Gefühl von höherer Sicherheit.

Wir arbeiten sehr eng mit unseren Verpächtern und Auftraggebern zusammen, um einen Umstieg auf LED schrittweise vornehmen zu können. Dabei sind die Funktion der vorhandenen alten Technik und die Kosten für die Umrüstung zu berücksichtigen. Bei neuen Objekten haben wir oft schon in der Realisierungsphase Einfluss auf das Beleuchtungskonzept und geben hier unsere Erfahrung gerne weiter. APCOA hat kontinuierlich bis 2019 fast alle technisch möglichen Standorte umgerüstet.

Eine helle, freundliche Beleuchtung unserer Parkobjekte wird von unseren Kunden sehr positiv wahrgenommen.

Claus Schnell/Bavaria Parkgaragen

Auch für Claus Schnell, Geschäftsführer der Bavaria Parkgaragen GmbH, ist LED-Beleuchtung mittlerweile Standard geworden. So werden die neuen Garagen nur noch mit LED, Bewegungsmeldern und dimmbaren Leuchtmittel ausgerüstet. Bei keiner Bewegung in der Garage laufen die Leuchtmittel auf zehn Prozent Leistung. Kommt es zu Bewegung innerhalb der Garage, sodass der Bewegungsmelder aktiviert wird, wird die Leistung des Leuchtmittels auf 90 Prozent „hochgefahren“. Die restlichen zehn Prozent Leistung verbrauchen überproportional Energie.

Das Dimmen ist stufenlos und ohne Zeitverzögerung, daher reicht bei einer Aktivierung der Vollbeleuchtung eine Nachlaufzeit von zwei Minuten. Zudem werden alle Leuchten gedimmt und aktiviert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Ersatznetz mehr notwendig ist, es wird also nur noch ein Stromnetz benötigt. Bei einem Stromausfall wird keine Vollbeleuchtung aktiviert, sodass nur noch die gedimmte Beleuchtung mit zehn Prozent Leistung über das Ersatznetz versorgt werden muss.

In den Bestandsgaragen sind zur Zeit noch Elektronische Vorschaltgeräte mit Neon-Röhren und sowohl Ersatz-, als auch Normalnetz verbaut. Diese Parkgaragen werden aber nach und nach umgerüstet. Die Umrüstung beinhaltet den Austausch der Neon-Leuchten gegen LED-Retro und die Demontage der Vorschaltgeräte.

Zur Belichtung setzt Claus Schnell das LED-Leuchtmittel mit der Lichtfarbe „klinikweiß“ K6500 ein. Bei einer Länge von 1200mm hat es eine Helligkeit von 2000 Lumen (lm), bei 1500 mm Länge mindestens 2500 lm. Die Kunden empfinden das LED-Licht in „klinikweiß subjektiv heller als das Neonlicht, obwohl objektiv weniger Lux messbar sind.

Für den Geschäftsführer von Bavaria Parkgaragen lohnt sich der Umstieg auf LED-Beleuchtung auf jeden Fall. Die größte Einsparung wird durch die Kombination von Bewegungsmelder und Dimmen erreicht. Bei diesem Beispiel liegen die jährlichen Kosten von einer 120cm langen und 22 Watt starken LED-Leuchte bei 4.105,40 Euro. Zum Vergleich: Eine ebenso lange Neon-Leuchte verursacht im gleichen Zeitraum Kosten von 13.262,75 Euro, also mehr als viermal so viel.

Die Kunden selbst nehmen den Umbau von Neon auf LED oftmals nicht bewusst war, demzufolge können sie auch kein Feedback geben. Ebenfalls kein Feedback gibt es bei der Umrüstung auf Bewegungsmelder und Dimmen der LED Leuchtmittel, da ja sofort ohne Zeitverzögerung und Schaltvorgänge die Vollbeleuchtung „kommt“. 

CONTIPARK

Mehr Licht mit weniger Energie

LED statt Leuchtstoffröhre: wie wir durch den Einsatz neuester Lichttechnologie die Umwelt schonen und gleichzeitig die Beleuchtungssituation unserer Parkeinrichtungen entscheidend verbessern.

In Parkhäusern und Tiefgaragen entfällt der größte Anteil am Stromverbrauch auf die Beleuchtung – im Schnitt rund 70 Prozent. Schließlich sind hell ausgeleuchtete Parkebenen, Ein- und Ausfahrten, Treppenhäuser und Aufzüge unerlässlich für die Sicherheit, die Qualität und die Attraktivität unserer Parkeinrichtungen. Um dennoch nachhaltig zu handeln und damit auch dem eigenen Unternehmensziel gerecht zu werden, setzt CONTIPARK seit 2013 auf LED-Beleuchtung.

Im Vergleich zu herkömmlichen Lichtquellen bietet die LED-Technik zahlreiche Vorteile. Der wohl entscheidendste ist ihre Energieeffizienz. Außerdem sind sie quecksilberfrei und voll recyclingfähig, funktionieren bei jeder Temperatur gleich gut und sind sofort nach dem Einschalten maximal hell. Und während häufiges An- und Ausschalten die Lebensdauer normaler Glühlampen oft deutlich verringert, setzt es LEDs kaum zu.

CONTIPARK hat all diese Vorteile schon früh erkannt. Bereits 2011 haben wir erste Untersuchungen und Versuche mit LED-Lichtlösungen gestartet – als erste in unserer Branche. 2013 begann dann der Umrüstungsprozess unserer Parkeinrichtungen. Überall dort, wo wir vertraglich dazu in der Lage waren, haben wir die konventionellen Beleuchtungsanlagen durch hochwertige LED-Technik ersetzt. Das heißt, dass in der Regel nicht nur Leuchtmittel getauscht, sondern auch die Leuchten erneuert wurden. Dabei haben wir oft die gesamte Beleuchtungssituation unserer Parkhäuser und Tiefgaragen optimiert – also beispielsweise Strahler umgehängt oder zusätzliche Leuchten eingebaut. Neubauprojekte planen wir standardmäßig von vornherein mit LED-Lichtlösungen.

Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Das Lichtbild unserer Parkeinrichtungen hat sich durch die Umrüstung erheblich verbessert. Vor allem aber konnte der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch um bis zu zwei Drittel gesenkt werden. Eine zusätzliche Kopplung unserer LED-Beleuchtung mit einer intelligenten Lichtsteuerung erhöht die Energieeinsparungen um weitere 15 bis 20 Prozent. Und das bei im Schnitt nur 3 Jahren Amortisationszeit. Die durch diese Energieeinsparmaßnahmen erzielte Stromeinsparung entspricht einem reduzierten CO2 Ausstoß von 7.500 Tonnen. Damit leistet die LED-Technik einen entscheidenden Beitrag zum umweltschonenden und nachhaltigen Betrieb unserer Parkeinrichtungen.

Und nicht nur das, auch das Feedback unserer Kunden ist durchweg positiv.

Q-Park

Bei neuen Objekten von Q-Park ist LED-Beleuchtung ebenfalls Standard, zudem seien bereits 50 bis 60 Prozent der bestehenden Parkobjekte inzwischen mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Die übrigen 40 bis 50 Prozent folgen sukzessive.

Zudem sei eine Unterschied zu „herkömmlichen“ Licht erkennbar: Die Ausleuchtung im Parkhaus sei besser geworden.

Für Q-Park waren die Versprechen von Leuchtenherstellern nicht maßgebend. Stattdessen erstellte das Unternehmen selbst Business-Cases, deren Annahmen dann auch weitestgehend erfüllt wurden. Bei den circa 30 bis 40 durchgeführten Umrüstungsprojekten lag der Amortisationszeitraum zwischen drei und sieben Jahren.

Die Umrüstung hat sich gelohnt, das zeigt auch das Feedback der Kunden: Es war durchweg positiv.

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